Die Europäische Kommission (EK) hat eine 1,1 Milliarden US-Dollar schwere „Strategie für die Anwendung von KI“ ins Leben gerufen, um den Einsatz von KI in den Schlüsselbranchen der EU auszuweiten. Der Plan soll Europas Abhängigkeit von US-amerikanischer und chinesischer Technologie verringern und Open-Source-KI-Innovationen fördern.
Die EU-Kommission hat den Plan heute in Brüssel im Rahmen ihres umfassenderen Ziels zur Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit vorgestellt. Die Kommission gab bekannt, dass die Finanzierung aus bestehenden Programmen wie Horizont Europa und Digital Europe stammen wird, wobei auch Mitgliedstaaten und private Partner aufgefordert wurden, entsprechende Beiträge zu leisten.
Der Plan „KI-Strategie anwenden“ fördert die Einführung von KI in allen Branchen der EU
Diedentder Europäischen Union, Ursula von der Leyen, erklärte, die Initiative „Strategie für Künstliche Intelligenz“ unterstreiche Europas Engagement für führende Innovationen im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Leyen hofft, dass die Zukunft der KI in Europa gestaltet wird, und betonte, dass der Plan eine breite Anwendung in den Bereichen Gesundheitswesen, Energie, Mobilität und Fertigung fördern soll.
Die Kommission hatte bereits im April einen weiteren Plan zur Senkung regulatorischer Hürden für Startups aufgelegt. Der neueste Plan geht über reine Regulierungen hinaus und zielt auf die direkte Implementierung von KI ab. Er konzentriert sich auf praktische Anwendungen in Bereichen, die für die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Interessen Europas als notwendig erachtet werden.
Die Europäische Kommission hat einige Wirtschaftszweige identifiziert, die von der Erweiterung profitieren werden, darunter Gesundheitswesen, Pharmazeutika, Energie, Fertigung, Bauwesen, Agrar- und Ernährungswirtschaft, Verteidigung, Kommunikation und Kultur dent
Die EU-Kommission plant den Aufbau eines Netzwerks KI-gestützter Screening- und Diagnosezentren im Gesundheitswesen und die Entwicklung von KI-Systemen in den Bereichen Klima, Produktion und Pharmazie. Die vorgestellte Strategie zielt außerdem darauf ab, die Entwicklung eigenständiger europäischer KI-Modelle zu fördern, um die Abhängigkeit von außereuropäischen Technologien in sensiblen Verteidigungssystemen zu verringern.
Laut einer aktuellen Analyse des Entwurfs durch die Financial Times beabsichtigt die Kommission, 1 Milliarde Euro (1,1 Milliarden US-Dollar) aus bestehenden EU-Programmen für die Förderung von Start-up-Zuschüssen, Anreizen für Open-Source-KI und Reformen des öffentlichen Beschaffungswesens zur Ankurbelung der Marktnachfrage bereitzustellen.
Europäische Kommission warnt vor Abhängigkeit von ausländischen Anbietern
Die Europäische Kommission hat Entwickler in der gesamten EU dazu aufgerufen, Open-Source-KI-Systeme zu entwickeln, die in allen EU-Mitgliedstaaten eingesetzt werden können. Die Kommission erklärte, dass die Bereitstellung von Open-Source-KI-Technologien die Interoperabilität fördern und die Abhängigkeit von proprietären Plattformen ausländischer Technologieanbieter verringern werde.
Der von der EU-Kommission veröffentlichte Vorschlag warnte zudem vor Europas übermäßiger Abhängigkeit von ausländischen Anbietern bei Cloud-Computing-Ressourcen, Halbleitermaterialien und Softwaretechnologien. Der Vorschlag hob hervor, dass Regierungen oder Nichtregierungsorganisationen solche Abhängigkeiten ausnutzen könnten.
Die Europäische Kommission räumte ein, dass die jüngsten Zölle von Präsident dent Trump gegen europäische Länder und globale Partner Besorgnis hinsichtlich der Zuverlässigkeit der EU-Region als langfristiger Technologiepartner ausgelöst haben.
China hat sich mit rasanten Fortschritten im Bereich der generativen KI und dem Export kostengünstiger Modelle zu einem globalen Konkurrenten entwickelt, was die Kommission als Risiko einstuft. Die EU-Kommission hat daher die Initiative ins Leben gerufen, die Entwicklung von KI-Werkzeugen für militärische Anwendungen wie Führung und Kontrolle sowie Weltraumverteidigung zu beschleunigen.
Derzeit sind KI-Systeme für militärische Anwendungen im Rahmen der NATO auf US-amerikanische Technologien angewiesen. Brüssel erwägt, die Abhängigkeit von ausländischer Technologie zu verringern, da dies für die strategische Autonomie unerlässlich sei.
Die Strategie zielt außerdem darauf ab, KI in der gesamten europäischen Verwaltung und Industrie einzuführen. Sie fordert Reformen im öffentlichen Beschaffungswesen, um sicherzustellen, dass KI in Verwaltungsprozesse und die Erbringung von Dienstleistungen integriert wird. Die Initiative der Europäischen Kommission unterstützt zudem die Modernisierung von Produktionsprozessen, die Stärkung der Forschungskooperation und die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit des Industriesektors gegenüber externen Technologieschocks.

