NEUESTE NACHRICHTEN
FÜR SIE AUSGEWÄHLT
WÖCHENTLICH
BLEIBEN SIE AN DER SPITZE

Die besten Krypto-Einblicke direkt in Ihren Posteingang.

Baidu visiert Australien an, nachdem Apollo Go-Robotaxis in China profitabel geworden sind

VonNellius IreneNellius Irene
3 Minuten Lesezeit
Baidu visiert Australien an, nachdem Apollo Go-Robotaxis in China profitabel geworden sind
  • Der Robotaxi-Service Apollo Go von Baidu ist nach mehr als 14 Millionen Fahrten in einigen chinesischen Städten mittlerweile profitabel.
  • Das Unternehmen plant eine Expansion nach Australien, Südostasien, in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Europa; Markteinführungen in Großbritannien und Deutschland werden bis 2026 erwartet.
  • Die Autos von Baidu sind in der Herstellung günstiger als die der Konkurrenz, aber das Unternehmen steht dennoch vor Herausforderungen in den Bereichen Regulierung, Sicherheit und öffentliches Vertrauen.

Baidu Inc. bereitet sich darauf vor, seinen fahrerlosen Taxidienst weltweit einzuführen, nachdem er mit seinen Apollo Go-Robotaxis in mehreren chinesischen Städten bereits Gewinne erzielt hat. Führungskräfte geben an, dass Australien ganz oben auf der Liste potenzieller neuer Märkte steht.

Dieser Meilenstein markiert einen Wendepunkt für das Unternehmen. Nach jahrelangen hohen Investitionen in künstliche Intelligenz und autonome Fahrtechnologie beginnt Baidus Geschäft mit autonomen Fahrzeugen nun zu beweisen, dass es eigenständig bestehen kann.

Apollo Gos Erfolg im Inland bildet die Grundlage für die Expansion ins Ausland. Seit dem Start hat das Unternehmen über 14 Millionen Fahrten absolviert und verzeichnet Millionen von Fahrten pro Quartal. Allein im zweiten Quartal 2025 wurden 2,2 Millionen vollautomatische Fahrten durchgeführt – fast zweieinhalb Mal so viele wie im Vorjahr.

Obwohl die Gewinne noch bescheiden sind, hält Baidu globale Pilotprojekte für rentabel, sofern sich die Kosten jedes einzelnen Fahrzeugs decken. Das Unternehmen hat bereits Gespräche mit australischen Behörden über mögliche Einsätze geführt. Auch mit Regulierungsbehörden in Südostasien, wo Städte wie Singapur und Kuala Lumpur Rahmenbedingungen für autonomes Fahren entwickeln, ist Baidu im Gespräch.

Baidu baut ein globales Robotaxi-Netzwerk auf

Baidu konzentriert sich nicht nur auf Australien, sondern strebt eine Expansion über Asien hinaus an. Anfang des Monats erhielt Apollo Go 50 weitere Testlizenzen in Dubai und verdoppelte damit seine Flotte in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf rund hundert Fahrzeuge. Laut der Straßen- und Verkehrsbehörde Dubais könnte die Partnerschaft in den nächsten Jahren auf über 1.000 vollautonome Fahrzeuge anwachsen.

Und dann ist da noch Baidu in Europa, das zwar vorsichtig, aber dennoch ambitioniert vorgeht. Das Unternehmen gründete eine Schweizer Gesellschaft, um die lokalen Gesetze zur Datenspeicherung einzuhalten, und stellte Mitarbeiter vor Ort ein, um die Abläufe zu überwachen.

Vereinbarungen mit amerikanischen Fahrdienstvermittlern eröffnen weitere Möglichkeiten. Eine Kooperation mit Uber ermöglicht es Apollo Go, Fahrzeuge in bestimmten internationalen Märkten einzusetzen, mit Ausnahme von China und den USA. Gleichzeitig ebnet eine Partnerschaft mit Lyft den Weg für Markteinführungen in Großbritannien und Deutschland ab 2026, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen.

Europa birgt jedoch eigene Hürden. Technische Schwierigkeiten und Bedenken hinsichtlich Cybersicherheit, Datenschutz und Verkehrssicherheit verlangsamen den Zulassungsprozess. Halton Niu, Geschäftsführer der Auslandsabteilung für intelligentes Fahren bei Baidu, merkte an, dass einige Regulierungsbehörden anfangs zögern könnten. Doch die Erfahrung mit Apollo Go im Einsatz ändert oft die Meinung. Bei einem Besuch des Baidu-Campus in Peking im Juni fuhr diedent der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, sogar selbst mit einem Robotaxi.

Baidu sieht sich zunehmendem Wettbewerb und Risiken gegenüber

Baidu ist nicht das einzige Unternehmen, das versucht, lukrative Robotaxi-Dienste aufzubauen. Konkurrenten wie Waymo (Alphabet) und Cruise (unterstützt von General Motors) bauen ihre Flotten ebenfalls aus, während Tesla weiterhin umfassendere autonome Fahrfunktionen für seine Fahrzeuge verspricht.

Analysten zufolge zeichnet sich Baidu vor allem durch den Preis aus. Dank Chinas etablierter Lieferkette für Elektrofahrzeuge sind Apollo Go-Fahrzeuge in der Herstellung und im Einsatz kostengünstiger als westliche Konkurrenten. Dieser Preisvorteil könnte insbesondere in preissensiblen Märkten wie Südostasien und Australien von Bedeutung sein.

Dennoch steht Baidu vor großen Herausforderungen, wenn es darum geht, die Regulierungsbehörden zu überzeugen, das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewinnen und die Fahrzeuge an unterschiedliche Verkehrssysteme anzupassen. Bislang ist das Unternehmen nur in wenigen chinesischen Städten profitabel, und der globale Ausbau des Geschäfts erfordert weitere Investitionen.

Seit 2013 hat Baidu Milliarden in die Forschung zum autonomen Fahren investiert und eine Flotte von über 1.000 Fahrzeugen aufgebaut, die in China und im Ausland im Einsatz sind. Nachdem Apollo Go nun die Gewinnschwelle erreicht hat, erklärt das Unternehmen, dass sich die jahrelangen Investitionen endlich auszahlen.

Für australische Pendler könnte das Baidu-Robotaxi jedoch schon bald verfügbar sein. Die Ära rückt näher, da Chinas größte Suchmaschine ihre fahrerlosen Autos zu einem globalen Geschäft ausbaut.

Die klügsten Köpfe der Krypto-Szene lesen bereits unseren Newsletter. Möchten Sie auch dabei sein? Dann schließen Sie sich ihnen an.

Diesen Artikel teilen
MEHR … NACHRICHTEN
DEEP CRYPTO
CRASH-KURS