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Kritiker warnen davor, dass die EU das Datenschutzrecht schwächen könnte, um im KI-Wettlauf wettbewerbsfähig zu bleiben

VonEnacy MapakameEnacy Mapakame
3 Minuten Lesezeit
Kritiker warnen davor, dass die EU das Datenschutzrecht schwächen könnte, um im KI-Wettlauf wettbewerbsfähig zu bleiben
  • Datenschützer warnen davor, dass die vorgeschlagenen EU-Datenschutzänderungen den großen Technologiekonzernen die Freiheit geben, Daten auszubeuten.
  • Der Plan zur Vereinfachung der Gesetze wird von Aktivisten mittlerweile als stiller Schwächungsversuch betrachtet.
  • Technologiekonzerne könnten von erleichterten KI-Regeln profitieren, während Brüssel versucht, ausländische Beschwerden zu beschwichtigen.

Kritiker der jüngsten EU-Rechtsreform sagen, Brüssel bewege sich nun auf dünnem Eis in Bezug auf Datenschutzrechte und überschreite möglicherweise eine Grenze, die Europa als rot bezeichnet habe.

Jahrelang waren EU-Beamte stolz auf ihren umfassenden Datenschutz; er galt als moralische Instanz des Blocks, und den Bürgern wurde versichert, dass ihr Privatleben nicht für Bequemlichkeit oder Neuheit geopfert würde. Diese Zeiten könnten nun zu Ende gehen.

Die Kommission argumentiert, Ziel sei die Vereinfachung, die Reduzierung des Dickichts neuer, rasch aufeinanderfolgender Regelungen. Aktivisten, die das Kleingedruckte gelesen haben, sagen jedoch, die Sache sei weitaus komplexer.

Die großen Technologiekonzerne haben den EU-Gesetzen vorgeworfen, innovationsfeindlich zu sein

Den Vorschlägen zufolge könnten große Plattformen berechtigt sein, personenbezogene Daten zu erfassen und diese künstlicher Intelligenz auf der Grundlage eines „berechtigten Interesses“ in das Training

Sollte dies Bestand haben, wäre es eine gravierende Änderung gegenüber der heutigen Auslegung des Gesetzes, die für viele Kategorien sensibler Daten eine ausdrückliche Einwilligung vorschreibt. Gruppen, die seit Jahren in Brüssel kämpfen, schlagen nun am lautesten Alarm. Die österreichische Organisation NOYB bezeichnete dieses Änderungspaket als einen schleichenden Tod.

Max Schrems, der Aktivist, dessen juristische Auseinandersetzungen dazu beigetragen haben, die DSGVO zu einem globalen Symbol zu machen, nannte sie eine „massive Herabstufung der Privatsphäre der Europäer“.

Ein zweiter Änderungsantrag betrifft die Cookie-Regelung, jene Vorschriften, die das Internet in ein Labyrinth von Pop-up-Angeboten verwandelt haben. Laut dem Entwurf könnte die gesamte Gesetzgebung in die DSGVO integriert werden, und der Zugriff auf Smartphones, Laptops oder vernetzte Geräte könnte auf vagen Berechtigungen basieren, beispielsweise dem Bedürfnis eines Unternehmens, Betrug aufzudecken oder Zielgruppen zu messen.

Itxaso Dominguez de Olazabal vom European Digital Rights Network sagte, dies werde die Art und Weise verändern, wie Europa die privaten Bereiche in persönlichen Geräten schützt.

Dies geschieht nicht im luftleeren Raum; die US-Regierung wirft dem EU-Recht Innovationsfeindlichkeit vor, und mehrere Unternehmen wie Meta sind bereits gegen das Gesetz verstoßen haben. Große Technologiekonzerne betreiben auf dem gesamten Kontinent Lobbyarbeit, um das Gesetz zur künstlichen Intelligenz abzuschwächen, mit dem Argument, dass sich schnell entwickelnde Technologien in einem schwerfälligen bürokratischen Umfeld nicht behaupten können.

Die Kommission betont, dass sie ihre Grundsätze nicht aufgibt, sondern lediglich unnötige Bürokratie abbaut. Am 19. November findet eine Präsentation statt, wobei sich das Dokument bis dahin noch ändern kann. Ein deutliches Zeichen für die neue Ausrichtung ist der Vorschlag, dass Unternehmen, die künstliche Intelligenz nur für interne, eng umrissene Aufgaben einsetzen, ihre Systeme nicht mehr in einer EU-Datenbank für risikoreiche KI registrieren müssen.

Eine weitere Maßnahme ist eine einjährige Schonfrist bei Bußgeldern; Anbieter von Deepfakes und synthetischen Medien hätten somit mehr Zeit, bevor sie ihre Produkte dauerhaft als maschinell erzeugt kennzeichnen müssten.

Die EU möchte flexibel erscheinen

Die Kommission hat kürzlich im Umweltrecht etwas Ähnliches getan: Klimaauflagen, die noch vor wenigen Monaten als unerlässlich galten, wurden gelockert, und die Wirtschaft hat diesen Rückzug begrüßt. Kritiker sagen, die Einschüchterungsversuche der Industrie zeigten Wirkung.

Europas politische Klasse ist besorgt über einen Investitionsrückgang und sucht nach Möglichkeiten, flexibel zu wirken. Befürworter des KI-Gesetzes räumen hinter vorgehaltener Hand ein, dass sie sich heute mehr Sorgen darüber machen, gegenüber den USA und China ins Hintertreffen zu geraten, als noch bei der ersten Ausarbeitung des Gesetzes. Diese Entwicklungen prägen heute jede regulatorische Debatte.

Die Frage ist nun, ob die Mitgliedstaaten und das Parlament diesen Kurswechsel akzeptieren werden, denn vielen in Brüssel ist bewusst, dass die Symbolik gefährlich ist. Sollte Europa die seit einem Jahrzehnt hochgehaltene Fahne des Datenschutzes schwächen, könnte die Geschichte der DSGVO nicht so enden, wie der Kontinent es sich vorgestellt hat – als leuchtendes Vorbild an Werten, das von anderen kopiert wird.

Es könnte stattdessen ein weiteres Beispiel für großspurige Versprechungen werden, die dem Druck der kommerziellen Macht nicht standhalten konnten.

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