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Der von Frankreichs Präsident Macron angefochtene EU-Gesetzentwurf zur künstlichen Intelligenz wird von Deutschland und Dänemark unterstützt.

VonHannah CollymoreHannah Collymore
Lesezeit: 2 Minuten
Der von Frankreichs Präsident Macron angefochtene EU-Gesetzentwurf zur künstlichen Intelligenz wird von Deutschland und Dänemark unterstützt.
  • Macron und Merz fordern eine zwölfmonatige Verschiebung der risikoreichen Bestimmungen des EU-KI-Gesetzes, um mehr Zeit für Innovationen und eine reibungslose Einhaltung zu ermöglichen.
  • Dänemark und Brüssel forderten ebenfalls Verschiebungen, die Reaktionen im EU-Parlament fielen jedoch gemischt aus.
  • Kritiker warnen davor, dass eine Verschiebung die Glaubwürdigkeit der EU untergraben und zu verstärkter Lobbyarbeit führen könnte.

 

Der französischedent Emmanuel Macron kündigte auf dem Europäischen Gipfeltreffen zur digitalen Souveränität in Berlin einen gemeinsamen deutsch-französischen Aufruf an, die Bestimmungen des EU-KI-Gesetzes zur Regulierung risikoreicher künstlicher Intelligenzsysteme um ein Jahr zu verschieben. 

Er fügte hinzu, dass diese Zeit genutzt werden sollte, um Innovationen zu beschleunigen. An dem Gipfeltreffen nahmen führende Persönlichkeiten der Technologiebranche teil, darunter Vertreter von SAP SE und des französischen KI-Startups Mistral. Im Mittelpunkt standen die Stärkung der digitalen Souveränität Europas und die Verringerung der Abhängigkeit von dominanten US-amerikanischen Technologieunternehmen.

Frankreich und Deutschland drängen auf Verschiebung des EU-KI-Gesetzes

Die Europäische Kommission plant die Vorlage eines umfassenden Gesetzesentwurfs zum Thema Digitalisierung, der sowohl die Datenschutzbestimmungen als auch das KI-Gesetz selbst vereinfachen soll. Einige Bestimmungen des KI-Gesetzes sind bereits in Kraft, doch die Anforderungen an risikoreiche KI-Systeme sind weiterhin heftig umstritten. Frankreichs und Deutschlands Bestrebungen, die Umsetzung zu verzögern, verdeutlichen die damit verbundenen Komplexitäten.

Hochrisiko-KI-Systeme umfassen KI-Technologien, die Auswirkungen auf Gesundheit und Sicherheit haben können. Diese Systeme unterliegen strengen regulatorischen Anforderungen zur Risikominderung, und Unternehmen haben bis August nächsten Jahres Zeit, diese vollständig zu erfüllen.

In einer Rede auf dem EU-Gipfel zur digitalen Souveränität in Berlin sagte Macron: „Bezüglich des KI-Gesetzes fordern wir eine zwölfmonatige Verschiebung der Einhaltungsfrist für risikoreiche KI-Systeme. Es ist außerdem notwendig, diese Zeit zu nutzen, um unsere Innovationsagenda zu beschleunigen.“ 

Diese Stellungnahme erfolgte vor dem Hintergrund von Bedenken führender europäischer Industrieunternehmen und politischer Entscheidungsträger hinsichtlich der praktischen Herausforderungen bei der Einhaltung des KI-Gesetzes in seiner jetzigen Form. 

Anne Le Hénanff, die französische Ministerin für KI und digitale Angelegenheiten, unterstützt die Verschiebung ebenfalls und sagt: „Das KI-Gesetz ist derzeit mit zu vielen Unsicherheiten behaftet. Diese Unsicherheiten bremsen unsere eigene Innovationsfähigkeit.“ 

Sie fügte hinzu, dass die USA und China im KI-Wettlauf führend und Europa es sich nicht leisten könne, die Innovationsfähigkeit seiner eigenen Unternehmen einzuschränken, insbesondere in einer Zeit, in der Europa versuche, die Abhängigkeit von amerikanischer Technologie zu verringern. Der deutsche Minister für Digitalisierung und Modernisierung der Verwaltung, Karsten Wildberger, schloss sich dieser Ansicht an und ergänzte: „Es ist wichtig, diesen Dialog fortzusetzen, denn die Welt verändert sich so rasant, dass wir die Regeln ständig anpassen müssen.“

Reaktion des Parlaments auf die vorgeschlagene Verschiebung 

Der Vorschlag Frankreichs und Deutschlands spiegelt den Druck von Technologieunternehmen und Branchenverbänden wider, die bei der Europäischen Kommission Lobbyarbeit betreiben, um die Durchsetzung zu verzögern, bis klare technische Standards und Verhaltensregeln festgelegt sind. 

Länder wie Brüssel und Dänemark unterstützen die Verschiebung des Gesetzes. Brüssel möchte die Verhängung von Bußgeldern für Verstöße bis August 2027 aussetzen, während Dänemark auf eine Verlängerung drängte und argumentierte, dass kleinere Unternehmen für einige der strengeren Regeln schlichtweg noch nicht bereit seien.

Branchenführer argumentieren, dass eine überstürzte Durchsetzung von Vorschriften ohne endgültige Standards die Innovationskraft gefährden könnte. „Wir schließen nicht alle Risiken von vornherein aus. Wir sollten zunächst die Produkte entwickeln und dann sehr genau prüfen, wie diese Produkte funktionieren, ob sie sicher sind und ob wir die richtigen Prozesse implementiert haben“, fügte Wildberger hinzu.

Das Europäische Parlament ist gespalten über den deutsch-französischen Vorstoß, das Inkrafttreten des KI-Gesetzes zu verschieben. Einige Abgeordnete warnen davor, dass eine Verzögerung die Glaubwürdigkeit des Parlaments bei der digitalen Rechtsetzung schwächen und weitere Lobbyarbeit der Industrie nach sich ziehen würde, während andere argumentieren, dass eine begrenzte Flexibilität erforderlich sei, um europäische Unternehmen nicht an der Innovation zu hindern. 

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