Bitcoin Hype ist zurück, aber ist alles nur Blendwerk?

- Der Wert von Bitcoinstieg nach dem Prozess um 55 % und widerlegte damit die Skepsis nach den aufsehenerregenden Rechtsstreitigkeiten in der Kryptoindustrie.
- Auch andere Kryptowährungen wie FTT und Solanaverzeichnen deutliche Wertsteigerungen, was auf eine breitere Markterholung hindeutet.
- Risikokapitalgeber zeigen erneut Interesse an „Web3“ und NFTs, was auf ein wiedererwachtes Vertrauen in das Potenzial von Kryptowährungen hindeutet.
Bitcoin-Geschichte hat eine weitere abrupte Wendung genommen und Skeptiker wie Enthusiasten gleichermaßen verblüfft. Gerade als die Welt dachte, Bitcoin Hype sei endgültig vorbei, insbesondere nach den Aufsehen erregenden Verurteilungen von Sam Bankman-Fried, dem ehemaligen CEO von FTX, und Changpeng Zhao von Binance, hat die digitale Währung ein fulminantes Comeback gefeiert. Ist dieses Wiederaufleben ein echtes Zeichen für dauerhaften Wert oder erleben wir nur eine Illusion in der volatilen Welt der Kryptowährungen?
Ein überraschender Aufschwung inmitten von Kontroversen
Nach dem Prozess ist der Wert von Bitcoinum etwa 55 % in die Höhe geschnellt – ein Wert, der die Kritiker Lügen straft. Dieser Aufschwung beschränkt sich nicht auf Bitcoin; auch andere Kryptowährungen, die einst als dem Untergang geweiht galten, erleben einen ähnlichen Aufschwung. Nehmen wir beispielsweise FTT, den Token des inzwischen insolventen FTX, dessen Wert sich mehr als verdoppelt hat. Oder Solana, das unter den Folgen des FTX-Skandals litt und dessen Wert sich erstaunlicherweise vervierfacht hat.
Die Risikokapitalgeber des Silicon Valley, die sich kurzzeitig vom Begriff „Web3“ – einem Konzept, das die Dominanz von Kryptowährungen im Internet suggerierte – distanziert hatten, sind nun wieder voll dabei und propagieren diese visionäre Idee mit großem Eifer. NFTs (Nonfungible Tokens), die früher belächelt wurden, sind wieder im Trend. Die Comicfiguren mit Schimpansen und Zauberern sind nicht mehr nur digitale Kunst, sondern begehrte Investitionen. Sogar Axie Infinity, ein Spiel, bei dem man durch Spielen Geld verdienen kann und das wegen irreführender Werbung kritisiert wurde, soll angeblich vor einem Comeback stehen.
Bitcoin -ETFs: Ein Wendepunkt oder nur eine Fassade?
Der jüngste Aufschwung von Bitcoin und verwandten Kryptowährungen ist größtenteils auf die Begeisterung der Anleger zurückzuführen, die durch die Zulassung von Bitcoin -ETFs durch die US-Börsenaufsicht SEC ausgelöst wurde. Dieser Schritt, ein bedeutender Meilenstein, ermöglicht es Anlegern, in Bitcoin am Aktienmarkt zu investieren, ähnlich wie bei traditionellen Indexfonds. Doch der Haken an der Sache: Die Zulassung erfolgte nach einem Hackerangriff, was darauf hindeutet, dass in der Kryptowelt nicht alles Gold ist, was glänzt.
Kritiker sind empört und sehen die Genehmigung der SEC als historisch fragwürdigen Schritt, der ahnungslose Anleger gefährden könnte. Dennis Kelleher, ein prominenter Verfechter der Finanzmarktregulierung, äußert Bedenken hinsichtlich der Entscheidung der SEC, ein Finanzprodukt zuzulassen, das er als spekulativ und volatil einstuft. Die Kryptoindustrie hingegen feiert dies als Legitimationsschritt. Briantron, CEO von Coinbase, sieht darin eine Bestätigung für die Beständigkeit und das Potenzial von Kryptowährungen.
