Amazon schickt Kuiper-Internetsatelliten ins All, Starlink bekommt endlich ernsthafte Konkurrenz

- Amazon hat seine ersten 27 Kuiper-Satelliten ins All geschickt.
- Das Unternehmen plant den Aufbau eines Netzwerks aus 3.236 Satelliten, um eine weltweite Internetabdeckung zu gewährleisten.
- Das Kuiper-Projekt steht in direkter Konkurrenz zu SpaceX' Starlink.
Amazon hat 27 Kuiper-Satelliten ins All geschickt und damit den Startschuss für den ehrgeizigen Plan des Unternehmens gegeben, ein Satellitennetzwerk aufzubauen, das in der Lage ist, weltweiten Internetzugang zu ermöglichen.
Nachdem Amazon 2023 zwei erfolgreiche Prototyp-Satelliten gestartet und 2024 wieder außer Betrieb genommen hatte, wagt das Unternehmen nun erneut den Traum vom Weltraum – diesmal mit 27 Satelliten und dem Plan, über 3.000 weitere zu starten.
Amazon schickt Satelliten ins All
Amazon hat am Montag, dem 28. April, einen wichtigen Punkt auf der Checkliste für die Einführung seines Kuiper-Breitband-Internetkonstellationsprojekts in Florida abgehakt. Der Technologiekonzern brachte die ersten 27 Satelliten seines Netzwerks ins All.
Der Start markiert den Beginn einer 10 Milliarden Dollar schweren Initiative zur weltweiten Internetabdeckung und zur direkten Konkurrenz zu SpaceX' Starlink, das derzeit den Markt dominiert
Der Start erfolgte um 19:00 Uhr EDT. Eine Atlas-V-Rakete der United Launch Alliance (ULA) hob von der Cape Canaveral Space Force Station in Florida ab und brachte die erste Charge operationeller Kuiper-Satelliten in den erdnahen Orbit. Der Start war ursprünglich für den 9. April 2025 geplant, wurde aber aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen verschoben.
In wenigen Tagen Amazon voraussichtlich die Verbindung zu allen Satelliten von seinem Missionskontrollzentrum in Redmond, Washington, aus öffentlich bestätigen. Das Unternehmen plant, den Service für Kunden noch in diesem Jahr aufzunehmen, sofern alles planmäßig verläuft.
Das Projekt Kuiper plant die Stationierung von insgesamt 3.236 Satelliten. Aufgrund einer Vorgabe der US-amerikanischen Federal Communications Commission (FCC) strebt das Unternehmen an, mindestens die Hälfte der Satelliten, also 1.618, bis Mitte 2026 in der Umlaufbahn zu haben. Angesichts des derzeitigen Stationierungstempos gehen Analysten davon aus, dass Amazon eine Fristverlängerung beantragen muss, um die Vorgabe zu erfüllen
Das Kuiper-System ist so konzipiert, dass es mit Amazons bestehender Cloud-Computing-Technologie zusammenarbeitet und die 2018 angekündigten 12 Satellitenbodenstationen nutzt. Die Satelliten werden über optische und Infrarot-Laserverbindungen miteinander verbunden, die eine Übertragungsrate von 100 Gbit/s über Entfernungen von bis zu 2.600 km ermöglichen.
Amazon kündigte außerdem an, dass Kundenterminals zu einem Preis unter 400 US-Dollar für die Öffentlichkeit erhältlich sein werden. Die Terminals kommunizieren mit den Satelliten und erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 400 Mbit/s. Ein zweites Modell ist eine ultrakompakte Version mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s sowie eine Version mit hoher Bandbreite, die 1 Gbit/s ermöglicht.
Das Unternehmen rechnet damit, mit diesen Geräten einen Umsatz in zweistelliger Millionenhöhe zu erzielen.
Im Wettbewerb mit SpaceX' Starlink
SpaceX' Starlink dominiert derzeit die Weltraumnetzwerkbranche mit über 8.000 seit 2019 gestarteten Satelliten und mehr als 5 Millionen Nutzern in 125 Ländern.
SpaceX kann dank seiner Strategie der schnellen Bereitstellung von Satelliten, die durch die wiederverwendbaren Falcon-9-Raketen ermöglicht wird, seine Satelliten häufig starten. Diese Starts finden mitunter einmal pro Woche statt
Trotz seines späten Einstiegs in die Branche ist Amazon-Chef Jeff Bezos hinsichtlich der Erfolgsaussichten von Kuiper zuversichtlich. Er begründet sein Vertrauen mit der enormen Nachfrage nach Internetdiensten und erklärt: „Es gibt Platz für viele Gewinner. Ich prognostiziere, dass Starlink weiterhin erfolgreich sein wird, und ich prognostiziere, dass auch Kuiper erfolgreich sein wird.“
Um die Satelliteninstallationen von Kuiper zu beschleunigen, hat Amazon durch Partnerschaften mit ULA, Arianespace und Blue Origin 83 Raketenstarts gesichert. Das Unternehmen hat außerdem drei Falcon-9-Starts mit SpaceX gebucht, was zeigt, dass beide Unternehmen zwar Konkurrenten sind, aber keine Feindseligkeiten beabsichtigen.
Project Kuiper konzentriert sich nicht nur auf den Endverbrauchermarkt, sondern zielt auch auf den kommerziellen und den Verteidigungssektor ab. Amazon hat eine Partnerschaft mit VRIO geschlossen und plant, Satelliteninternetdienste in sieben südamerikanischen Ländern, darunter Argentinien, Brasilien und Kolumbien, einzuführen und damit die Konnektivitätsprobleme von rund 200 Millionen Menschen in der Region zu lösen
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