Teslas Elektroauto-Verkäufe sinken im ersten Quartal um 13 % – der sechste Rückgang in Folge, während China mit Elon Musk konfrontieren

- Tesla lieferte im ersten Quartal 2025 336.681 Fahrzeuge aus und blieb damit weit hinter den Erwartungen der Investoren zurück.
- Die Umsätze in China sanken im Jahresvergleich um 11,5 %, während lokale Konkurrenten wie BYD und Geely stark zulegten.
- Teslas Marktanteil in Europa brach ein, nachdem Elon Musk rechtsextreme Politik unterstützt hatte.
Tesla meldete für das erste Quartal 2025 weltweit 336.681 ausgelieferte Fahrzeuge. Diese Zahl wurde zwei Tage nach dem schlechtesten Quartalsergebnis seit 2022 veröffentlicht. Der Rückgang markiert den sechsten Monat in Folge mit sinkenden Verkaufszahlen.
Die Auslieferungszahlen sind im Vergleich zum Vorjahr (386.810) gesunken und liegen deutlich unter den Erwartungen der Anleger. StreetAccount hatte mit 360.000 bis 370.000 Fahrzeugen gerechnet, Kalshi schätzte 352.000. Teslas eigenes Investor-Relations-Team hatte ausgewählten Analysten 377.590 Fahrzeuge empfohlen. Alle Prognosen lagen daneben.
Auch die Produktion brachte keine Besserung. Das Unternehmen baute in diesem Quartal 362.615 Fahrzeuge, ein Rückgang gegenüber 433.371 im ersten Quartal 2024. Die Werke von Elon Musk liefen nach geplanten Teilstillständen zur Modernisierung der Anlagen langsamer. Diese Änderungen sollten die Produktionslinien für die Fertigung einer überarbeiteten Version des Model Y vorbereiten, das nach wie vor das meistverkaufte Modell des Unternehmens ist.
China lässt Elon Musk alt aussehen, während die lokale Konkurrenz große Erfolge feiert
Im März verkaufte Tesla in China 78.828 Fahrzeuge, 11,5 % weniger als im Vorjahresmonat. Diese Zahlen stammen vom chinesischen Pkw-Verband (CPCA). Obwohl der März besser aussah als die 30.688 Fahrzeuge im Februar, bleibt das Gesamtbild düster. Chinesische Autohersteller wie BYD und Geely sind Musk weit überlegen. BYD verkaufte allein im März 371.419 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben, ein Plus von 23 % gegenüber dem Vorjahr. Geely setzte 119.696 Fahrzeuge ab, ein Anstieg von 167 %.
Elons Probleme in China gehen weit über bloße Zahlen hinaus. Er sieht sich mit Gegenreaktionen aufgrund seines politischen Engagements konfrontiert. Nachdem er 290 Millionen Dollar investiert hatte, um Donald Trump wieder ins Weiße Haus zu bringen, übernahm Elon die Leitung des Ministeriums für Regierungseffizienz, wo er nun Zehntausende von Stellen im öffentlichen Dienst abbaut und Regulierungen beseitigt. Diese Maßnahmen lösten Proteste, Boykotte und sogar Angriffe auf Tesla-Einrichtungen aus.
Das gleiche politische Drama schadet Teslas Image in Europa. Im Februar bekundete Elon Musk öffentlich seine Unterstützung für die AfD, eine rechtsextreme, einwanderungsfeindliche Partei in Deutschland. Die Verkaufszahlen brachen daraufhin ein. Daten von EU-EVs.com zeigen, dass Teslas Marktanteil bei batterieelektrischen Fahrzeugen in Deutschland auf 4 % gesunken ist, verglichen mit 16 % im ersten Quartal 2024. In 15 europäischen Ländern fiel Teslas Anteil auf 17,9 %, gegenüber 9,3 % im Vorjahreszeitraum.
Elon Musk macht aus alldem keinen Hehl. In einer internen Telefonkonferenz erklärte er seinen Mitarbeitern, er sei weiterhin überzeugt, dass das Model Y auch in diesem Jahr wieder das meistverkaufte Auto der Welt sein werde. Und das, obwohl das Unternehmen von Januar bis März lediglich 323.800 Fahrzeuge der Modelle 3 und Y auslieferte. Die Gesamtproduktion dieser beiden Modelle lag bei 345.454 Einheiten. Die übrigen Tesla-Modelle – Cybertruck und andere – erreichten zusammen nur 12.881 Auslieferungen.
Aktienkurs bricht nach schlechtestem Quartal seit Jahren stark ein
Teslas Aktienkurs brach im ersten Quartal 2025 um 36 % ein – der stärkste Rückgang seit dem vierten Quartal 2022 und das drittschlechteste Quartal seit dem Börsengang vor 15 Jahren. Dieser Einbruch ließ Teslas Marktkapitalisierung um 460 Milliarden US-Dollar sinken. Nach diesem Kurssturz fiel die Aktie am Mittwoch im vorbörslichen Handel um 8:04 Uhr EST um weitere 3,04 %.
Das Unternehmen hat, wie üblich, in seinem offiziellen Bericht die Verkaufszahlen nicht nach Region oder Modell aufgeschlüsselt. Tesla defiauch nicht, was genau unter „Auslieferungen“ zu verstehen ist. Das war aber schon immer so. Es gibt nur die Zahlen.
Die im Januar eingeführte neue Version des Model Y sollte eigentlich zur Erholung beitragen. Doch selbst mit den modernisierten Produktionslinien konnte das Modell das Quartal nicht retten. Nicht, weil die lokale Konkurrenz Käufer abwarb, nicht, weil die Politik Teslas Image auf zwei Kontinenten beschädigte, und defirecht nicht, weil der Markt deutlich mehr erwartete, als das Unternehmen liefern konnte.
Da Teslas Bericht keine detaillierten Angaben zu Regionen oder Modellen enthält, weiß niemand genau, wo die Verluste am größten sind. Doch vom Umsatzrückgang in China bis zum Einbruch in Deutschland, vom gescheiterten Relaunch des Model Y bis zum Kurssturz von 36 % – die Anzeichen sind überall zu finden.
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Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
















