Das US-Schuldenabkommen wird nur begrenzte Auswirkungen auf die Märkte haben

Anleger halten den Atem an, während die US-Schuldenverhandlungen einer Einigung näherkommen
- Joe Biden und Kevin McCarthy haben eine vorläufige Einigung zur Anhebung der Schuldenobergrenze von 31,4 Billionen Dollar erzielt, wodurch ein Staatsbankrott möglicherweise abgewendet werden kann.
- Diese Entwicklung könnte das Vertrauen der Federal Reserve stärken, weitere Zinserhöhungen in Erwägung zu ziehen, und damit den Finanzmärkten Erleichterung verschaffen.
Was als Atempause für die Finanzmärkte gewertet werden könnte: US-Präsidentdent Bidenhat zusammen mit dem einflussreichen Republikaner Kevin McCarthy eine vorläufige Einigung zur Beilegung des Schuldenstreits um die 31,4 Billionen Dollar schwere Schuldenobergrenze erzielt, wie Insider, die mit den Beratungen vertraut sind, mitteilten.
Allerdings muss dieses geplante Abkommen vor Anfang Juni die Zustimmung des Kongresses erhalten, um einen möglichen und katastrophalen Zahlungsausfall der US-Regierung zu vermeiden.
Auswirkungen auf das Vertrauen der Federal Reserve und die Marktliquidität
Marktanalysten sehen diese Entwicklung optimistisch. KlarityFX-Direktor Amo Sahota meint, dass der Deal der US-Notenbank Federal Reserve mehr Zuversicht geben könnte, weitere Zinserhöhungen in Erwägung zu ziehen.
Ungeachtet dessen könnte dieser potenzielle Vorteil für Anleger nur von kurzer Dauer sein. Nach einem erfolgreichen Schuldenabkommen wird erwartet, dass das US-Finanzministerium seine erschöpften Reserven rasch durch die Ausgabe von Anleihen wieder auffüllen wird, wodurch dem Markt möglicherweise Hunderte von Milliarden entzogen werden.
„Dies wird eine Erleichterung für die Rentenmärkte sein, aber das Problem der steigenden Renditen von US-Staatsanleihen bleibt ungelöst, da in den nächsten Wochen mit einer starken Emission von Anleihen, Schuldverschreibungen und Schatzanweisungen zu rechnen ist, da das US-Finanzministerium seine cashwieder auffüllt“, warnte Thierry Wizman, globaler Devisen- und Zinsstratege bei Macquarie.
Nach jüngsten Schätzungen von JPMorgan wird erwartet, dass die erfolgreiche Anhebung der Schuldenobergrenze innerhalb der nächsten sieben Monate zur Ausgabe neuer Schatzanweisungen im Wert von etwa 1,1 Billionen US-Dollar führen wird.
Dieser Betrag, der angesichts der kurzen Laufzeit beträchtlich ist, dürfte zu den derzeit hohen Zinssätzen ausgegeben werden, was zu einer weiteren Verringerung der Bankreserven führen dürfte.
Dies könnte den bereits bestehenden Trend von Kapitalabflüssen verstärken, die Liquidität unter Druck setzen und die Zinsen für kurzfristige Kredite und Anleihen in die Höhe treiben. Diese Entwicklungen könnten Unternehmen, die im aktuellen Hochzinsumfeld ohnehin schon zu kämpfen haben, zusätzlich belasten.
Liquiditätsabfluss und potenzielle Marktinstabilität
Analysten äußerten Bedenken hinsichtlich der potenziellen Auswirkungen dieser Liquiditätsverschiebung. Alex Lennard, Investmentdirektor von Ruffer, warnte, dass ein Liquiditätsabfluss die Märkte anfällig für Crashs machen könnte.
In diesem Sinne äußerte sich auch Mike Wilson, Aktienstratege bei Morgan Stanley, und meinte, die Ausgabe von Schatzanweisungen könne die von ihnen vorhergesagte Korrektur auslösen, indem sie dem Markt Liquidität entziehe.
Dennoch ist der Liquiditätsabfluss nicht unausweichlich. Geldmarktfonds könnten die Emission von Schatzanweisungen teilweise absorbieren und sich damit von der Overnight-Reverse-Repo-Fazilität abwenden, bei der Marktteilnehmer der Fed über Nacht cash gegen Staatsanleihen leihen.
Daniel Krieter, Leiter der Abteilung für festverzinsliche Wertpapiere bei BMO Capital Markets, sagte, dass ein solches Szenario dafür sorgen könnte, dass die breiteren Finanzmärkte nur minimale Auswirkungen zu spüren bekämen.
Sollte der Liquiditätsabfluss jedoch aus den Reserven der Banken stammen, könnte dies potenziell Auswirkungen auf risikobehaftete Vermögenswerte haben, insbesondere in Zeiten erhöhter Unsicherheit im Finanzsektor.
In Bankenkreisen herrscht die Befürchtung, dass die Finanzmärkte das Risiko eines Liquiditätsabflusses aus den Bankreserven unterschätzt haben könnten. Investment-Grade- und Junk-Bonds verzeichneten seit Januar trotz der potenziellen Liquiditätsverknappung aufgrund eines wahrscheinlichen Anstiegs der Emission von Schatzanweisungen einen positiven Trend oder eine minimale Ausweitung der Renditen.
Wie Scott Schulte, Managing Director in der Debt Capital Markets Group von Citigroup, warnte: „Risikoanlagen haben die potenziellen Auswirkungen der Liquiditätsverknappung im System durch eine Fülle von T-Bill-Emissionen wahrscheinlich noch nicht vollständig eingepreist.“
Die Märkte hoffen auf eine Lösung des Schuldenobergrenzen-Stammes ohne größere Störungen, aber wie Maureen O'Connor, globale Leiterin des High-Grade-Schuldenkonsortiums bei Wells Fargo, warnte, ist dies eine riskante Strategie.
Sollte Washington die erwartete Lösung bis nächste Woche nicht liefern, könnte es zu Marktvolatilität kommen.
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Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
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