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Australiens Arbeitsmarkt verliert an Dynamik, die Arbeitslosigkeit erreicht 4,5 %

VonNellius IreneNellius Irene
3 Minuten Lesezeit
Australiens Arbeitsmarkt verliert an Dynamik, die Arbeitslosigkeit erreicht 4,5 %
  • Die Arbeitslosenquote in Australien kletterte im September auf 4,5 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit 2021.
  • Es wurden lediglich 14.900 Arbeitsplätze geschaffen, was unter den erwarteten 20.000 liegt.
  • Händler sehen nun eine 70%ige Wahrscheinlichkeit, dass die Reserve Bank of Australia (RBA) die Zinssätze im November von derzeit 3,6% senken wird.

Australiens Arbeitslosenquote schnellte im September auf 4,5 % hoch und erreichte damit den höchsten Stand seit fast vier Jahren. Dieser unerwartete Anstieg überraschte Wirtschaftsexperten und deutet darauf hin, dass sich der zuvor robuste Arbeitsmarkt abzukühlen beginnt.

Die neuesten Daten des australischen Statistikamts (ABS), die am Donnerstag veröffentlicht wurden, wiesen für September einen Anstieg der Beschäftigung um 14.900 aus und blieben damit hinter den Prognosen von 20.000 zurück. Gleichzeitig fanden mehr Australier eine Arbeit oder begannen mit der Suche, wodurch die Erwerbsbeteiligungsquote leicht auf 67 % stieg.

Der deutliche Anstieg der Arbeitslosigkeit ist ein Zeichen für eine sich abschwächende Konjunktur, da Arbeitgeber weniger Personal einstellen und die Verbrauchernachfrage nachlässt. Der Anstieg von 4,3 % auf 4,5 % deutet laut Analysten darauf hin, dass die Einstellungsrate nach Monaten stetigen und unauffälligen Beschäftigungswachstums, das von Märkten, Politikern und Millionen weniger gefährdeter Arbeitnehmer weitgehend unbeachtet blieb, nun eine entscheidende Wende erreicht hat.

Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten ging leicht zurück, doch der Anstieg der Teilzeitbeschäftigung, der oft auf eine schwächere Nachfrage hindeutet, glich diesen Rückgang aus. Ökonomen sehen Anzeichen dafür, dass die hohen Zinsen, die derzeit bei 3,6 % liegen, sich allmählich bemerkbar machen.

Australien hatte zuletzt Ende 2021, gegen Ende der Erholungsphase nach der Pandemie, eine so hohe Arbeitslosenquote.

Die Märkte setzen auf Zinssenkungen

Die Finanzmärkte reagierten umgehend auf die Nachricht. Die Renditen dreijähriger australischer Staatsanleihen fielen um elf Basispunkte – der stärkste Tagesverlust seit Mai. Anleger spekulierten darauf, dass die australische Zentralbank die Zinsen bis November senken müsse. Der australische Dollar gab um etwa ein halbes Prozent nach, was die Wahrscheinlichkeit einer lockeren Geldpolitik erhöht.

Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im nächsten Monat liegt laut Bloomberg-Daten nun bei rund 70 %. Ökonomen gehen davon aus, dass die RBA den cash auf 3,35 % senken wird, falls die im Laufe dieses Monats erwarteten Wirtschaftsdaten eine Abschwächung des Preisdrucks zeigen.

Die Wirtschaft befinde sich in einer „ziemlich guten Lage“, und die Inflation dürfte mittelfristig nicht aus dem Zielkorridor von 2–3 % herausfallen, sagte Gouverneurin Michele Bullock kürzlich in einer Anhörung vor einem Parlamentsausschuss. Sie merkte jedoch auch an, dass die geldpolitischen Rahmenbedingungen noch „etwas restriktiv“ seien, was impliziert, dass Spielraum für eine Lockerung bestehe, sollte das Wachstum nachlassen.

Das Protokoll der RBA-Sitzung vom September zeigte, dass der Vorstand eine Zinssenkung als kontraproduktiv ablehnte, da er befürchtete, die Inflation könnte durch eine zu starke Verknappung des Arbeitsmarktes wieder anheizen. Die jüngsten Arbeitslosenzahlen könnten diese Einschätzung jedoch verändern.

Marcel Thieliant von Capital Economics erklärte, die jüngsten Arbeitsmarktzahlen ebneten der australischen Zentralbank (Reserve Bank of Australia) wahrscheinlich den Weg für eine baldige Zinssenkung. Er merkte an, die Zentralbank werde die Daten als weiteren Beleg dafür werten, dass ihre restriktiven Maßnahmen die Nachfrage erfolgreich dämpfen.

Globale Gegenwinde stellen Australiens Widerstandsfähigkeit auf die Probe

Die australische Wirtschaft verzeichnet seit Anfang 2024 ein verlangsamtes Wachstum, vor allem aufgrund geringerer Konsumausgaben und globaler Unsicherheit. Die Konjunkturabschwächung in China, dem wichtigsten Handelspartner des Landes, hat die Exporte – insbesondere von Eisenerz und Kohle – gedämpft.

Geopolitische Spannungen und die sich wandelnde US-Handelspolitik haben die Unsicherheit auf den globalen Märkten zusätzlich verstärkt. US-Finanzminister Scott Bessent warnte kürzlich, Washington werde die Aussetzung der Zölle auf chinesische Importe zwar fortsetzen, aber auch, dass neue Exportkontrollen beider Seiten erneut zu Spannungen zwischen den beiden Wirtschaftsmächten führen könnten.

Für Australien könnte eine anhaltende Verlangsamung des chinesischen Wirtschaftswachstums die Nachfrage nach wichtigen Exportgütern weiterhin belasten und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Inland verschärfen.

Dennoch befindet sich Australien im Vergleich zu anderen Industrieländern nach Ansicht der politischen Entscheidungsträger in einer guten Position. Die Inflation hat sich stetig abgeschwächt, die Reallöhne beginnen zu steigen, und das Bevölkerungswachstum durch Zuwanderung stützt weiterhin die langfristige Nachfrage.

Ökonomen warnen jedoch davor, dass die RBA vor einer schwierigen Gratwanderung steht: Eine zu frühe Senkung der Zinsen könnte die Inflation anheizen, ein zu langes Warten könnte die Konjunkturabschwächung verschärfen.

Die leitende Ökonomin der ANZ, Catherine Birch, erklärte, die jüngsten Daten verdeutlichten das heikle Gleichgewicht, das die australische Zentralbank wahren müsse. Angesichts steigender Arbeitslosigkeit und nachlassender Inflation spräche die Argumentation für eine Lockerung der Geldpolitik zwartron, sei aber nicht ohne Risiken.

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