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TikTok sieht sich neuen Vorwürfen wegen Verstößen gegen Datenschutzgesetze in Europa ausgesetzt.

VonEnacy MapakameEnacy Mapakame
Lesezeit: 2 Minuten
TikTok sieht sich neuen Vorwürfen wegen Verstößen gegen Datenschutzgesetze in Europa ausgesetzt.
  • Eine in Wien ansässige Datenschutzgruppe behauptet, TikTok habe Grindr-Aktivitäten ohne klare Zustimmung der Nutzer appübergreifend nachgeahmt.
  • Diese Anschuldigungen haben neue Bedenken hinsichtlich der Art und Weise aufgeworfen, wie Plattformen sensible persönliche Informationen weitergeben.
  • Dieser Fall trägt zur zunehmenden Kritik an den Datenpraktiken und dem Datenschutz von TikTok in Europa bei.

TikTok steht in Europa erneut unter Beobachtung, da eine Datenschutzorganisation kürzlich behauptete, die beliebte Plattform habe Nutzeraktivitäten auf Grindr ohne Zustimmung über einen Drittanbieter-Marketingdienst trac, wodurch die Möglichkeit bestünde, sensible Nutzerinformationen offenzulegen.

Die von der in Wien ansässigen Interessenvertretung None of Your Business (noyb) erhobenen Vorwürfe unterstreichen die wachsenden Bedenken hinsichtlich der Art und Weise, wie TikTok personenbezogene Daten seiner Nutzer sammelt und wie transparent das Unternehmen diese Informationen an seine Nutzer weitergibt.

Noyb erstattete außerdem Anzeige gegen Grindr und AppsFlyer und reichte bei der österreichischen Datenschutzbehörde eine Beschwerde ein, in der er behauptete, diese Unternehmen hätten gegen die Gesetze der Region – die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) – verstoßen.

Noyb erklärt, wie TikTok Zugriff erhält

Noybs Behauptungen basieren auf Erkenntnissen aus einer Anfrage eines Nutzers auf Zugang zu seinen persönlichen Daten über autorisierte Rechtswege. Diese Erkenntnisse ergaben, dass TikTok in der Lage ist, detaillierte Aufzeichnungen über das Verhalten und die Aktivitäten der Nutzer auf Apps wie Grindr und LinkedIn sowie beispielsweise über Artikel, die über E-Commerce-Plattformen in einen Warenkorb gelegt werden, zu überwachen und zu erhalten.

Die Beschwerde verstärkt die anhaltende Besorgnis darüber, wie TikTok Informationen über die eigene App hinaus sammelt und wie klar das Unternehmen dies den Nutzern erklärt.

Laut noybein Großteil dieser tracohne Wissen der Nutzer; daher ist es wahrscheinlich, dass viele TikTok-Nutzer sich überhaupt nicht darüber im Klaren sind, wie umfangreich ihre Daten mit Drittanbietern geteilt werden.

Datenschützer haben erhebliche Bedenken hinsichtlich dieser tracgeäußert, insbesondere wenn es um die tracvon Aktivitäten und Verhaltensweisen geht, die sehr persönlich und intim sind.

Die europäischen Datenschutzbestimmungen sehen ein erhöhtes Schutzniveau für alle Informationen vor, die sich auf die sexuelle Orientierung von Einzelpersonen beziehen.

Nach mehreren Nachfragen zur Klärung erklärte noyb, dass TikTok als Grund für den Zugriff auf Daten die Personalisierung von Werbung, die Analyse von Daten zu Sicherheitszwecken usw. angibt, während noyb der Ansicht ist, dass dies im Hinblick auf die Auslegung des Zwecks der Datenverarbeitung durch das EU-Recht nicht korrekt ist.

Die Probleme mit TikTok nehmen weiter zu

Wie Cryptopolitan bereits berichtete , intensivieren die irischen Behörden derzeit ihre Untersuchungen gegen große Technologieunternehmen, darunter TikTok, hinsichtlich ihrer Praktiken im Umgang mit Nutzerdaten und ihrer Verpflichtungen gemäß der digitalen Gesetzgebung der Europäischen Union, die zu Geldstrafen führen können, die sich nach dem Gesamtumsatz eines Unternehmens richten.

Diese Untersuchung gegen TikTok erfolgt zu einer Zeit, in der die regulatorische Kontrolle aller digitalen Plattformen in ganz Europa zunimmt, wie die von den irischen Behörden Anfang dieses Jahres gegen TikTok verhängte Geldstrafe in Höhe von 530 Millionen Euro aufgrund von Bedenken hinsichtlich der internationalen Datentransfers von TikTok belegt.

Grindr sieht sich zudem in einem separaten Verfahren in London Klagen von Personen gegenüber, die behaupten, Grindr habe vor einigen Jahren ohne ihre Zustimmung ihren HIV-Status an Dritte weitergegeben. Obwohl dieser Fall in keinem Zusammenhang mit TikTok steht, trägt er zur verstärkten Kritik am Umgang von Dating-Apps mit personenbezogenen Daten und deren Schutz bei.

Bislang haben sich die Verantwortlichen von TikTok, Grindr und AppsFlyer nicht öffentlich zu den jüngsten Vorwürfen geäußert. Die österreichische Datenschutzbehörde wird voraussichtlich über die Weiterverfolgung der Beschwerden entscheiden; dieser Prozess könnte Monate dauern.

Klar ist, dass TikTok weiterhin im Fokus der europäischen Regulierungsbehörden steht. Mit zunehmender Kontrolle rückt der Fall eine weit verbreitete Sorge unter Nutzern in der gesamten Region in den Vordergrund: Sind beliebte Apps wirklich transparent darüber, wie viel sie wissen und wie weit dieses Wissen weitergegeben wird, sobald es das Smartphone verlässt?

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Enacy Mapakame

Enacy Mapakame

Enacy Mapakame ist Journalistin mit über zehn Jahren Erfahrung im Bereich Wirtschafts- und Finanznachrichten. Sie berichtet über Kapitalmärkte und Zukunftstechnologien – Metaverse, KI und Kryptowährungen. Enacy besitzt einen Bachelor of Science (BSc) mit Auszeichnung in Medien- und Gesellschaftswissenschaften.

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