Vereinigte Königreich heute offiziell die Kryptowährungs-Meldepflichten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in seinen Rechts- und Finanzrahmen integriert. Dies geschah unmittelbar nach der Bekanntgabe des Frühjahrshaushalts. Laut dem Finanzministerium, das für die Finanzen der Regierung zuständig ist, wird das Krypto-Meldesystem der britischen Regierung voraussichtlich erhebliche Einnahmen bescheren. Konkret wird zwischen 2026 und 2027 ein Mehraufkommen von 35 Millionen Pfund (45 Millionen US-Dollar) erwartet. Dieser Betrag soll zwischen 2027 und 2028 auf 95 Millionen Pfund steigen.
Ziel des neuen OECD-Standards ist es, Steuerhinterziehung zu erschweren. Er baut auf bestehenden Regelungen zu ausländischen Konten auf. Hauptziel ist es, den Austausch von Informationen über Kryptotransaktionen zwischen Personen in verschiedenen Ländern zu vereinfachen. Der für 2026 geplante Standard ist ein gemeinsamer Versuch, die durch den rasanten Fortschritt im Fintech-Sektor und den wachsenden globalen Kryptowährungsmarkt entstandenen Lücken in der Steuertransparenz zu schließen.
Das Finanzministerium hat den 29. Mai als letzten Tag für die Abgabe von Stellungnahmen durch die Öffentlichkeit festgelegt. Die nächsten Schritte der Regierung, wie die Veröffentlichung einer vollständigen Antwort und weitere Diskussionen über den Entwurf der Regelungen, hängen von den eingegangenen Rückmeldungen ab.
Ein damit zusammenhängendes Ereignis ist die strategische Zusammenarbeit zwischen dem britischen Finanzministerium, der Bank of England (BoE) und der Financial Conduct Authority (FCA), um die Regulierung von Kryptowährungen, Stablecoins und digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs) zu vereinfachen. Varun Paul, ein Fintech-Experte, der früher bei der Bank of England tätig war und nun bei Fireblocks für CBDC- und Finanzmarktinfrastrukturprojekte verantwortlich ist, sprach mit Cointelegraph über die Veränderungen der Krypto-Regulierung in Großbritannien.
Paul erklärt, dass Großbritannien in Bezug auf das EU-Gesetz über Märkte für Krypto-Assets (MiCA), das als weltweit bestes Kryptogesetz gilt, schnell aufholt. Er erinnert sich an eine Zeit, in der die FCA kaum Maßnahmen zur Regulierung von Kryptowährungen ergriff, wodurch Großbritannien zeitweise hinter seinen europäischen Nachbarn zurückblieb. Doch die Zeiten ändern sich. Großbritannien arbeitet intensiv daran, nicht nur aufzuholen, sondern auch ein innovationsfreundliches Umfeld für Fintech und Kryptowährungen zu schaffen. Dies stärkt Londons Position als globales Zentrum für Fintech und Krypto weiter.
Der regulatorische Fortschritt Großbritanniens basiert auf der effektiven Zusammenarbeit zwischen dem Finanzministerium, der Bank of England und der FCA. Dieses System der Kooperation hat die Gesetzgebung beschleunigt, da die in der EU übliche länderübergreifende Planung entfällt. Paul betont, dass diese Zusammenarbeit zu einem umfassenderen Regelwerk führen könnte, das Stablecoins unterstützt, tokenisierte Banküberweisungen ermöglicht und die Nutzung von CBDCs vereinfacht.
Paul zufolge sind Stablecoins der wichtigste Bestandteil der Kryptowährungsbranche. So erreichte beispielsweise Tether (USDT) kürzlich eine Marktkapitalisierung von über 100 Milliarden US-Dollar. Dieser Erfolg verdeutlicht die Bedeutung von dollarbasierten Stablecoins als Einstieg in den breiteren Kryptomarkt. Sowohl Großbritannien als auch Europa wollen jedoch eigene, sichere Kryptowährungen entwickeln, um ihr Vermögen zu schützen und den Anforderungen des digitalen Zeitalters gerecht zu werden.

