Coinbase erholt sich wieder. Die Aktie legte um 7 % zu, nachdem Goldman Sachs sie auf „Kaufen“ hochgestuft und das 12-Monats-Kursziel von 294 auf 303 US-Dollar angehoben hatte. Goldman Sachs erwartet nun einen Kursanstieg von 28 %. Im vergangenen Jahr war Coinbase um 13 % gefallen, während der S&P 500 um 15 % zulegte und Coinbase damit deutlich hinter dem Markt zurückblieb.
Goldmans Hochstufung kam nicht überraschend. Analyst James Yaro erklärte, der Kursverfall der Aktie habe Anlegern einen günstigen Einstiegszeitpunkt geboten. „Eine höhere Bewertung dürfte im Laufe der Zeit erfolgen, da Coinbase von zyklischem zu strukturellem Wachstum übergeht“, schrieb er.
Yaro sagte außerdem, dass Coinbase dank seiner Größe und seines Namens immer noch mehr Geld einnimmt als seine Konkurrenten und seinen Marktanteil ausbaut.
„Die Größe und der Bekanntheitsgrad von COIN tragen weiterhin zu einem überdurchschnittlichen Umsatzwachstum und Marktanteilsgewinnen bei, bei gleichzeitig erstklassigen Kundenakquisitionskosten“, fügte er hinzu.
Goldman Sachs sieht Wachstumspotenzial im Krypto-Infrastrukturgeschäft von Coinbase
Yaro ist der Ansicht, dass Coinbase nicht mehr nur eine Handelsplattform ist. Er verwies auf das Abonnement- und Dienstleistungsgeschäft des Unternehmens, zu dem Verwahrung, Stablecoins, Staking und Prime Brokerage gehören.
Diese Geschäftsbereiche machten 2020 weniger als 5 % des Umsatzes aus, mittlerweile sind es aber rund 40 %. Er rechnet mit einem weiteren jährlichen Wachstum von 13 % zwischen 2025 und 2027. Laut seinen Angaben sind diese Dienstleistungen nicht vom Handelsvolumen abhängig, was zu geringeren Gewinnschwankungen beitragen dürfte.
Yaro bezeichnete die jüngsten Coinbase-Produkte als wettbewerbsfähiger, insbesondere in Bereichen mit langfristigem Wachstumspotenzial. Er sagte, die neuen Angebote ergänzten das Kernsortiment von Coinbase, dessen Wachstum er ebenfalls erwartet.
„Wir sehen die zunehmende Präsenz von COIN im Bereich der Krypto-Infrastruktur durch seine Abonnement- und Dienstleistungsangebote positiv, da dies die Ertragsschwankungen im Laufe der Zeit dämpfen dürfte“, schrieb er.
Die Botschaft von Goldman war eindeutig: Coinbase baut ein stabileres und skalierbareres Geschäftsmodell auf, auch wenn der Markt das noch nicht erkennt.
Zeitgleich mit dem Kursanstieg der Aktie begann Coinbase, sich aus Argentinien zurückzuziehen. Das Unternehmen informierte seine Nutzer per E-Mail darüber, dass die Unterstützung für USDC und argentinische Pesos ab dem 31. Januar eingestellt wird.
Nach diesem Datum können Nutzer USDC nicht mehr mit Pesos kaufen oder verkaufen und auch keine Pesos mehr auf Bankkonten überweisen. Coinbase bezeichnete dies als „bewusste Pause“, nicht als endgültigen Ausstieg. Krypto-zu-Krypto-Transaktionen würden weiterhin funktionieren, und ein späterer Neustart mit einem verbesserten Produkt sei geplant.
Coinbase ist erst 2025 in den argentinischen Markt eingetreten, nachdem es die Genehmigung der argentinischen Wertpapieraufsichtsbehörde (CNV) erhalten hatte.
Damals gab Coinbase an, dass in Argentinien täglich 5 Millionen Menschen Kryptowährungen nutzten. Das Land entwickelte sich dank hoher Inflation und strenger Kapitalverkehrskontrollen zu einem florierenden Kryptomarkt. Coinbase erkannte darin ein großes Potenzial. Doch nun rudern sie zurück.
Dennoch geben sie die Region nicht auf. Laut Forbes Argentina hält Coinbase weiterhin Kontakt zu lokalen Partnern. Einer davon ist Ripio, eine argentinische Börse, die letztes Jahr einen Peso-Stablecoin (wARS) eingeführt hat. Coinbase setzt zudem auf sein Base-Ökosystem, um seine Präsenz im Land aufrechtzuerhalten.

