BYD-Aktie verliert 45 Milliarden Dollar an Wert inmitten wachsender Zweifel an Chinas Vormachtstellung bei Elektrofahrzeugen

- BYD verlor 45 Milliarden Dollar an Wert, nachdem der Aktienkurs innerhalb von vier Monaten um über 30 % eingebrochen war.
- Analysten sind besorgt über BYDs Preissenkungsstrategie und die sinkenden Gewinne.
- Das Unternehmen senkte sein Umsatzziel für 2025 und verschob die Markteinführung wichtiger Modelle auf 2026.
BYD hat gerade einen massiven Börsenverlust von 45 Milliarden Dollar erlitten, und es sieht nicht so aus, als ob das Blutbad bald vorbei sein wird. Die Aktie des Unternehmens an der Hongkonger Börse ist innerhalb von nur vier Monaten um mehr als 30 % eingebrochen und hat damit ein Niveau erreicht, das seit dem Erreichen des Allzeithochs nicht mehr verzeichnet wurde.
Der Kurssturz hat die Anleger verärgert und Analysten alarmiert. Laut Bloomberg sind die Verkaufsempfehlungen für die Aktie so niedrig wie seit 2022 nicht mehr.
Der Zusammenbruch ist auf einen einzigen Faktor zurückzuführen: BYDs Strategie der massiven Preisnachlässe. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, drückte das Unternehmen die Preise auf Chinas Markt für Elektrofahrzeuge immer weiter nach unten, obwohl die chinesische Regierung eingriff, um den Preiskrieg zu beenden, der die Branche zerriss.
Während BYD die Gewinnmargen immer weiter senkt, machen Geely und Leapmotor ihm Konkurrenz und sichern sich Marktanteile ohne dabei ihre eigenen Gewinne zu schmälern.
Anleger verkaufen BYD-Aktien, da der Gewinn um 30 % einbricht
Das Vertrauen der Anleger ist stark angeschlagen. Kevin Net, Leiter des Bereichs Asien-Aktien bei Financière de l'Échiquier, brachte es auf den Punkt: „Ich glaube zwar, dass die Anleger langfristig weiterhin positiv gestimmt sind, doch die aggressive Strategie von BYD, durch Preisdruck Marktanteile zu gewinnen, gibt im Kontext der Anti-Involution Anlass zu großer Sorge. Kurzfristig dürfte sich dies weiterhin negativ auf Umsatz und Margen auswirken.“
Der Preiskampf hat bereits schwere Auswirkungen. BYDs Gewinn im zweiten Quartal sank um 30 Prozent – der erste Rückgang im Vergleich zum Vorjahr seit über drei Jahren. Und das, obwohl dieses Unternehmen jahrelang mit Preisnachlässen die Nase vorn hatte.
Nun hat die Regierung genug. Peking hat sich zu Wort gemeldet und bezeichnet die überkompetitiven Taktiken als Deflationsrisiko. Zudem warnt das Chaos davor, dass das weltweite Ansehen der chinesischen Fertigungsindustrie insgesamt Schaden nimmt.
Darüber hinaus senkte BYD sein Auslieferungsziel für 2025 von 5,5 Millionen auf 4,6 Millionen Fahrzeuge. Um dieses neue Ziel überhaupt noch zu erreichen, muss das Unternehmen in den letzten vier Monaten des Jahres 1,7 Millionen Einheiten absetzen – angesichts eines veralteten Modellangebots und eines sich rasch verschärfenden regulatorischen Umfelds dürfte das nicht einfach werden.
Xiao Feng, Co-Leiter der China-Industrieforschung bei CLSA Hong Kong, sagte: „Kein OEM kann seinen Produktzyklustron, nicht einmal BYD kann das.“
Er sagte, die Modelle des Unternehmens hätten sich seit seiner Dominanz von 2018 bis 2024 nicht wesentlich weiterentwickelt, und die Käufer würden nun neuere Konkurrenten wie Geely und Leapmotor verfolgen, die frischere und aufregendere Autos auf den Markt brächten.
Weltweiter Umsatz steigt, da das Unternehmen die Markteinführung im Inland verschiebt
BYD setzt nun auf den internationalen Markt. Nach Produktionsausweitung in neuen Märkten und der Einführung weiterer Modelle im Ausland könnte das Unternehmen laut Analysten von Goldman Sachs im Jahr 2025 zwischen 900.000 und 1 Million Fahrzeuge ausliefern. Damit übertrifft BYD sein bisheriges internationales Ziel von 800.000 Einheiten, und dieser Geschäftsbereich scheint aktuell noch echtes Wachstumspotenzial zu besitzen.
Zurück in China verschiebt BYD die Produkteinführungen jedoch bis Anfang 2026. Ziel ist es, die nächste Fahrzeuggenerationtronund wettbewerbsfähiger gegenüber der Flut neuer chinesischer Elektrofahrzeuge zu gestalten. Analysten gehen davon aus, dass die kommenden Modelle mit überarbeitetem Design, verbesserter Batterieleistung und größerer Reichweite bei Plug-in-Hybriden aufwarten werden. Ein wichtiges erwartetes Feature ist das autonome Fahrsystem „God’s Eye“, das möglicherweise erstmals auch in günstigeren Modellen zum Einsatz kommt.
Bewertungstechnisch liegt die Aktie aktuell bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 17, was unter dem Dreijahresdurchschnitt von 20 liegt. Manche Händler sehen darin einen Abschlag. Angesichts des Gewinndrucks und des sinkenden Markenimages von BYD lockt dieser niedrigere Preis jedoch nicht gerade Käufer an. Gleichzeitig ist das Optionshandelsvolumen sprunghaft angestiegen: Fast 600.000 offenetrac– dreimal so viele wie im Juni.
Die nächste große Chance für das Unternehmen, sich zu erholen, liegt in den geplanten Markteinführungen im Inland. Die neuen Modelle und die Preisgestaltung von BYD könnten darüber entscheiden, ob die Anleger dem Unternehmen eine weitere Chance geben oder ihr Geld weiterhin abziehen.
Gary Tan, Fondsmanager bei Allspring Global Investments, fasste es so zusammen: „Strategische Entwicklungen, die BYD als Technologieführer und nicht nur als hocheffizienten Elektroautohersteller positionieren, könnten die Wahrnehmung der Anleger verändern und trotz kurzfristigen Abwärtsdrucks auf die Gewinne durch eine Neubewertung zu einem Kursanstieg der Aktie führen.“
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