Bitcoin ignoriert Handelsabkommen. Was braucht es, um ihn auf ein Allzeithoch zu treiben?

- Bitcoin erreichte 105.000 US-Dollar, fiel aber schnell wieder und konnte sein Allzeithoch nicht erneut testen.
- Das Handelsabkommen zwischen den USA und Großbritannien sowie die Gespräche mit China haben den Kryptomärkten keinen Aufschwung beschert.
- On-Chain- und Derivatedaten liefern gemischte Signale mit steigendem Gewinnmitnahmerisiko.
Bitcoin durchbrach heute Morgen die Marke von 105.000 US-Dollar, konnte diesen Anstieg aber nicht halten. Trotz zweier wichtiger globaler Entwicklungen – einem Handelsabkommen zwischen den USA und Großbritannien sowie einem zweiten, bedeutenden Abkommen mit China – gab der Kurs deutlich nach.
Diese Ereignisse sollten als Katalysatoren wirken. Das taten sie nicht. Der gesamte Kryptomarkt brach innerhalb von 24 Stunden um 2 % ein, wodurch der Gesamtwert um 70 Milliarden US-Dollar sank und die Marktkapitalisierung laut Daten von CoinGecko auf 3,45 Billionen US-Dollar fiel.

Die Rückkehr des Bitcoin über die Sechsstellengrenze war eines der wenigen Ereignisse, die an den Börsen Beachtung fanden. Dennoch warteten die Händler auf mehr – einen vollständigen erneuten Test des Allzeithochs bei 109.588 US-Dollar.
Der Ausbruch blieb aus. Der Kurs stagnierte, die Dynamik ließ nach und aggressive Kaufaufträge gingen zurück.
Futures- und Spot-Signale stimmen nicht überein
Die Momentum-Indikatoren deuteten auftronStart hin. Der Spot-CVD-Kurs drehte ins Plus. Das Spot-Volumen erholte sich und erreichte wieder die untere Unterstützungszone, was auf Kaufinteresse hindeutete. Auch die ETF-Zuflüsse hielten an und stützten den Kurs zusätzlich. Die tatsächliche Handelsaktivität ließ jedoch bald darauf nach.
Der Terminmarkt hinkte hinterher. Das offene Interesse erholte sich nur langsam, und die Finanzierungssätze waren erst kürzlich wieder positiv. Ein Indiz stach jedoch hervor: Die Kurse von Perpetual CVD stiegen seit den Tiefstständen im März stetig an. Dies deutete auf einen verstärkten Einstieg aggressiverer Long-Positionen in den Markt hin.
Im Optionsmarkt spiegelte sich dieser Trend wider. Händler trieben das offene Interesse in die Höhe. Der Volatilitätsspread erholte sich, und die Schiefe blieb stark negativ. Dies deutet auf einetronAufwärtstendenz hin, aber auch auf ein erhöhtes Risiko, da zu viele Händler in dieselbe Richtung positioniert waren. Ein solches Ungleichgewicht führt häufig zu Liquidationen, wenn sich der Kurs gegen sie entwickelt.
On-Chain-Daten zeigen zunehmenden Druck
Die Aktivität in der Blockchain war geringer. Die Anzahl aktiver Adressen und das gesamte Transfervolumen stiegen langsam an. Gleichzeitig blieben die Netzwerkgebühren niedrig. Die realisierte Marktkapitalisierung – die den Wert der Coins anhand ihrer letzten Kursbewegung trac– begann wieder zu steigen. Dies lag jedoch nicht an einem Zustrom neuer Nutzer. Der Kapitalzufluss blieb schwach.
Das Verhältnis von kurzfristigen zu langfristigen Anlagen zeigte stattdessen, dass langfristige Anleger den Markt weiterhin dominierten. Kurzfristige Anleger blieben in der Minderheit und zeigten wenig Interesse am Einstieg. Das Halteverhalten bliebtron, was aber auch bedeutete, dass kaum neue Nachfrage aufkam.
Die aktuelle Situation ist riskant. 94 % des gesamten Bitcoin Angebots befinden sich derzeit im Gewinn. Der NUPL – der trac– nähert sich euphorischen Werten. Das Verhältnis von realisiertem Gewinn zu Verlust (RPL) hat 2,38 erreicht, was bedeutet, dass Anleger erhebliche Gewinne erzielt haben. Dies bietet ihnen einen klaren Anreiz zum Verkauf.
Trotz dieses Drucks könnte diese Konstellation länger anhalten. Solange die Nachfrage weiter steigt – insbesondere von neuen Marktteilnehmern –, kann sich diese Marktstruktur über mehrere Wochen erstrecken. Das ist in früheren Zyklen während Aufwärtsphasen bereits vorgekommen.
Eines dertronSignale ist derzeit der realisierte Preis, also der durchschnittliche Einstandspreis aller Bitcoin Besitzer. Historisch gesehen deutet ein Rückgang dieses Wertes auf Schwäche hin. Das ist hier jedoch nicht der Fall. Der realisierte Preis steigt weiterhin.
Der Grund? Institutionelle Anleger kaufen. Firmen wie Strategy erwerben große Mengen Bitcoin Bitcoin dass der Aufwärtstrend noch nicht gebrochen ist.
Während Bitcoin stabil blieb, stürzte der Goldpreis ab. Er fiel auf 3.208 US-Dollar pro Unze und erreichte damit fast sein Monatstief. Dieser Kontrast verdeutlichte, wie Bitcoin seine Position auch ohne Aufwärtsdynamik behaupten konnte.
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung notierte Bitcoin bei 102.800 US-Dollar. Innerhalb der letzten 24 Stunden wurden am Markt gehebelte Positionen im Wert von insgesamt 699,71 Millionen US-Dollar liquidiert. Long-Positionen trugen mit 484,85 Millionen US-Dollar den größten Teil zum Verlust bei, während Short-Positionen 214,86 Millionen US-Dollar verloren.
Bitcoin Händler verloren dabei am meisten – 80,02 Millionen US-Dollar. Ethereum folgte mit 45,49 Millionen US-Dollar. Alle anderen Kryptowährungen trugen weitere 31,53 Millionen US-Dollar zum Gesamtverlust bei. Den größten Einzelverlust verzeichnete Bybit mit dem BTC/USD-Paar, wo eine Position im Wert von 11 Millionen US-Dollar liquidiert wurde.
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Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
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