Warum erleben Intel und SK Hynix heute einen Kursanstieg?

- Die Aktien von Intel und SK Hynix stiegen nach Berichten über Gespräche über die US-amerikanische Speicherchip-Produktion.
- SK Hynix könnte einen Teil des Intel-Standorts in Ohio nutzen oder sich einem größeren Joint Venture mit Cloud-Unternehmen anschließen.
- Ein US-Deal könnte mit höheren Kosten und genauerer Überprüfung seitens der südkoreanischen Regierung verbunden sein.
Intel (NASDAQ: INTC) und SK Hynix (NASDAQ: SKHY; KRX: 000660) legten am Mittwoch zu, nachdem Berichte aufgetaucht waren, wonach die beiden Chiphersteller über ein Produktionsabkommen in den USA verhandeln.
Intel legte vor Börsenbeginn um 5,2 % zu, während SK Hynix in Seoul 4,1 % höher schloss. Die Aktien des Unternehmens an der Nasdaq stiegen vor Handelsbeginn an der Wall Street um rund 3 %.
SK Hynix könnte erstmals in den USA mit der Produktion von Speicherchips beginnen. Eine Möglichkeit wäre die Nutzung eines Teils des Intel-Werks in Ohio. Alternativ könnten Intel, SK Hynix und große Cloud-Anbieter ein Joint Venture gründen.
Es ist noch nichts entschieden, und die Gespräche befinden sich noch in einem frühen Stadium. SK Hynix prüft auch andere mögliche Konstellationen. Über die mögliche Struktur wurde bisher nicht berichtet.
Intel könnte SK Hynix in Ohio Spielraum einräumen, während beide Seiten an einem US-Deal arbeiten
Es ist noch nicht bekannt, welche Chips SK Hynix in Ohio fertigen wird. Das Produktportfolio umfasst DRAM, das Server, PCs und Smartphones bei der Datenverarbeitung während des Betriebs unterstützt, sowie NAND-Flash-Speicher, der Informationen über längere Zeiträume speichert. SK Hynix ist außerdem führender Anbieter von HBM, dem schnellen Speicher für KI-Prozessoren.
Quellen zufolge könnte die südkoreanische Regierung Einwände erheben, sollte ein Abkommen HBM oder DRAM beinhalten, da diese Produkte als sensible Technologien gelten. Das südkoreanische Handelsministerium erklärte, SK Hynix könne zwar frei über seine Investitionsstandorte entscheiden, doch alles, was eine „nationale Kerntechnologie“ betreffe, müsse gemäß dem Gesetz zum Schutz industrieller Technologien geprüft werden.
SK Hynix erklärte, man prüfe „verschiedene Maßnahmen, darunter die Einrichtung zusätzlicher Produktionsstätten, um die Wettbewerbsfähigkeit des Speichergeschäfts zu stärken“, und fügte hinzu, dass „zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Entscheidungen getroffen wurden“
Intel äußerte sich nicht zu den Gesprächen und bezeichnete den Bericht als Spekulation, erklärte aber, dass die Arbeiten am Projekt in Ohio weiterhin voranschreiten.
Quellen zufolge ist die Chipherstellung in Amerika deutlich teurer als in Südkorea. Lohn- und Baukosten sind in den USA höher, und ein Großteil der Halbleiterlieferkette befindet sich nach wie vor in Asien. Das verteuert die amerikanische Produktion.
SK Hynix hat weiterhin Gründe, dies in Erwägung zu ziehen. Das Unternehmen schloss im Juli ein Zweitlisting an der Nasdaq ab und errichtet derzeit eine Chipverpackungsanlage in Indiana. Es betreibt keine Chipfabrik in den USA.
Der Vorsitzende der SK Group, Chey Tae-won, erklärte im Juli, dass Kunden und Regierungen erheblichen Druck auf das Unternehmen ausübten, die Liefermengen zu erhöhen. Chey sagte gegenüber Reportern: „Ich denke, wir müssen ein Werk in den Vereinigten Staaten bauen. Wenn möglich, sollten wir das unbedingt tun.“
Washington will mehr in Amerika hergestellte Chips, während Seoul SK Hynix auf den heimischen Markt konzentriert
Eine Partnerschaft könnte auch Intels Ausgaben für den Standort Ohio etwas entlasten. Intel hatte 2022 angekündigt, bis zu 100 Milliarden US-Dollar in das Projekt zu investieren, das als riesiges Zentrum der Chipherstellung geplant ist. Die Produktion sollte ursprünglich 2025 anlaufen, die beiden Werke werden nun aber voraussichtlich 2030 und 2031 in Betrieb gehen. Die US-Regierung ist ebenfalls an Intel beteiligt.
SK Hynix steht unter dem Druck zweier Regierungen, die gegensätzliche Interessen verfolgen. Seoul drängt SK Hynix und Samsungtron(KRX: 005930), die Arbeiten an einem neuen Chip-Cluster im Südwesten Südkoreas zu beschleunigen. Washington hingegen wünscht sich eine verstärkte Halbleiterproduktion in den USA.
US-Handelsminister Howard Lutnick hat südkoreanischen und taiwanesischen Unternehmen mitgeteilt, dass die Zölle auf 100 % erhöht werden könnten, falls sie keine Zusicherung zur Produktionssteigerung in den USA abgeben. Hier geht es also um einen weiteren großen Geldstreit.
Südkorea hat offenbar Investitionen in Höhe von 350 Milliarden US-Dollar in den US-Markt zugesagt. 150 Milliarden US-Dollar sind für den Schiffbau vorgesehen, über die Verwendung der restlichen 200 Milliarden US-Dollar ist noch nicht entschieden.
Laut den Quellen will Seoul jegliche Ausgaben von SK Hynix in den USA als Druckmittel in den weitergehenden Gesprächen nutzen. Washington wiederum fordert das Unternehmen zu einer raschen Expansion in Amerika auf.
Dies bringt SK Hynix in eine schwierige Lage, da das Unternehmen überlegt, ob es den Standort von Intel in Ohio für seine erste Produktion von Speicherchips in Amerika nutzen soll.
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Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
















