Apple und Google umgehen das texanische Gesetz zur Altersverifizierung, da ein Richter es blockiert

- Richter Robert Pitman verhinderte das Inkrafttreten des texanischen Gesetzes zur Altersverifizierung in App-Stores zum 1. Januar mit der Begründung, es verstoße wahrscheinlich gegen den ersten Verfassungszusatz.
- Das Gesetz hätte Apple und Google gezwungen, das Alter zu überprüfen und die Zustimmung der Eltern einzuholen, bevor Minderjährige Apps herunterladen könnten.
- Ähnliche Gesetze in Utah und Louisiana stehen vor der gleichen rechtlichen Unsicherheit, da der Kongress eine nationale Version erwägt.
Ein Bundesgericht hat ein texanisches Gesetz gestoppt, das App-Stores verpflichtet hätte, das Alter der Nutzer vor dem Herunterladen von Apps zu überprüfen. Das Gesetz sollte am 1. Januar in Kraft treten.
Richter Robert Pitman erließ eine einstweilige Verfügung, die das Inkrafttreten des texanischen App-Store-Rechenschaftsgesetzes (SB 2420) verhinderte. Er schrieb, das Gesetz sei vergleichbar mit der Verpflichtung „jeder Buchhandlung, das Alter jedes Kunden am Eingang zu überprüfen und bei Minderjährigen die Zustimmung der Eltern einzuholen, bevor das Kind oder der Jugendliche den Laden betreten darf und erneut, wenn er versucht, ein Buch zu kaufen.“
Pitman hat noch nicht entschieden, ob das Gesetz tatsächlich rechtmäßig ist. Indem er es aber jetzt blockiert, signalisiert er, dass der Staat diesen Rechtsstreit wahrscheinlich nicht gewinnen wird.
Erste juristische Auseinandersetzung ebnet den Weg für nationale Debatte
Dieses Urteil ist von Bedeutung, da Texas als erstes Bundesland ein solches Gesetz erlassen hat. Utah und Louisiana haben ähnliche Gesetze verabschiedet, und der Kongress erwägt nun eine landesweite Einführung. Die Entscheidung in Texas könnte daher richtungsweisend für die weitere Entwicklung in anderen Bundesländern sein.
Wie würde das Gesetz also funktionieren? App-Stores wie Apple und Google müssten das Alter der Nutzer überprüfen und diese Information an die App-Entwickler weitergeben. Ziel ist es, Kinder von Apps fernzuhalten, die sie nicht nutzen sollten. Elterninitiativen hatten diese Idee ursprünglich, später setzten sich auch Meta und andere große Technologieunternehmen wie Snap und X dafür ein.
Der Branchenverband der Computer- und Kommunikationsindustrie (CCIA) klagte gegen das Gesetz. Zu seinen Mitgliedern gehören Apple, Google und Meta. Der Verband argumentierte, das Gesetz führe zu einer umfassenden Zensur aller mobilen Apps und würde Jugendlichen den Zugang zu Online-Inhalten unnötig erschweren. Kinder und ihre Eltern müssten persönliche Daten preisgeben, nur um Apps nutzen zu können.
Einedent reichte ebenfalls Klage ein. Sie argumentierte, das Gesetz verstoße gegen die Verfassung, da es die Inhalte, die Kinder sehen dürfen, einschränke. Beamte in Texas hingegen halten das Gesetz für verfassungsgemäß und befürworten dessen Gültigkeit.
Der Staat kann beim Fünften Bundesberufungsgericht Berufung einlegen, das bereits ähnliche Internetsperren aufgehoben hat. Die Staatsanwaltschaft von Ken Paxton hat sich noch nicht dazu geäußert, ob sie Berufung einlegen wird.
Richter erklärt Gesetz für verfassungswidrig
Richter Pitman erklärte, das Gesetz müsse den strengsten Anforderungen des Ersten Verfassungszusatzes genügen. Das bedeute, Texas müsse nachweisen, dass es „das mildeste Mittel zur Erreichung eines zwingenden staatlichen Interesses“ sei. Er befand, der Staat erfülle diese Hürde nicht. Tatsächlich, so Pitman, würde das Gesetz nicht einmal einen niedrigeren Standard bestehen, da Texas nicht dargelegt habe, dass seine Methoden tatsächlich mit seinen Zielen in Verbindung stünden.
Der Richter räumte ein, dass der Schutz von Kindern im Internet wichtig sei. Er fügte jedoch hinzu: „Die Mittel, um dieses Ziel zu erreichen, müssen mit dem Ersten Verfassungszusatz vereinbar sein. Wie dringlich die politischen Bedenken auch sein mögen und wie weit verbreitet die Übereinstimmung darüber ist, dass das Problem angegangen werden muss, bleibt das Gericht an die Rechtsstaatlichkeit gebunden.“
Apple wollte dieses Gesetz unbedingt verhindern. CEO Tim Cook soll Gouverneur Greg Abbott persönlich angerufen haben, um ihn von der Unterzeichnung abzuhalten. Das Unternehmen stand bereits zuvor der Kartellbehörden in verschiedenen Ländern wegen seiner App-Store-Richtlinien im Fokus
Google lehnte auch die texanische Variante ab, unterstützte aber kürzlich den anderen Ansatz Kaliforniens, der weniger Nutzerdaten sammelt.
Ein Unterausschuss des Energie- und Handelsausschusses des Repräsentantenhauses hat zwei Gesetzesentwürfe verabschiedet, die Elemente aus den texanischen und kalifornischen Versionen vereinen. Dieses Bestreben nach einem bundesweiten Gesetz beunruhigte Apple so sehr, dass sich Cook am Tag vor der Abstimmung mit den Ausschussvorsitzenden traf.
Angesichts der vielen neuen Gesetze, die in verschiedenen Bundesstaaten und im Kongress verabschiedet werden, beginnen auch die App-Store-Betreiber, eigene Anpassungen vorzunehmen. Apple hat dieses Jahr neue Kinderschutzfunktionen eingeführt, darunter die Möglichkeit für Eltern, die Altersspanne ihrer Kinder mit App-Entwicklern zu teilen.
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