NEUESTE NACHRICHTEN
FÜR SIE AUSGEWÄHLT
WÖCHENTLICH
BLEIBEN SIE AN DER SPITZE

Die besten Krypto-Einblicke direkt in Ihren Posteingang.

Japan erhöht die Zinssätze zum ersten Mal seit fast zwei Jahrzehnten

VonJai HamidJai Hamid
3 Minuten Lesezeit
Japan erhöht die Zinssätze zum ersten Mal seit fast zwei Jahrzehnten
  • Die japanische Zentralbank hat die Zinssätze zum ersten Mal seit 2007 angehoben und damit ihre langjährige Negativzinspolitik beendet.
  • Die Entscheidung markiert eine bedeutende Abkehr von über einem Jahrzehnt ultralockerer Geldpolitik zur Bekämpfung der Deflation.
  • Die Bank von Japan strebt nun eine Spanne von null bis 0,1 Prozent für den Tagesgeldsatz an und entfernt sich damit von ihrem vorherigen Zinssatz von minus 0,1 Prozent.

Kommen wir gleich zur Sache: Japan hat einen gewaltigen Schritt gewagt und die Zinsen erstmals seit 2007 angehoben. Ja, Sie haben richtig gelesen. Nach Jahren scheinbar endloser Negativzinsen hat die Bank von Japan beschlossen, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Unter der Führung von Kazuo Ueda steuert die japanische Zentralbank einen neuen Kurs an, um die trüben Gewässer der Deflation endgültig hinter sich zu lassen.

Das Ende einer Ära

Kazuo Ueda, der Chef der Bank of Japan, hat die Ära des extrem lockeren Geldes im Wesentlichen beendet. Dies ist keine bloße Anpassung, sondern eine vollständige Abkehr von den Strategien, die Japans Wirtschaftspolitik über ein Jahrzehnt lang defihaben. Indem Japan den Leitzins auf ein Niveau um null bis 0,1 Prozent senkt, verabschiedet es sich von seiner Negativzinspolitik – ein mutiger Schritt, der Japan als letzte der großen Zentralbanken von diesem Vorhaben abhebt.

Erinnern Sie sich an 2016? Damals senkte die Bank of Japan in einem etwas verzweifelten Versuch, die Kreditvergabe und die Konsumausgaben anzukurbeln, die Zinsen in den negativen Bereich. Sie war mit diesem ungewöhnlichen Vorgehen nicht allein; Europa und einige nordische Länder schlossen sich an, sehr zum Leidwesen der Sparer weltweit. Dieses riskante Manöver gegen die Deflation hielt die Wirtschaft zwar über Wasser, aber nicht ohne Folgen: Die Banken gerieten unter Druck, und Zombie-Unternehmen – also solche, die eigentlich hätten pleitegehen müssen – hielten sich irgendwie über Wasser.

Ueda und sein Team setzen nun auf eine bessere Zukunft. Sie haben genügend positive Anzeichen gesehen, wie beispielsweise deutliche Lohnerhöhungen für Angestellte großer japanischer Unternehmen (die größten seit 1991!), um davon überzeugt zu sein, dass die moderate Inflation kein vorübergehender Trend ist. Unternehmen erhöhen ihre Preise, die Löhne steigen aufgrund des Arbeitskräftemangels, und Investoren beginnen endlich an Japans wirtschaftliche Erholung zu glauben. Der Nikkei 225 brach im Februar sogar einen 34 Jahre alten Rekord.

Die Auswirkungen von Japans Schritt

Trotz dieser positiven Entwicklung ist nicht mit drastischen Zinserhöhungen in Japan zu rechnen. Die Bank of Japan (BoJ) agiert zurückhaltend und deutet an, dass künftige Zinserhöhungen langsam und stetig erfolgen werden, insbesondere da die Inflation die angestrebte 2-Prozent-Marke noch nicht erreicht hat. Diese vorsichtige Herangehensweise führte zwar zu einem Kursverfall des Yen gegenüber dem Dollar, doch Aktienindizes wie der Nikkei 225 und der Topix legten sogar zu.

Doch jetzt wird es brisant: Neben der Zinserhöhung gibt die Bank of Japan (BoJ) auch ihre Steuerung der Zinskurve auf und stellt den Kauf von ETFs und Immobilien-Investmentfonds abrupt ein. Sie will zwar weiterhin japanische Staatsanleihen erwerben, aber die Botschaft ist klar: Japans Wirtschaft benötigt zwar möglicherweise noch Unterstützung, doch es ist an der Zeit, die Zügel etwas zu lockern.

Apropos Rücknahme: Die Bank von Japan behandelt Einlagen bei der Zentralbank nun etwas anders und legt einen Zinssatz von 0,1 Prozent fest. Dies stellt eine deutliche Abkehr von der bisherigen Praxis dar, bei der ein dreistufiges System die negativen Auswirkungen der Negativzinsen auf die Bankgewinne abfedern sollte. Uedas mutiger Schritt, an mehreren Fronten die Reißleine zu ziehen, signalisiert einen bedeutenden Strategiewechsel, der zwar nicht überall auf Zustimmung stößt, aber dennoch entscheidend ist.

Ökonomen beobachten die Entwicklung genau. Einige, wie Sayuri Shirai, ehemaliges Vorstandsmitglied der Bank of Japan, würdigen Uedas mutigen Schritt, obwohl die wirtschaftlichen Bedingungen für eine Zinserhöhungswelle noch nicht günstig sind. Andere, wie der UBS-Ökonom Masamichi Adachi, sehen dies erst als Anfang und prognostizieren weitere Zinserhöhungen, sollte die US-Wirtschaft weiterhintronbleiben.

Seien wir ehrlich: Japans Entscheidung ist ein Wagnis, aber ein wohlüberlegtes. Die Bank of Japan setzt auf einen nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung, getragen von steigenden Löhnen und Konsumausgaben. Dabei geht sie jedoch nicht leichtfertig vor. Das geplante Tempo der Zinserhöhungen ist wohlüberlegt und zielt darauf ab, die fragile Erholung zu fördern, ohne sie zu ersticken. Dieser Balanceakt zwischen Wachstumsförderung und Vermeidung einer Überhitzung ist knifflig, aber Japan scheint bereit, ihn anzunehmen.

Wenn Sie das hier lesen, sind Sie schon einen Schritt voraus. Bleiben Sie mit unserem Newsletter auf dem Laufenden.

Diesen Artikel teilen

Haftungsausschluss: Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Cryptopolitanübernimmt keine Haftung für Investitionen, die auf Grundlage der Informationen auf dieser Seite getätigt werden. Wirtronempfehlen dringend, vor jeder Anlageentscheidung eigene Recherchen durchzuführendent /oder einen qualifizierten Fachmann zu konsultieren

MEHR … NACHRICHTEN
DEEP CRYPTO
CRASH-KURS