Laut einem russischen Bericht gehört ein Kryptowährungs-Crash zu den „Schwarzen Schwänen“, die die Weltwirtschaft in diesem Jahr schädigen könnten.
Die Autoren des Prognosepapiers gehen davon aus, dass ein Zusammenbruch des Marktes für digitale Vermögenswerte ähnliche negative Auswirkungen hätte wie eine Euro-Schuldenkrise.
Russland betrachtet den Krypto-Crash als ein großes Risiko für die wirtschaftliche Stabilität
Die Roscongress Foundation, ein führendes russisches Entwicklungsinstitut, geht davon aus, dass ein Zusammenbruch des Kryptomarktes in den kommenden Monaten zu einem unvorhergesehenen Ereignis werden könnte.
Auch wenn dies derzeit unwahrscheinlich ist, würde es, falls es doch eintritt, sicherlich anderen Märkten großen Stress bereiten, warnt die Organisation in ihrem Bericht „Wichtige Ereignisse 2026. Geoökonomie. Prognosen. Hauptrisiken“.
Die Stiftung steht hinter einigen der wichtigsten Wirtschaftskonferenzen Russlands, darunter das Internationale Wirtschaftsforum St. Petersburg (SPIEF), das Östliche Wirtschaftsforum, die Russische Energiewoche und das Eurasische Wirtschaftsforum.
Gleiches gelte auch für andere mögliche Entwicklungen wie eine Staatsschuldenkrise in der Eurozone, einen chinesischen Militärangriff auf Taiwan oder einen groß angelegten „Tankerkrieg“ auf den Weltmeeren, stellte die Organisation fest.
Sollten sie jedoch eintreten, werden die Folgen für die Weltwirtschaft erheblich sein, betonte Roscongress laut der Nachrichtenagentur RIA Novosti und der Wirtschaftszeitung RBC.
„Schwarze Schwäne“ sind in der Regel schwer vorherzusagen und können vielfältiger Natur sein, beispielsweise eine große Finanzkrise oder eine globale Pandemie. Die Einbeziehung von Kryptowährungen in die Liste potenzieller Risiken unterstreicht deren wachsende Bedeutung in diesem Kontext.
Vor diesem Hintergrund kommentierte Roscongress:
„Zu den potenziellen ‚Schwarzen Schwänen‘-Ereignissen zählt ein Einbruch des Kryptowährungsmarktes. Derzeit erscheint dies unwahrscheinlich. Prognosen für Bitcoin, die größte Kryptowährung, deuten auf einen anhaltenden Aufwärtstrend hin.“
Die Stiftung stellte fest, dass immer mehr institutionelle Anleger Bitcoinkaufen und geht davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Niedrigere Zinsen könnten sich ebenfalls positiv auf die Preise von Kryptowährungen auswirken, fügte sie hinzu.
Im Falle eines Crashs wären die Aufsichtsbehörden und Währungsbehörden jedoch nicht in der Lage, die Belastung zu bewältigen, da Bitcoinzunehmend in das Finanzsystem integriert werde, so das Fazit der Institution in ihrem Bericht.
Auch andere Szenarien bergen erhebliche Risiken
Die russischen Analysten haben die anderen Kandidaten für „Schwarze Schwäne“ näher erläutert. Obwohl ein Angriff Chinas auf Taiwan in diesem Jahr unwahrscheinlich ist, würde ein Schritt in diese Richtung bedeutende Veränderungen in der geopolitischen und geoökonomischen Landschaft mit sich bringen.
Ein unerwartetes Scheitern der Konjunkturmaßnahmen in Deutschland, der wirtschaftlichen Großmacht Europas, sowie eine politische Pattsituation in Frankreich könnten einen Kapitalabfluss aus der Europäischen Union auslösen, stellten sie ebenfalls fest.
Solche Entwicklungen werden die Risikoprämien auf dem alten Kontinent erhöhen, wo der aktuelle Schuldenstand bereits ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen aufkommen lässt.
Das russische Institut bezog sich zudem auf eine seiner früheren, im November veröffentlichten Studien, die nahelegt, dass die Vereinigten Staaten versuchen, ihr Schuldenproblem durch die Verabschiedung des GENIUS Act. Letzterer verpflichtet Emittenten von auf US-Dollar lautenden Stablecoins, US-Staatsanleihen in ihren Reserven zu halten.
„Eines der Ziele des Teams des US-dentist es, eine neue Investorengruppe für den Markt für US-Staatsanleihen zutrac. Diese haben traditionell Investitionen in Staatsanleihen vermieden, um der staatlichen Kontrolle zu entgehen, investieren aber bereitwillig in Kryptowährungen“, erklärte Roscongress.
Die Stiftung erwog ferner, dass „ein ernsthaftes Risiko für die Weltwirtschaft in einem starken Anstieg der Angriffe auf Schiffe und dem Ausbruch eines groß angelegten ‚Tankerkriegs‘ liegen könnte.“ Ein solcher Konflikt würde die Lieferketten ernsthaft stören und den Welthandel negativ beeinflussen.
Insgesamt gehen die russischen Experten davon aus, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2026 weniger Turbulenzen erleben wird als im Vorjahr, räumen aber ein, dass die Wachstumsraten wahrscheinlich zu den niedrigsten seit der Finanzkrise von 2008 gehören werden.

