EZB will sich stärker auf digitale Zentralbankwährungen für den Einzelhandel konzentrieren, und zwar nicht aus wirtschaftlichen Gründen, so Mersch

Die Europäische Zentralbank wird sich künftig stärker auf die Einführung digitaler Zentralbankwährungen (CBDCs) als auf alle anderen damit verbundenen Geschäftsaspekte. Dies gab Yves Mersch, ein Mitglied des Verwaltungsrats der Bank, am Montag im Rahmen der virtuellen Konferenz Consensus 2020 bekannt.
Laut Merschs Aussageist der Plan der Zentralbank zur Einführung einer digitalen Währung ursprünglich kein Versuch, mit den neuesten Trends Schritt zu halten. Die Bank erklärte jedoch, sie wolle eine CBDC einführen, weil sie darauf vorbereitet sein wolle.
CBDCs im Einzelhandel sind ein Wendepunkt.
Das EZB-Direktoriumsmitglied räumte ein, dass die Bank in der Einführung ihrer digitalen Währung keinen „Business Case“ sieht. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf der digitalen Zentralbankwährung (CBDC) für Privatkunden, da eine CBDC für den Großhandel bedeuten würde, dass die digitale Währung nur bestimmten Finanzpartnern zur Verfügung stehen wird. Dies werde laut Mersch ein Geschäftsfeld eröffnen.
Andererseits erklärte Mersch, dass digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) für den Einzelhandel als bahnbrechend gelten könnten, da diese digitale Währung der gesamten Öffentlichkeit gleichermaßen zugänglich wäre. Allerdings müssen vor der Entwicklung von CBDCs für den Einzelhandel einige Faktoren geklärt werden.
Die EZB wird weiterhin an einer optimalen digitalen Zentralbankwährung arbeiten.
Dazu gehört unter anderem die Notwendigkeit, das Verhältnis zwischen von Banken ausgegebenen digitalen Währungen und den europäischen Münzen und Banknoten zu klären. Außerdem muss der Status der Währung als gesetzliches Zahlungsmittel festgelegt werden, einschließlich des Umtauschprozesses.
Um das potenzielle Risiko von digitalen Bankwährungen für das bestehende Finanzsystem zu reduzieren, erwähnte Mersch auch die Möglichkeit, Nichtbanken durch Anreize zu einer stärkeren Nutzung marktorientierter Alternativen anstelle von Bankeinlagen zu bewegen. Dies ließe sich durch eine Vergütung der digitalen Währungen unterhalb des Marktzinses erreichen. Eine weitere Methode wäre die Einführung eines gestaffelten Vergütungssystems.
Mersch fügte hinzu:
Das Fehlen eines konkreten „Business Case“ für eine CBDC (Digitale Zentralbankwährung) sollte und darf uns derzeit nicht davon abhalten, die optimale Gestaltung einer CBDC ernsthaft zu erforschen, damit wir gut vorbereitet sind, falls wir jemals diese politische Entscheidung treffen sollten.
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Ibiam Wayas
Ibiam Wayas berichtet seit 2019 über Kryptowährungen. Er studierte Informatik an der National Open University of Nigeria. Seine Artikel erschienen auf verschiedenen Krypto-Nachrichtenplattformen, darunter Coinfomania, Crypto News Australia und AltcoinBuzz. Aufbauend auf seinem Informatikstudium konzentriert er sich nun auf Nachrichten zu Kryptowährungen, Robotik und Langlebigkeit.
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