Die US-Börsenaufsicht SEC veranstaltet den ersten Krypto-Rundtisch

- Die SEC veranstaltete ihren allerersten öffentlichen Krypto-Rundtisch, um über die Regulierung digitaler Vermögenswerte zu diskutieren.
- Die Regierung Trump macht frühere SEC-Klagen rückgängig und treibt eine kryptofreundliche Politik voran.
- John Reed Stark sprach sichtrongegen eine Änderung der bestehenden Wertpapiergesetze für Kryptowährungen aus.
Die SEC öffnete endlich ihre Türen. Zum ersten Mal überhaupt traf sich die Krypto-Taskforce der Behörde mit Branchenvertretern zu einem direkten Gespräch. Keine Klagen. Keine Drohungen mit Sanktionen. Lediglich ein öffentliches Rundgespräch, um zu klären, wie Wertpapiergesetze auf Kryptowährungen anzuwenden sind.
Das Treffen fand am Freitag statt und war mit namhaften Persönlichkeiten wie John Reed Stark, Miles Jennings, Troy Paredes und anderen hochkarätig besetzt. Hester Peirce, die republikanische Kommissarin, treibt die Entwicklung konkreter Richtlinien für Kryptowährungen voran.
Peirce eröffnete die Veranstaltung mit den Worten: „Der Frühling steht für Neuanfänge, und wir erleben hier einen Neuanfang, einen Neustart des Ansatzes der Kommission zur Kryptoregulierung.“ Ob das mehr als nur Worte bedeutet, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Die Regeln für Kryptowährungen stehen zur Debatte und werden gründlich überdacht.
Trump drängt auf Abschaffung des SEC-Vorgehens
Trumps Plan ist kein Geheimnis. Er will das, was er als „Bidens hartes Vorgehen gegen Kryptowährungen“ bezeichnet, rückgängig machen. Seine Regierung lässt Klagen fallen, die die SEC unter Biden eingereicht hatte. Dazu gehören auch prominente Verfahren gegen Coinbase und Kraken. Viele dieser Fälle werden bereits ausgesetzt oder ganz eingestellt.
Gleichzeitig verstärkt Trump seine Bemühungen. Diesen Monat unterzeichnete er eine Exekutivanordnung zum Aufbau einer strategischen Krypto-Reserve. Und nur wenige Tage vor dem Runden Tisch veranstaltete er im Weißen Haus einen Gipfel mit führenden Persönlichkeiten der Krypto-Szene.
All das geschieht, während die Branche noch immer nicht einmal weiß, was genau als Wertpapier gilt. Das war am Freitag der Schwerpunkt der Diskussion. Die Task Force der SEC stritt darüber, ob Kryptotoken denselben Regeln wie Aktien unterliegen sollten oder ob ein neuer Regulierungsrahmen geschaffen werden muss.
Miles Jennings von a16z plädierte für die zweite Option. Er forderte die Kommission auf, Kryptowährungen nicht länger wie Aktien zu behandeln, sondern einen „technologieneutralen“ Rahmen zu schaffen. Er verglich Ethereum mit Apple und betonte dass es sich nicht um dasselbe handle und man sie daher auch nicht gleich behandeln dürfe.
Auf der anderen Seite warnte die demokratische Kommissarin Caroline Crenshaw davor, dass eine Lockerung der Krypto-Regeln kontraproduktiv sein könnte. „Die Gesetzesänderung, um den Erfolg einer bestimmten Produktkategorie zu fördern, birgt erhebliche Risiken“, sagte sie. Sie befürchtete, dass dies auch andere Marktsegmente beeinträchtigen könnte. Wenig überraschend also: Niemand ist sich in irgendetwas einig.
John Reed Stark kritisiert Reformbemühungen
John Reed Stark, ehemaliger Direktor des Office of Internet Enforcement, lehnte – ganz in seiner Rolle als Experte – die Idee neuer Gesetze für Kryptowährungen entschieden ab. Laut Stark besteht keine Änderung des Securities Act von 1933 und 1934. Krypto-Assets gelten seiner Ansicht nach bereits nach geltendem Recht als Wertpapiere.
„Diejenigen, die Kryptowährungen kaufen, sind keine Sammler. Wir alle wissen, dass sie Investoren sind, und die Aufgabe der SEC ist es, Investoren zu schützen“, sagte Stark. Er kritisierte Krypto-Unternehmen scharf, weil sie Gerichtsverfahren in die Länge zogen und versuchten, die Regeln zu umgehen. „Sie haben auf Verzögerungstaktik gesetzt“, sagte er. „Sie haben die besten Anwaltskanzleien der Welt engagiert … und haben, meiner Meinung nach, fast jedes Mal verloren.“
Das war nicht die einzige juristische Hürde, die die Veranstaltung überschattete. Das Rundgespräch fand zeitgleich mit der Rücknahme der historischen Klage der SEC gegen Ripplestatt. CEO Brad Garlinghouse gab dies am Mittwoch bekannt, woraufhin XRP Kurs kurzzeitig in die Höhe schoss, bevor er sich wieder etwas abschwächte. Trotzdem schloss XRP die Woche nur leicht im Plus ab.
Unterdessen blieben die Kryptomärkte insgesamt im Minus. Am Freitagmittag lag Bitcoin über 1 % im Minus und notierte bei rund 83.000 US-Dollar. Ether fiel um 1 % auf knapp unter 2.000 US-Dollar, und XRP verlor fast 3 %. Bitcoin verzeichnete damit die vierte Verlustwoche in Folge, Ether entging nur knapp einer fünften. XRP konnte zwar innerhalb von drei Wochen den zweiten Wochengewinn verbuchen, den Anstieg von Mitte der Woche aber nicht halten.
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Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
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