Bewertungsstreitigkeiten und hohe Verschuldung verzögern Foxconns zweijähriges Bemühen um eine Beteiligung am deutschen Konzern

- Foxconns 1,5 Milliarden Dollar schweres Angebot für eine Beteiligung an der Antriebssparte der ZF Group scheiterte, nachdem eine Due-Diligence-Prüfung einen negativen Eigenkapitalwert aufdeckte.
- Die Überprüfung von JPMorgan ergab, dass die Verschuldung der Division E um 90 % höher war als erwartet, was auf Pensionsverpflichtungen in Höhe von fast 1,1 Milliarden US-Dollar zurückzuführen ist.
- Der ins Stocken geratene Deal stellt einen schweren Rückschlag für Foxconns Bestrebungen dar, seine Präsenz im Bereich der Elektrofahrzeuge in Europa auszubauen.
Foxconns zweijährige Bemühungen, eine bedeutende Beteiligung an einer Schlüsseleinheit des deutschen Automobilzulieferers ZF Group zu erwerben, sind gescheitert, nachdem eine von seinem Berater JPMorgan durchgeführte Due-Diligence-Prüfung eine große Bewertungslücke und eine höher als erwartete Verschuldung aufgedeckt hat.
Laut Dokumenten, die Reuters einsehen konnte, kam Foxconn im Rahmen seiner Due-Diligence-Prüfung zu dem Schluss, dass der Wert der Antriebstechnologie-Sparte von ZF, intern als Division E bekannt, zwischen 1,74 Milliarden US-Dollar und 2,5 Milliarden Euro liegt, weit unter der zuvor genannten Summe von 2,9 Milliarden US-Dollar.
Noch auffälliger war, dass der Eigenkapitalwert der Einheit negativ ausfiel, verglichen mit einer früheren Schätzung von 1,5 Milliarden US-Dollar. In den internen Unterlagen hieß es angeblich: „Kein Deal, wenn der Eigenkapitalwert negativ ist.“
Schuldenlast und Bewertungsdiskrepanz
Die Due-Diligence-Prüfung ergab, dass die Nettoverschuldung der Division E mit 4,9 Milliarden US-Dollar fast 90 % höher als erwartet ausfiel, wie aus dem JPMorgan-Dokument „Project Verde – Discussion Materials“ hervorgeht. Ein erheblicher Teil dieser Schulden, fast 1,1 Milliarden US-Dollar, stammte demnach aus zuvor unterschätzten Pensionsverpflichtungen.
Foxconn und ZF hatten eine mögliche Investition geprüft, bei der das taiwanesische Unternehmen rund 1,5 Milliarden Dollar investieren würde, um eine Beteiligung an der Sparte zu erwerben, falls deren Eigenkapitalbewertung 3 Milliarden Dollar erreichen würde. Diese Struktur wurde in einem ZF-Dokument vom Februar 2025 skizziert.
zufolge Den Ergebnissenleidet ZF unter einer hohen Schuldenlast aus früheren Übernahmen.
Foxconns Ambitionen im Bereich Elektromobilität auf dem Prüfstand
Foxconn, ehemals Hon Hai Precision Industry, versucht, seinen Erfolg in dertronauf die Automobilindustrie zu übertragen. Das UnternehmendentElektrofahrzeuge als tragende Säule zukünftigen Wachstums und will einen bedeutenden Anteil am globalen Markt für Elektrofahrzeuge erobern.
Foxconn hat mehrere Projekte gestartet, um sich im Ökosystem der Elektromobilität zu etablieren, doch die Fortschritte sind uneinheitlich. Im Juli verkaufte Foxconn ein ehemaliges Werk in den USA, das das Unternehmen ursprünglich 2022 für dietracerworben hatte. Auch die Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller Geely zur Auftragsfertigung hat kaum Fortschritte gemacht.
Nichtsdestotrotz treibt Foxconn seine Expansion durch Partnerschaften in Asien.
Im Mai unterzeichnete das Unternehmen jedoch über seine Tochtergesellschafttron Vehicle Technologies eine Absichtserklärung mit Mitsubishi Motors zur Entwicklung und Lieferung eines Elektromodells, das vom taiwanesischen Unternehmen Yulon Motor gebaut und 2026 in Ozeanien auf den Markt gebracht werden soll. Im August schloss es außerdem eine Vereinbarung mit Mitsubishi Fuso zur Zusammenarbeit bei emissionsfreien Bussen.
Berichten zufolge erwarb Foxconn im vergangenen Jahr 50 % der Anteile an ZF Chassis Modules, dem Hersteller von Fahrwerksystemen für Pkw innerhalb der ZF-Gruppe.
Die ins Stocken geratene ZF-Transaktion stellt jedoch einen Rückschlag für das Unternehmen dar, das sich einetronPosition in der europäischen Automobilzulieferkette sichern will.
Neue Ausrichtung für ZF und Druck aus der Industrie
Auch wenn ein Aktienverkauf vom Tisch sein mag, befindet sich ZF Berichten zufolge weiterhin in Gesprächen mit Foxconn und anderen potenziellen Partnern über mögliche Partnerschaften, die sich auf bestimmte Technologien innerhalb der Division E konzentrieren.
Die Schwierigkeiten bei den Foxconn-Verhandlungen verdeutlichen eine große Belastung für die europäische Automobilzulieferindustrie. Die Zulieferer stehen vor hohen Investitionsanforderungen für den Übergang von der Verbrennungstechnologie zur Elektrifizierung, da sie Emissionsvorschriften einhalten müssen.
Viele Unternehmen haben zudem mit Altlasten zu kämpfen, darunter Pensions- und Restrukturierungskosten, die ihre Kapitalstrategien erschweren, wie der Fall von ZF zeigt.
Die jüngsten Erkenntnisse sind für ZF äußerst vernichtend und werfen Fragen hinsichtlich der Fähigkeit des Unternehmens auf, seine Verschuldung zu steuern, da der hohe Schuldenstand künftige Investitionen einschränken und den Verkauf von Vermögenswerten ohne erhebliche Preisnachlässe erschweren könnte.
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