Risikokapitalgeber investieren wieder massiv in Krypto-Startups, insbesondere in solche, die von Professoren geführt werden. Frisches cash fließt in Unternehmen wie Sahara, CheckSig und NEBRA. Die wahren Stars sind jedoch die sogenannten „Professoren-Coins“ wie EigenLayer und Babylon.
EigenLayer, entwickelt von Sreeram Kannan von der University of Washington, sicherte sich im Februar 100 Millionen US-Dollar von Andreessen Horowitz. Babylon, von David Tse von der Stanford University, kassierte im vergangenen Dezember 18 Millionen US-Dollar. Beide Unternehmen setzen verstärkt auf den neuen Krypto-Trick des „Restakings“.
Was hat es mit diesem Restaking-Hype auf sich?
Restaking ermöglicht es neuen Kryptoprojekten, etablierte Blockchains wie Ethereum zu nutzen, um schnell durchzustarten. Normalerweise müssen Blockchains ihre Sicherheitsarchitektur von Grund auf selbst entwickeln, was langsam und kostspielig ist. Durch Restaking greifen sie auf die Sicherheitsarchitektur von Ethereumzurück und sparen sich so die Entwicklungsarbeit. Babylon verfolgt einen ähnlichen Ansatz, nutzt aber zusätzlich die etwas komplexere Struktur von Bitcoin.
David und Sreeram tappen nicht einfach im Dunkeln. Die beiden beschäftigen sich seit Jahren intensiv mit Blockchain-Forschung. Sie verfassen seit 2015 gemeinsam wissenschaftliche Artikel und entwickeln Ideen, die heute den Kern ihrer Startups bilden. Ihre Arbeit hat in der aktuellen Krypto-Szene großes Gewicht, insbesondere wenn es darum geht, diese neuen Projekte zum Erfolg zu führen.
Kontroversen und Rückschläge
Doch nicht alles läuft reibungslos. Emin Gun Sirer, ein brillanter Kopf von der Cornell University und heutiger CEO von Ava Labs, merkte an , dass viele von Professoren geleitete Projekte scheitern, weil sie sich zu sehr auf ausgeklügelte Technologien konzentrieren, ohne reale Marktbedürfnisse zu lösen.
Und wo wir gerade von Problemen sprechen: EigenLayer hat kürzlich einen schweren Rückschlag erlitten. Nachdem sie die Einführung eines eigenen Krypto-Tokens zunächst abgelehnt hatten, vollzogen sie eine Kehrtwende und kündigten im April die Ausgabe eines massiven Tokens an. Dies sorgte für großes Aufsehen und nährte die Befürchtung, dass sie das System zu ihrem eigenen Vorteil ausnutzen könnten.
Dieser Schritt verärgerte viele frühe Unterstützer, insbesondere als EigenLayer beschloss, die Token zu sperren und so den sofortigen Handel damit zu verhindern. Angeblich sollte dies das Projekt verbessern, doch nicht jeder glaubt dieser Begründung.
Und ratet mal, wer davon profitiert? Justin Sun, der Kopf hinter Tron Airdrop über 2 Millionen EIGEN-Token eingestrichen und gehört damit zu den größten Token-Inhabern. Das hat die Aufmerksamkeit auf EigenLayer gelenkt, und alle fragen sich, was als Nächstes passiert.
Zu allem Überfluss hatte Sun bereits eine enorme Menge Ethereum in EigenLayer investiert und seine Beteiligung damit noch lukrativer gemacht. Mit Ethereum im Wert von über 469 Millionen US-Dollar ist er kein Gelegenheitsinvestor. Dieser spektakuläre Schachzug sorgt für Aufsehen und lässt die Leute EigenLayer genau beobachten.
Die gesamte Krypto-Branche beobachtet EigenLayer derzeit mit Argusaugen, insbesondere angesichts der Gerüchte, dass deren Marktkapitalisierung unglaubliche 15 Milliarden Dollar erreichen könnte. Doch vorerst bleiben die neuen Token auf Eis, was die Branche nervös macht. Was kommt als Nächstes für EigenLayer? Die Zeit wird es zeigen, aber eines ist klar: Sie sind kein unbedeutendes Unternehmen im Krypto-Bereich. Sie haben Pläne und die nötige Unterstützung, um für Furore zu sorgen.

