BYD-Aktien fallen um 5 %, nachdem der Umsatz trotz einer Gewinnerholung im zweiten Quartal gesunken ist

- Die Aktien von BYD brachen am Montag in Hongkong um fast 5 % ein.
- Das Unternehmen verzeichnete im Gegensatz zu seinen Auslandsmärkten einen Abschwung auf seinem Inlandsmarkt.
- Auch ausländische Autohersteller haben in China mit Schwierigkeiten zu kämpfen.
Die BYD-Aktie fiel nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen am Freitag in Hongkong um fast 5 %. Zwar konnte der Elektroautohersteller seine fünf Quartale andauernde Verlustserie beenden, doch gelang dies nur, weil die stark gestiegenen internationalen Verkäufe – die mittlerweile über die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmachen – den deutlich schwächelnden chinesischen Markt retteten.
Die Halbjahreszahlen des Unternehmens zeigen des Auslandsumsatzes um 34 % auf 27 Milliarden US-Dollar, was mehr als 50 % des Gesamtumsatzes entspricht. Die internationale Expansion konnte einen schmerzhaften Rückgang von 31 % in China erfolgreich abfedern.
Allerdings belastete der Preiskampf im Inland weiterhin das Endergebnis, wodurch der Gesamtumsatz im ersten Halbjahr um 7,1 % auf 344,8 Milliarden Yuan (51 Milliarden US-Dollar) sank und der Nettogewinn der Aktionäre um 20,5 % auf 12,3 Milliarden Yuan (1,8 Milliarden US-Dollar) zurückging.
Dennoch zeigen Daten von Citi, dass der Nettogewinn des Elektroauto-Giganten im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 30 % auf 8,2 Milliarden Yuan gestiegen ist, was etwa 1,2 Milliarden US-Dollar entspricht.
BYD hat trotz geopolitischer Risiken Fortschritte auf ausländischen Märkten erzielt
BYD steht aufgrund des harten Wettbewerbs durch Unternehmen wie Geely und Xiaomi schon seit einiger Zeit unter Druck im Inland. Da die staatlichen Subventionen ausliefen, blieb dem Elektroautohersteller nichts anderes übrig, als in Europa und anderen globalen Märkten massiv zu expandieren, um weiter wachsen zu können.
Die wachsende Präsenz des Unternehmens auf ausländischen Märkten fällt jedoch mit zunehmenden globalen Handelskonflikten zusammen, insbesondere da Europa protektionistische Maßnahmen einführt, die darauf abzielen, seinen heimischen Automobilsektor vor chinesischer Konkurrenz zu schützen.
Im jüngsten Ergebnisbericht räumte das Unternehmen sogar ein, dass der globale Markt aufgrund zunehmender politischer Spannungen deutlich komplizierter geworden sei.
Das Unternehmen räumte jedoch auch ein, dass die schwache Verbrauchernachfrage in China, gepaart mit aggressivem Wettbewerb auf dem lokalen Markt und steigenden Kosten für Rohstoffe und Halbleiter, seine Gewinnmargen stark geschmälert hat. Nach Veröffentlichung des Berichts fiel die Aktie in Hongkong um fast 5 %.
Dennoch gelang es dem Unternehmen, Tesla in den ersten sechs Monaten des Jahres bei den Gesamtverkäufen von Elektrofahrzeugen zu übertreffen, obwohl sich die Verkäufe im Heimatmarkt China verlangsamten.
Die Auslandsumsätze machten im ersten Halbjahr erstmals den Großteil des Umsatzes von BYD aus, unterstützt durch einen Anstieg der Exporte um 68 % auf 792.000 Fahrzeuge. Zukünftig setzt der Elektroautohersteller zudem auf seine Marke Denza, umtronPräsenz im europäischen Premiumsegment zu stärken und dem Preiswettbewerb in China entgegenzuwirken.
BYD steht vor einer schwierigen Aufgabe
Das Wachstum von BYD im Ausland bietet einen Puffer gegen die Schwäche in China, doch die internationale Expansion des Unternehmens wird nicht ohne Herausforderungen verlaufen.
BYD sieht sich mit höheren Transportkosten, Handelshemmnissen, Zöllen, regulatorischen Hürden und einer zunehmenden Überwachung durch Regierungen konfrontiert, die die Auswirkungen chinesischer Elektrofahrzeugimporte auf die heimischen Hersteller in China befürchten. Dies könnte BYD daran hindern, das gleiche internationale Wachstumstempo zu erreichen.
