Die Probleme der EZB häufen sich immer weiter – Haben sie überhaupt einen wirklichen Plan?

- Yannis Stournaras schlägt eine Zinssenkung im Juni vor und verweist auf Herausforderungen wie die Fragmentierung des Bankensektors und die Folgen der Staatsschuldenkrise.
- Die EZB-Beamten sind sich weitgehend einig, dass die geldpolitische Straffung bis Juni schrittweise zurückgefahren werden soll, wobei die Lohndaten zur Bestätigung der Inflationstrends abgewartet werden.
- Christine Lagarde berichtet von einem Rückgang der Inflation und einem robusten Arbeitsmarkt und hebt dentronLohndruck als künftigen Inflationstreiber hervor.
Yannis Stournaras sprach Klartext und erklärte, die EZB habe es schwerer als die amerikanische Federal Reserve (Fed). Er müsse sich mit der schwierigen Lage des Bankensektors in der Eurozone auseinandersetzen und spüre noch immer die Nachwirkungen alter Schuldenkrisen. Stournaras, der die griechische Zentralbank leitet, plädiert für behutsame Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte und möchte die Zinssenkungen bereits im Juni einleiten, anstatt sie hinauszuzögern.
Er plädiert nachdrücklich für einen Start im Juni, um die restriktive Geldpolitik der EZB zu lockern. Offenbar ist er damit nicht allein, denn die meisten EZB-Vertreter peilen Juni an, um ihren strengen Umgang mit cash etwas zu lockern. Allerdings gibt es unterschiedliche Meinungen: Einige wollen die Zügel früher lockern. Die Mehrheit wartet jedoch ab, um wichtige Lohndaten zu erhalten und sicherzustellen, dass die Inflation unter Kontrolle bleibt und das angestrebte 2%-Ziel erreicht wird.
Stournaras lobte die Fortschritte bei der Inflationsbekämpfung in der Eurozone. Er geht davon aus, dass sich die Inflation bis zum Herbst dem Ziel der EZB annähern wird, ohne die Wirtschaft ins Chaos zu stürzen oder Währungsprobleme zu verursachen, und deutet damit auf ein Szenario mit reibungsloser Landung hin.
Unterdessen EZB- lobte
Lagarde zeichnete das Bild einer Eurozonen-Wirtschaft, die zwar einige Einbußen hinnehmen musste, sich aber dennoch stabilisierte. Trotz der schwierigen Phase mit hoher Inflation infolge der aufeinanderfolgenden Schocks nach der Pandemie bessert sich die Lage, da die Inflation nach dem besorgniserregenden Höchststand von 10,6 % im Oktober 2022 zurückging. Das Wirtschaftswachstum der Eurozone verlief 2023 eher verhalten, doch es gibt Anzeichen für eine baldige Erholung.
Sie freut sich, berichten zu können, dass der Arbeitsmarkt trotz einiger Anzeichen einer beginnenden Instabilität weiterhin stabil ist und die Arbeitslosenquote niedrig bleibt. Die Inflation ist im Januar leicht auf 2,8 % gesunken, wobei die Energiepreise deutlich zurückgingen und die Lebensmittelinflation zwar nachließ, aber immer noch hoch ist. Die Kerninflation, die Energie- und Lebensmittelpreise nicht berücksichtigt, ging ebenfalls auf 3,3 % zurück, was eine leichte Entspannung bei den Warenpreisen zeigt, während der Dienstleistungssektor weiterhin unter Druck steht.
Der Lohndruck bleibt weiterhin hoch, da Arbeitnehmer angesichts der Inflation und des angespannten Arbeitsmarktes eine faire Behandlung fordern. Die Gewinne haben sich jedoch etwas entlastet, wodurch die Kosten für die Verbraucher leichter weitergegeben werden können. Lagarde versicherte, dass die harte Geldpolitik der EZB zusammen mit einem Rückgang der Gesamtinflation und soliden Inflationserwartungen einen drohenden Lohn-Preis-Auseinanderbruch verhindern sollte.
Mit Blick auf die Zukunft setzt sie darauf, dass sich die Inflation weiter abschwächt, sobald die Folgen vergangener Schocks nachlassen und eine restriktivere Geldpolitik dazu beiträgt, sie einzudämmen. Die EZB agiert flexibel und hält die Zinssätze vorerst stabil, ist aber bereit, diese je nach Inflations- und Wirtschaftsentwicklung anzupassen.
Lagarde hat einen Plan, um die Eurozone inmitten der wirtschaftlichen und geopolitischen Turbulenzen widerstandsfähig zu halten. Hohe Energiepreise und globale Instabilität setzen der Eurozone zu, zusätzlich zu altbekannten Herausforderungen wie der Alterung der Bevölkerung, dem Klimawandel und der technologischen Revolution.
Europa muss seine Energieunabhängigkeit stärken, insbesondere angesichts der russischen Aggression gegen die Ukraine. Lagarde fordert verstärkte Investitionen in saubere Energie und Technologien, um Europas Energiebedarf zu senken.
Auch die Investitionslandschaft muss verbessert werden, denn die Erreichung der europäischen Umwelt- und Digitalisierungsziele ist mit hohen Kosten verbunden. Sie befürwortet daher verstärkte Bemühungen um eine engere wirtschaftliche und währungspolitische Verzahnung, einschließlich der Stärkung des EU-Finanzsystems, um Großinvestitionen in die Umwelt- und Digitalisierungsbranche zu ermöglichen.
Lagarde betont zudem die Notwendigkeit eines engeren Binnenmarktes, um Europas Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit zu stärken. Sie fordert Bürokratieabbau und einen größeren, besser integrierten Markt, um Wachstum, Investitionen und Innovationen anzukurbeln.
Unterm Strich bedeutet das: Lagarde und Stournaras rücken den Balanceakt der EZB bei der Steuerung der Eurozone durch Inflationskämpfe und wirtschaftliche Umbrüche in den Vordergrund und rufen klar zu Einigkeit und Investitionen auf, um Europatronund widerstandsfähig zu halten.
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