Tesla hat einen neuen Chef für sein Indien-Geschäft ernannt, da der Elektrofahrzeughersteller versucht, die enttäuschenden Verkaufszahlen in einem der größten Automobilmärkte der Welt zu verbessern.
Lamborghini hat Sharad Agarwal, den ehemaligen Leiter der indischen Niederlassung, zum neuen Chef des Unternehmens ernannt. Er tritt seine Tätigkeit diese Woche auf, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Bloomberg bestätigten.
Dieser Schritt markiert eine Veränderung in Teslas Managementstrategie für Indien. Bislang berichteten einige wenige lokale Mitarbeiter an Manager in China und anderen regionalen Niederlassungen. Agarwal wird künftig von Indien aus arbeiten und die operative Leitung direkt vor Ort übernehmen.
Isabel Fan, die bei Tesla für Südostasien zuständig ist, leitete im Juli und August die Eröffnung der beiden Tesla-Showrooms in Mumbai und Neu-Delhi. Ihr Vorgänger, Prashanth Menon, hatte das Amt im Mai niedergelegt. Er pendelte zwischen Indien und den USA.
Personen, die mit der Entscheidung vertraut sind, gaben an, Tesla wolle mit einer lokalen Führung eine besser auf den indischen Markt zugeschnittene Strategie entwickeln. Tesla-Vertreter reagierten nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme. Agarwal war nicht erreichbar.
Mit der Einstellung einer Person mit Erfahrung im Verkauf teurer Autos scheint Tesla sich – zumindest aktuell – eher auf wohlhabende Käufer als auf den Massenmarkt zu konzentrieren. Agarwal muss das anfängliche Interesse in tatsächliche Verkäufe umwandeln und dabei die hohen Importzölle in Indien sowie die begrenzte Nachfrage nach Elektrofahrzeugen berücksichtigen.
Teslas Bestellungen in Indien bleiben hinter den Erwartungen zurück
Teslas Markteintritt in Indien verlief hinter den Erwartungen zurück. Laut Bloomberg News hatte das US-amerikanische Unternehmen seit Verkaufsstart Mitte Juli lediglich etwas über 600 Bestellungen erhalten. Zum Vergleich: Tesla liefert weltweit alle vier Stunden so viele Fahrzeuge aus. Bis Oktober stieg die Gesamtzahl der Bestellungen auf über 800 Fahrzeuge, wie eine mit den Zahlen vertraute Person mitteilte.
Die schwache Resonanz verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen Tesla in Indien steht. Hohe Einfuhrzölle haben den Startpreis des Model Y auf über 6 Millionen Rupien getrieben, was umgerechnet 67.575 US-Dollar entspricht.
Laut JATO Dynamics kosten die meisten in Indien verkauften Elektrofahrzeuge rund 2,2 Millionen Rupien. Elektrofahrzeuge machen etwas mehr als 5 % aller Autoverkäufe des Landes .
Tesla verstärkt Marketingbemühungen
Tesla plant, seine Marketingaktivitäten auszuweiten, um die Marke und die Produkte einem breiteren Publikum bekannt zu machen, wie eine mit den Plänen vertraute Person mitteilte. Das Unternehmen hat temporäre Verkaufsstände in stark frequentierten Einkaufszentren der Hauptstadtregion aufgebaut, darunter auch in Gurgaon.
Bevor Agarwal Lamborghini vor rund einem Jahr verließ, leitete er fast ein Jahrzehnt lang das Indien-Geschäft der zum Volkswagen-Konzern gehörenden Marke. In dieser Zeit trug er maßgeblich dazu bei, Lamborghini zum Marktführer im Segment der Superluxuswagen in Indien zu machen.
Er baute die Marke zudem von Großstädten auf über 60 Standorte im ganzen Land aus. Kleinere Märkte trugen schließlich ein Viertel zum Umsatz bei.
Laut seiner LinkedIn-Seite trat Agarwal im November 2024 Classic Legends, einer Einheit von Mahindra & Mahindra, als Chief Business Officer bei.