Doch Vorsicht! Die Zustimmung von SEC-Chef Gary Gensler war alles andere als uneingeschränkt. Gensler hebt einen entscheidenden Unterschied zwischen traditionellen, durch Edelmetalle gedeckten Finanzinstrumenten und Bitcoin -ETFs hervor: Letztere hätten seiner Ansicht nach keinen gesellschaftlichen Nutzen und seien mit Problemen wie Volatilität und der Nutzung für illegale Aktivitäten behaftet.
Die jüngsten Handelsvolumina von Coinbase zeichnen ebenfalls ein ernüchterndes Bild. Ihr Handelsvolumen für Privatkunden, das 2021 einen Höchststand von 177 Milliarden US-Dollar erreichte, brach im letzten Quartal auf lediglich 11 Milliarden US-Dollar ein. Dieser Rückgang deutet darauf hin, dass die tatsächliche Nachfrage nach digitalen Währungen trotz des Hypes nachlassen könnte.
Dann gibt es noch die Theorie von David Gerard, einem Krypto-Skeptiker und Autor. Er argumentiert, dass der jüngste Preisanstieg von Bitcoin weniger auf organische Marktnachfrage als vielmehr auf institutionelle Manipulation zurückzuführen ist. Seiner Ansicht nach hängen die Kursbewegungen von Bitcoinweniger mit Marktdynamiken zusammen, sondern vielmehr mit Machenschaften im Zusammenhang mit beträchtlichen Krediten des umstrittenen Stablecoin-Emittenten Tether.
Trotz dieser Bedenken sind Befürworter optimistisch, dass die neuen ETFs mit ihren niedrigeren Gebühren und der Anbindung an seriöse Finanzinstitute die öffentliche Wahrnehmung von Kryptowährungen verändern werden. Doch diematic Aspekte dieser Entwicklung lassen sich kaum ignorieren. Einerseits könnten diese ETFs von den Kryptobörsen selbsttrac. Warum sollte man sich mit direkten Kryptotransaktionen herumschlagen, wenn ETFs eine einfachere Alternative bieten? Andererseits geben die Marketingstrategien der Kryptoindustrie Anlass zu Zweifeln. Sind ETFs nur der erste Schritt auf einem irreführenden Weg für Anleger?
Die Vanguard Group Inc. hat sich, entgegen der gängigen Praxis in der Branche, geweigert, diese neuen ETFs anzubieten, mit der Begründung, Kryptowährungen passten nicht in ein ausgewogenes Anlageportfolio. Dieser Schritt unterstreicht die Skepsis hinsichtlich der langfristigen Eignung von Kryptowährungen als gängige Anlageoption.
Letztendlich mussten diejenigen, die nach der SEC-Zulassung auf Bitcoin aufgesprungen waren, Verluste hinnehmen. Dieses Szenario verdeutlicht die Unberechenbarkeit von Kryptowährungen und wirft Fragen hinsichtlich der Rolle von Blockchains bei der Bewältigung von Herausforderungen im Finanzsystem auf.
Wenn Sie das hier lesen, sind Sie schon einen Schritt voraus. Bleiben Sie mit unserem Newsletter auf dem Laufenden.
Haftungsausschluss: Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Cryptopolitanübernimmt keine Haftung für Investitionen, die auf Grundlage der Informationen auf dieser Seite getätigt werden. Wirtronempfehlen dringend, vor jeder Anlageentscheidung eigene Recherchen durchzuführendent /oder einen qualifizierten Fachmann zu konsultieren

Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
CRASH-KURS
- Mit welchen Kryptowährungen kann man Geld verdienen?
- Wie Sie Ihre Sicherheit mit einer digitalen Geldbörse erhöhen können (und welche sich tatsächlich lohnen)
- Wenig bekannte Anlagestrategien, die Profis anwenden
- Wie man mit dem Investieren in Kryptowährungen beginnt (welche Börsen man nutzen sollte, welche Kryptowährung am besten zum Kauf geeignet ist usw.)














