Der Bedarf an KI-Rechenleistung wächst doppelt so schnell wie das Mooresche Gesetz, mittlerweile werden 500 Milliarden Dollar pro Jahr benötigt

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Der Bedarf an KI-Rechenleistung wächst mehr als doppelt so schnell wie das Mooresche Gesetz und erfordert bis 2030 jährlich 500 Milliarden Dollar.
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Die Baukosten für Rechenzentren sind stark gestiegen; in den USA befinden sich derzeit Rechenzentren im Wert von 40 Milliarden Dollar in der Entwicklung, und der Strombedarf wird sich voraussichtlich vervierfachen.
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Kernenergie und Quantencomputing werden als mögliche Lösungen für den steigenden Strom- und Rechenbedarf in Betracht gezogen.
Der Rechenbedarf der KI wächst so rasant, dass das Mooresche Gesetz längst überholt ist. Im letzten Jahrzehnt hat sich die Nachfrage nach Rechenleistung mehr als doppelt so schnell erhöht wie die Chipindustrie in den vergangenen fünfzig Jahren.
Laut Angaben von OpenAI selbst muss die Welt bis 2030 jährlich 500 Milliarden US-Dollar investieren, nur um mit der Entwicklung Schritt zu halten. Dabei sind weder GPUs noch Server berücksichtigt, sondern nur die physischen Gebäude.
Das Mooresche Gesetz defieinst die Zukunft und behauptete, dass sich die Anzahl der Transistoren auf Chips alle zwei Jahre verdoppeln würde. Diese Zukunftsvision ist längst überholt. In den letzten zehn Jahren hat sich der Rechenaufwand für das Training und den Betrieb großer KI-Systeme explosionsartig gesteigert und diese Zeitspanne weit übertroffen.
Der Goldstandard des technologischen Fortschritts wurde durch eine völlig aus dem Ruder gelaufene Nachfrage zunichtegemacht. Rechenzentren haben sich zu den neuen Ölfeldern der Welt entwickelt – nur viel größer, heißer und weitaus teurer.
In den USA sind Rechenzentren mittlerweile teurer als Bürogebäude.
Bis 2028 werden die Investitionen in Rechenzentren weltweit auf 900 Milliarden US-Dollar steigen, angetrieben durch ein wahnsinniges jährliches Wachstum von 41 % bei KI-Servern und ein allgemeines Marktwachstum von 23 %, so OpenAI.
Das Wachstum ist so schnell wie nie zuvor in diesem Sektor, doch all diese Bautätigkeit hat ein enormes Einnahmeloch verursacht. Es besteht nun eine Finanzierungslücke von 800 Milliarden Dollar, und allein um die Bauziele bis 2030 zu erreichen, benötigt der Markt Einnahmen von fast 2 Billionen Dollar.
Die Baukosten allein für die Rechenzentren (ohne Racks, Chips oder sonstige Innenausstattung) haben 43 Milliarden Dollar pro Jahr erreicht, ein Anstieg um 322 % seit 2020. Gleichzeitig befinden sich in den USA Rechenzentren im Wert von 40 Milliarden Dollar im Bau, ein Anstieg um 400 % seit 2022.
Zum ersten Mal überhaupt werden diese unfertigen Zentren bald mehr wert sein als alle in den USA im Bau befindlichen Bürogebäude zusammen. Dies ist eine dauerhafte Neuausrichtung des Immobilienmarktes, und allesamt ist die Computertechnologie der Grund dafür.
Energie ist ein ganz anderes Problem. Prognosen zufolge werden KI-Rechenzentren bis 2035 1.600 Terawattstunden Strom verbrauchen, was 4,4 % des weltweiten Energieverbrauchs entspricht. Und das ist kein Stillstand.
Der Strombedarf wird sich im nächsten Jahrzehnt vervierfachen. Doch niemand hat eine verlässliche Antwort darauf, woher dieser Strom kommen soll oder woher das Geld für den Aufbau der benötigten Energieinfrastruktur stammen wird.
Nuklear- und Quantenphysik rücken in den Fokus, während Warnsignale ertönen
Manche propagieren Kernenergie als Lösung, da Kernkraftwerke rund um die Uhr laufen, genau wie die KI-Systeme, die den Strom verbrauchen. Andere glauben, dass Quantencomputer helfen werden. Quantencomputer verwenden Qubits anstelle von Bits und können manche Probleme exponentiell schneller lösen als classicKI-Systeme.
Doch diese Technologie befindet sich noch in einem frühen Stadium. Vorerst steigen die Kosten weiter, das Stromnetz ist überlastet und die KI entwickelt sich rasant.
Während all dieses Kapital in die Computertechnologie fließt, werden die globalen Finanzinstitutionen nervös. Der Internationale Währungsfonds und die Bank von England haben beide erneut vor Marktinstabilität gewarnt.
Im Vorfeld der Treffen in Washington nächste Woche riet IWF-Chefin Kristalina Georgieva den Anlegern: „Halten Sie sich fest: Unsicherheit ist die neue Normalität und wird uns erhalten bleiben.“ Sie wies darauf hin, dass sich das Wirtschaftswachstum zwar nur leicht verlangsamen werde, es aber „besorgniserregende Anzeichen“ dafür gebe, dass das Vertrauen der Anleger bei auftretenden Schocks einbrechen könnte.
Kristalina wies auf den Rekordpreis von 4.000 US-Dollar pro Unze Gold in dieser Woche als Zeichen dafür hin, dass sich bereits Angst an den Märkten bemerkbar macht. Die IWF-Chefin nannte zudem US-Zölle und extrem hohe Aktienbewertungen als große Risiken. „Was die lockeren Finanzierungsbedingungen angeht – die zwar einige Abschwächungstrends, etwa bei der Schaffung von Arbeitsplätzen, verschleiern, aber nicht aufhalten können – lehrt uns die Geschichte, dass sich diese Stimmung abrupt umschlagen kann“, fügte sie hinzu.
In London gaben die Protokolle der jüngsten Sitzung der Bank of England Anlass zur Sorge über eine „scharfe Marktkorrektur“. Sie wiesen auf eine schwache KI-Einführung oder einen zunehmenden Wettbewerb als mögliche Auslöser hin, die die prognostizierten Gewinne großer KI-Unternehmen schmälern könnten.
Sie sind nicht allein. Auch Sam Altman, Jamie Dimon und Jerome Powell haben angeschlossen und davor gewarnt, dass die derzeitigen Ausgaben für KI den Grundstein für einen radikalen Neustart legen könnten.
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