Der deutliche Rückgang der Inlandseinnahmen unterstreicht jedoch auch den Druck auf das Kerngeschäft des Unternehmens. BYD muss möglicherweise eine aggressive Expansion im Ausland mit dem Bestreben, die Gewinnmargen in China zu sichern, in Einklang bringen.
Da internationale Umsätze dazu beigetragen haben, die schwache Inlandsnachfrage auszugleichen, befürchten Investoren zunehmend, dass diese Strategie angesichts des zunehmenden Wettbewerbs und der steigenden Handelsbarrieren kein nachhaltiges Gewinnwachstum bringen wird.
Auch ausländische Autohersteller haben in China zu kämpfen
Neben BYD erleben auch andere etablierte ausländische Automobilhersteller einen drastischen Einbruch in China, einem Markt, der jahrzehntelang exponentielles Wachstum beflügelt hat. Die Daten des zweiten Quartals belegen einen starken Rückgang: Die chinesischen Verkaufszahlen von Volkswagen, Mercedes-Benz, BMW und Porsche brachen im Vergleich zum Vorjahr um 30 bis 41 Prozent ein.
Alle diese Automobilhersteller verzeichneten im ersten Halbjahr einen Umsatzrückgang von über 20 % im chinesischen Markt im Vergleich zum Vorjahr. Dieser starke Rückgang im Inland beeinträchtigte ihre globale Rentabilität erheblich und machte die in anderen internationalen Märkten erzielten Gewinne zunichte.
Laut demdent Autoanalysten Lei Xing haben die deutschen Autohersteller in China gerade einige ihrer schwerstentracihrer Geschichte erlebt.
Angesichts dieser Rückgänge erklären einige Analysten, dass chinesische Autofahrer die einst beliebten ausländischen Autos mittlerweile als zu teuer und nicht mehr zeitgemäß empfinden. Selbst der US-amerikanische Konzern General Motors spürt die Auswirkungen: Früher erwirtschaftete das Unternehmen in China jährlich zwei Milliarden Dollar Gewinn, doch in den letzten zwei Jahren hat es dort erhebliche Verluste gemacht.
Auch die chinesischen Regulierungsbehörden gehen verstärkt gegen die Automobilindustrie vor und versprechen strenge Prüfungen der kurzen Entwicklungszyklen, um Sicherheitslücken bei neu auf den Markt gebrachten Modellen zu vermeiden. Der Fokus auf mehr Vorschriften schreckt zudem ausländische und einheimische Autohersteller ab.
Während chinesische Hersteller derzeit stark auf europäische Hybridverkäufe setzen, erwägt die Europäische Union neue Zölle auf chinesische Hybridfahrzeuge.
Dieser regulatorische Gegenwind baut auf den bestehenden EU-Strafmaßnahmen gegen rein elektrische Importe auf – Zölle, die auch Länder wie Brasilien und Mexiko eingeführt haben, um den aggressiven Zustrom chinesischer Automobilprodukte einzudämmen.
Wenn Sie das hier lesen, sind Sie schon einen Schritt voraus. Bleiben Sie mit unserem Newsletter auf dem Laufenden.
Häufig gestellte Fragen
Warum sind die BYD-Aktien um fast 5 % gefallen?
Die BYD-Aktie fiel um fast 5 %, nachdem die Halbjahresergebnisse einen Umsatzrückgang von 7,1 % und einen Rückgang des Nettogewinns um 20,5 % auswiesen. TrotztronAuslandsumsätze belasteten die schwache Nachfrage in China, der intensive Wettbewerb im Inland und steigende Kosten die Gesamtleistung des Unternehmens.
Um wie viel stiegen die Auslandsumsätze von BYD?
BYDs Auslandsumsatz stieg im ersten Halbjahr um 34 % auf rund 27 Milliarden US-Dollar und machte damit erstmals mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Auch die Exporte legten um 68 % auf 792.000 Fahrzeuge zu.
Wächst BYD trotz der Schwäche in China weiter?
Ja. BYD expandiert weiterhin international, wobei die Auslandsumsätze dazu beitragen, die sinkende Nachfrage und den starken Wettbewerb in China auszugleichen. Zölle, Handelshemmnisse, geopolitische Spannungen und regulatorische Kontrollen könnten die globale Expansion jedoch erschweren.

Nellius Irene
Nellius hat einen Abschluss in Betriebswirtschaft und IT und verfügt über fünf Jahre Erfahrung in der Kryptowährungsbranche. Sie ist außerdem Absolventin des Bitcoin Dada-Programms. Nellius hat für führende Medien wie BanklessTimes, Cryptobasic und Riseup Media geschrieben.
















