Die chinesischen Unternehmen Pony.ai und WeRide brachen nach ihren fulminanten Börsengängen in Hongkong jeweils um über 12 % ein

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Die Aktien von Pony.ai und WeRide fielen nach ihrem Börsengang in Hongkong jeweils um über 12 %.
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Beide Unternehmen sammelten Milliardenbeträge ein, sahen sich aber mit Gegenwind vom Markt und früheren Verlusten in New York konfrontiert.
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Sie expandieren nach Asien, in den Nahen Osten und nach Europa, verfügen aber noch nicht über die vollständige behördliche Genehmigung.
Laut Daten von CNBC brachen die Aktien von Pony.ai und WeRide am Donnerstag nach ihren kostspieligen Börsengängen in Hongkong stark ein.
Pony.ai brach nach Handelsbeginn um mehr als 12 % ein, WeRide um fast 13 %. Dieser starke Kursverfall erfolgte trotz der hohen Finanzierungsrunden beider Unternehmen: Pony.ai erhielt 6,71 Milliarden HK$ (rund 860 Millionen US$), WeRide 2,39 Milliarden HK$.
Beide Unternehmen sind bereits in den USA börsennotiert, strebten aber eine Doppelnotierung an, um mehr Kapital zu beschaffen, in Asien zu expandieren und Risiken zu minimieren, da die US-Regulierungsbehörden die Kontrolle chinesischer Technologieunternehmen verschärfen. Es half nichts.
Vor dem Börsengang in Hongkong fielen die Kurse in New York bereits. Am Mittwoch verlor WeRide 5,2 % und Pony.ai 2 %. Das ist natürlich nicht das, was man sich vor dem Handelsstart an einem zweiten Markt wünscht.
Der Schaden beschränkt sich nicht nur auf den Markt. Der Druck kommt von allen Seiten. Die Unternehmen hinken großen Playern wie Baidus Apollo Go in China und Waymo in den USA hinterher.
Beide Unternehmen konzentrieren sich auf die Entwicklung von autonomen Fahrsystemen der Stufe 4, was bedeutet, dass das Fahrzeug in bestimmten Bereichen ohne menschliches Eingreifen fahren kann. Genau dafür ist das neue cash vorgesehen.
Pony.ai und WeRide stehen unter Druck von Regulierungsbehörden, Konkurrenten und auch untereinander
James Peng, CEO von Pony.ai, sagte, die Mittel würden für den Ausbau der Infrastruktur, einschließlich Lade- und Parksystemen für selbstfahrende Fahrzeuge, sowie für die verstärkte Förderung der KI-Entwicklung verwendet.
Bei WeRide erklärte CEO Tony Xu Han gegenüber CNBC, dass man in KI-Funktionen und den Ausbau der Rechenzentren investieren werde, um die Technologie zu unterstützen. Beide Geschäftsführer betonen, dass Sicherheit weiterhin oberste Priorität habe, insbesondere beim Start des Robotaxi-Einsatzes in einigen chinesischen Städten.
Sie machen auch in China keine Pause. Beide versuchen, in neue Märkte wie Singapur, Europa und Teile des Nahen Ostens vorzudringen, doch der Prozess verläuft schleppend. Sie haben noch keine vollständige Genehmigung für den Betrieb von Robotaxis in diesen Regionen erhalten.
Darüber hinaus bahnt sich ein Streit zwischen den beiden Konkurrenten an. WeRide-Finanzchef Li Xuan warf Pony.ai kürzlich vor, Investoren durch die Unterbewertung der Anzahl der Städte, in denen WeRide aktuell aktiv ist, in die Irre geführt zu haben. Diese Anschuldigung erfolgte kurz vor dem Börsengang und sorgte für weitere Kontroversen.
Sie streben außerdem eine mögliche Partnerschaft mit Uber in den USA an und hoffen, nach Erhalt der Genehmigung der Regulierungsbehörden Robotaxis über die Fahrdienst-App anbieten zu können. Ob diese Genehmigung jedoch jemals erteilt wird, ist ungewiss.
Anfang des Jahres verabschiedeten US-Behörden eine Regelung, die den Einsatz chinesischer Technologie in vernetzten Fahrzeugen, einschließlich selbstfahrender Autos, untersagt. Dies benachteiligt beide Unternehmen, unabhängig davon, wie ausgereift ihre Technologie auch sein mag.
Tu Le, Geschäftsführer von Sino Auto Insights, sagte gegenüber CNBC, dass angesichts der globalen Unsicherheit und des Drucks in den USA der Börsengang in Hongkong eine Möglichkeit sei, die Risiken zu senken und weiterhin cashzu beschaffen.
Er sagte: „Bei einer Doppelnotierung geht es vor allem um Risikominderung“, und fügte hinzu, dass Pony.ai und WeRide dringend Kapital und Unterstützung von außerhalb der USA benötigen, um im Geschäft zu bleiben.
Hongkong spielt eine größere Rolle bei der Finanzierung von Chinas autonomer Zukunft
Die Doppelnotierungen spiegeln auch einen umfassenderen Wandel bei chinesischen Technologieunternehmen wider. Die Hongkonger Börse gab Mitte Oktober grünes Licht, und dieser Schritt fügt sich in einen steigenden Trend ein.
Im Mai gelang CATL, einem großen Batteriehersteller, ein gigantischer Zweitlisting-Vertrag über 5,2 Milliarden Dollar – immer noch der größte Börsengang weltweit in diesem Jahr.
Rolf Bulk, Aktienanalyst bei New Street Research, erklärte, dass Doppelnotierungen wie diese dazu beitragen, Hongkong als bevorzugten Standort für asiatische Technologieunternehmen zu etablieren. Er stellte jedoch auch klar, dass dies diesen Unternehmen nicht helfen werde, westliche Regulierungsbehörden für sich zu gewinnen.
„Wenn überhaupt, dürfte es mit einer Zweitnotierung in Hongkong schwieriger sein, die Zustimmung in westlichen Märkten zu erhalten“, sagte.
Dennoch ist Le überzeugt, dass Pony.ai und WeRide im globalen Wettbewerb weiterhin eine Rolle spielen. Er sagte: „WeRide hat sein Serviceportfolio etwas diversifiziert, aber beide Unternehmen sehen Uber und den Nahen Osten als zwei vielversprechende Partner, um weitere Pilotprojekte außerhalb Chinas zu starten.“
Die Frage ist nun, ob sie mit dem rasanten Tempo der KI-Entwicklung mithalten können. Le fügt hinzu: „Investoren sollten besonders darauf achten, wie sich ihre Technologie mit der zunehmenden Verbreitung von KI und anderen neuen Werkzeugen weiterentwickelt.“
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