NEUESTE NACHRICHTEN
FÜR SIE AUSGEWÄHLT
WÖCHENTLICH
BLEIBEN SIE AN DER SPITZE

Die besten Krypto-Einblicke direkt in Ihren Posteingang.

Regulierungsbehörden haben Schwierigkeiten, da 50 % der verbotenen Krypto-Anzeigen in Großbritannien weiterhin online sind

VonJai HamidJai Hamid
Lesezeit: 3 Minuten
  • Die Hälfte aller von der britischen Finanzaufsichtsbehörde FCA zwischen 2023 und 2024 als verboten gemeldeten Krypto-Anzeigen ist immer noch online, was die begrenzten Durchsetzungsmöglichkeiten der Behörde verdeutlicht.
  • Die FCA hat Influencer ins Visier genommen, die illegale Machenschaften bewerben, hat aber Unternehmen, die nicht konforme Krypto-Werbung schalten, nicht bestraft.
  • Die Regulierungsbehörde setzt auf freiwillige Vereinbarungen mit Technologieplattformen zur Blockierung unautorisierter Werbung, doch diese Bemühungen bleiben oft erfolglos.

Die britische Finanzaufsichtsbehörde (FCA) steckt in einem Kampf, den sie offenbar nicht gewinnen kann. Zwischen Oktober 2023 und Oktober 2024 meldete die Aufsichtsbehörde 1.702 illegale Krypto-Anzeigen, -Apps und -Websites. Doch nur 54 % davon verschwanden aus dem Internet.

Damit ist fast die Hälfte dieser verbotenen Werbeaktionen weiterhin aktiv und lockt ahnungslose Opfer an. Trotz neuer Befugnisse zur Verhängung von Bußgeldern oder zur Strafverfolgung von Regelverstößen hat die FCA bisher gegen kein einziges Unternehmen Maßnahmen ergriffen.

Die Regeln sind eindeutig: Krypto-Werbung muss von der FCA oder einer autorisierten Stelle genehmigt werden, bevor sie online geht. Andernfalls drohen den Unternehmen „energische“ Maßnahmen. Bislang wirken diese Versprechen jedoch eher hohl.

Der Fokus der FCA richtet sich nun auf Influencer, nicht mehr auf Unternehmen

Anstatt große Krypto-Firmen ins Visier zu nehmen, konzentriert sich die FCA auf Social-Media-Influencer – sogenannte „Finfluencer“. Diese Personen preisen Krypto-Projekte vor Millionen von Followern an, oft ohne die Risiken offenzulegen.

In einem Strafverfahren wurden neun Personen wegen der Förderung einer unerlaubten Anlage in hochriskante Derivate angeklagt. Zu den Beteiligten Berichten zufolge auch Stars aus den Reality-TV-Shows „ Love Island“ und „The Only Way Is Essex“.

Das ist noch nicht alles. Im Oktober gab die FCA bekannt, dass sie weitere 20 Finfluencer wegen des Verdachts auf die Vermarktung illegaler Finanzprodukte verhört.

Diese Vernehmungen erfolgen im Anschluss an neue, im März in Kraft getretene Regeln, die die Überwachung von Social-Media-Werbung verschärfen. Der Regulierungsbehörde gelang es, nur zwei Monate nach Einführung der Regeln Strafanzeige gegen Influencer zu erstatten.

Während Influencer unter Druck geraten, kommen Krypto-Unternehmen ungeschoren davon. Sie strafrechtlich zu verfolgen, gestaltet sich offenbar komplizierter.

Plattformen lassen verbotene Anzeigen ohne Strafen online

Folgendes ist wichtig: Die FCA kann Technologieplattformen nicht rechtlich dazu zwingen, nicht genehmigte Krypto-Werbung zu entfernen. Es geht ausschließlich um freiwillige Zusammenarbeit. Unternehmen wie Google, Meta und Microsofts Bing haben sich bereit erklärt, nicht genehmigte Finanzanzeigen zu blockieren.

Doch das sind nur mündliche Vereinbarungen, keine rechtsverbindlichen Zusagen. Und oft verschwinden die Anzeigen einfach nicht. Dieses freiwillige System lässt die FCA in gutem Glauben mit den Tech-Giganten verhandeln, während Krypto-Betrüger ungehindert ihr Unwesen treiben.

Kryptounternehmen und -börsen wissen, dass der FCA die Hände gebunden sind. Die Regulierungsbehörde mag zwar hart auftreten, doch ihre Durchsetzungsmöglichkeiten sind begrenzt. Dies gilt insbesondere für Online-Plattformen, die betrügerische Anzeigen schalten.

Der Finanzsektor ist derweil zunehmend frustriert. Und Social-Media-Plattformen werden als Komplizen angesehen, die Betrügereien unter ihren Augen gedeihen lassen.

Großbritannien und Kryptowährungen

BitcoinDebüt in Großbritannien im Jahr 2013 verlief bescheiden. Damals erkannten nur wenige Startups und Enthusiasten sein Potenzial. Ab 2014 wurde das britische Finanzministerium aufmerksam, veröffentlichte Berichte über „digitale Währungen“ und deutete die Notwendigkeit von Regulierungen an.

Doch erst 2017 spitzte sich die Lage zu. Die FCA begann, die Öffentlichkeit vor den Risiken von Krypto-Investitionen zu warnen. 2018 führte die Aufsichtsbehörde Anti-Geldwäsche-Regeln für Krypto-Börsen ein. Dies war der erste ernsthafte Versuch, die Regulierung zu verschärfen.

Im darauffolgenden Jahr leitete die Regierung Konsultationen ein und befragte Branchenführer, wie man die Risiken eindämmen und gleichzeitig Innovationen fördern könne. Die FCA verbot daraufhin 2020 Kryptoderivate für Privatanleger. Die Risiken, so die Begründung, überwogen die potenziellen Gewinne.

Die Lage verschärfte sich 2021. Alle Krypto-Unternehmen mussten sich registrieren lassen, um weiterhin legal operieren zu dürfen. Die Einhaltung der Vorschriften erwies sich jedoch als cake, und viele Unternehmen scheiterten daran. Parallel dazu spielte die britische Regierung mit dem Gedanken an eine digitale Zentralbankwährung (CBDC).

Im Jahr 2022 brachen Bitcoin und Ethereum ein. Dann folgte der große Schlag – der Zusammenbruch von FTX. Es war ein langer und schmerzhafter Weg zur Erholung, doch dank der Einführung von ETFs unddent Donald Trump steht der Kryptomarkt heute besser da als je zuvor.

Bitcoin durchbrach im vergangenen Jahr buchstäblich sieben Allzeithochs und schloss bei rund 108.400 US-Dollar. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels lag der Wert bei 93.772 US-Dollar. Die Marktkorrektur dürfte voraussichtlich bis zur Amtseinführung am 20. Januar andauern.

Wenn Sie das hier lesen, sind Sie schon einen Schritt voraus. Bleiben Sie mit unserem Newsletter auf dem Laufenden.

Diesen Artikel teilen

Haftungsausschluss. Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Cryptopolitan/ übernimmt keine Haftung für Investitionen, die auf Grundlage der Informationen auf dieser Seite getätigt werden. Wirtronempfehlen dringend, vor jeder Anlageentscheidung eigene Recherchen durchzuführendent oder einen qualifizierten Fachmann zu konsultieren

Jai Hamid

Jai Hamid

Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.

MEHR … NACHRICHTEN
DEEP CRYPTO
CRASH-KURS