China übernimmt im globalen KI-Wettlauf rasch die Führung vor den USA

- Chinesische KI-Unternehmen rücken dank ihrer Wettbewerbsfähigkeit beim Preis immer näher an die Parität heran.
- DeepSeek kann bereits bei verschiedenen globalen Kunden Erfolge verzeichnen.
- Open-Source-Modelle erhöhen den Wettbewerbsdruck.
KI-Startups in China rütteln an Amerikas einst unbestrittenem Vorsprung im Bereich der künstlichen Intelligenz und läuten damit ein, was zu einem weltweiten Wettrüsten in der KI-Technologie führen könnte.
Unternehmen von Europa über Asien bis Afrika testen oder implementieren jetzt große Sprachmodelle chinesischer Anbieter, darunter der Newcomer DeepSeek und der E-Commerce-Schwergewicht Alibaba, als kostengünstige Alternativen zu etablierten US-Anbietern wie ChatGPT.
Große Firmen testen chinesische Modelle wie DeepSeek
Globale Kreditgeber wie HSBC und Standard Chartered haben laut Insidern stillschweigend interne Tests der DeepSeek-Modelle. Diese Tests deuten darauf hin, dass Finanzriesen neben den üblichen amerikanischen Anbietern nach flexiblen und kostengünstigen KI-Lösungen suchen.
Dieser Schritt deutet auf ein wachsendes Interesse an vielfältigen KI-Anbietern hin, insbesondere im Hinblick auf Budgets und Datenschutzrichtlinien. Große US-Unternehmen haben bestätigt, dass chinesische KI-Firmen näherkommen ihren US-Konkurrenten
Sogar der Energiesektor springt auf den Zug auf. Saudi Aramco, der weltgrößte Ölproduzent, hat DeepSeek in sein primäres Rechenzentrum integriert, was das Vertrauen in die KI-Kompetenz Chinas widerspiegelt.
Überraschenderweise bieten die großen amerikanischen Cloud-Anbieter Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud ihren Kunden nun DeepSeek-Modelle an. Dies geschieht trotz der Einschränkungen, die das Weiße Haus der App auf bestimmten Regierungsgeräten aus Sicherheitsgründen auferlegt hat.
Diese Verfügbarkeit stellt eine bemerkenswerte Kehrtwende dar: US-Plattformen vertreiben ein chinesisches KI-Produkt neben ihren eigenen, im Inland entwickelten Lösungen.
Die Attraktivität chinesischer KI liegt nicht allein im Preis. Eine Studie von Harvard-Forschern aus dem Juni ergab, dass China strategische Vorteile bei den Rohdaten und den Fachkräften besitzt, die die Grundlage für die KI-Entwicklung bilden.
Eine schnelle Einführung wird darüber entscheiden, wer im Wettlauf zwischen den USA und China die Oberhand behält
Unterdessen westliche Chiphersteller bereits die Auswirkungen: Als die US-Behörden den Export des exportfreundlichen KI-Chips H2O von Nvidia nach China blockierten, schätzten Analysten den Umsatzverlust für Nvidia auf 10 Milliarden US-Dollar.
„Der entscheidende Faktor defi, ob die USA oder China dieses Rennen gewinnen, ist, wessen Technologie im Rest der Welt am weitesten verbreitet ist“, sagte Microsoft-dent Brad Smith kürzlich bei einer Anhörung im Senat.
„Wer zuerst dort ankommt, wird schwer zu verdrängen sein.“
Amerikanische Marktführer wie OpenAI haben mit einer Expansion ins Ausland reagiert und neue Niederlassungen in Europa und Asien eröffnet. Am 25. Juni warnte OpenAI, dass das chinesische Unternehmen Zhipu AI auf aufstrebende Märkte in Südostasien, dem Nahen Osten und Afrika abzielt, um chinesische Standards zu etablieren, bevor US-amerikanische oder europäische Konkurrenten tracfassen können.
CEO Sam Altman bezeichnet dies als Kampf zwischen „demokratischer KI“ und „autoritärer KI“, Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass beide Seiten um staatliche Auftraggeber werben.
Im Gegensatz zu ihren US-amerikanischen Pendants priorisieren viele chinesische Unternehmen unmittelbare, greifbare Anwendungen gegenüber dem großen Ziel der allgemeinen künstlichen Intelligenz. Sie veröffentlichen ihre Modelle häufig unter Open-Source-Lizenzen. Alibabas Qwen hat bereits über 100.000 abgeleitete Versionen hervorgebracht, die es Nutzern weltweit ermöglichen, sie frei anzupassen und einzusetzen. Diese Offenheit setzt private Unternehmen wie OpenAI und Anthropic unter Druck, die hohen Preise ihrer proprietären Modelle zu erklären.
Auf Plattformen wie Latenode entscheidet sich mittlerweile etwa jeder fünfte Kunde für DeepSeek als Anbieter individueller KI-Tools, angelockt vom bis zu 17-mal niedrigeren Preis im Vergleich zu Konkurrenzprodukten. Dies gilt insbesondere für Regionen mit begrenzten finanziellen Mitteln und Rechenressourcen.
Doch die Fragmentierung der globalen KI-Landschaft gibt auch Anlass zur Sorge. Ein zweigeteiltes Ökosystem könnte die Fähigkeit der USA, internationale Normen zu gestalten, beeinträchtigen, und manche Beobachter befürchten, dass chinesische Modelle als Vehikel für staatlich gebilligte Narrative dienen könnten.
Laut Ritwik Gupta, KI-Experte an der University of California, Berkeley, riskiert die USA außerdem, den Einblick in Chinas Ambitionen und KI-Innovationen zu verlieren.
„Wenn sie vom globalen Ökosystemdent sind, können wir es steuern“, sagte Gupta. „Wenn nicht, wird China tun, was es tun will, und wir werden keinen Überblick behalten.“
Zudem versiegt aufgrund sinkender US-Investitionen und strengerer Einwanderungsbestimmungen der traditionelle Austausch von Talenten und Wissen zwischen Silicon Valley und Peking. Solange Chinas KI-Sektor teilweise von westlicher Aufsicht abgeschottet bleibt, warnen Analysten, könnten globale Transparenz und gemeinsame Standards die Leidtragenden sein.
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