Eine Studie von Forschern der North Carolina State University beleuchtet den komplexen Zusammenhang zwischen Unternehmenskommunikation , öffentlicher Wahrnehmung und Aktienkursentwicklung während einer trac Krise. Die Studie, die Daten aus einem Jahrzehnt mithilfe fortschrittlicher Big-Data-Analysemethoden auswertete, konzentrierte sich auf die komplizierte Rechtslage rund um das weit verbreitete Herbizid Roundup, das von Monsanto hergestellt und später von Bayer übernommen wurde.
Mithilfe von Big-Data-Analysen untersuchten die Forscher über 230.000 Tweets und 334 Nachrichtenartikel aus den Jahren 2012 bis 2022. Ihr Ziel war es, zu analysieren, wie Monsanto/Bayer die PR-Krise um Roundup bewältigte und welche Reaktionen Medien und Öffentlichkeit dazu äußerten. Darüber hinaus untersuchte die Studie die Kursschwankungen der Aktien von Monsanto und Bayer, um Zusammenhänge zwischen Unternehmenskommunikation und öffentlicher Meinung zudent.
Dynamische Unternehmenskommunikation und öffentliche Reaktion
Die Ergebnisse offenbarten ein dynamisches Zusammenspiel zwischen Unternehmenskommunikationsstrategien und öffentlichen Reaktionen. Während der Krise nahm Monsanto/Bayer in seiner öffentlichen Kommunikation unterschiedliche Positionen ein, von aggressiv bis neutral und entgegenkommend. Auffällig war, dass aggressive Reaktionen des Unternehmens oft eine ähnlich aggressive Reaktion der Öffentlichkeit widerspiegelten. Folglich standen Fälle gegenseitiger Feindseligkeit zwischen Unternehmen und Öffentlichkeit intronZusammenhang mit nachfolgenden Kursverlusten.
Auswirkungen auf das Krisenmanagement
Die Studie unterstreicht die zentrale Rolle der Unternehmenskommunikation bei der Gestaltung der öffentlichen Wahrnehmung und damit auch der Beeinflussung der Aktienkursentwicklung. Unternehmen haben zwar keinen direkten Einfluss auf die öffentliche Meinung, aber erheblichen Einfluss auf ihre Kommunikationsstrategien. Daher legt die Studie nahe, dass ein kooperativer Ansatz in der Krisenkommunikation entscheidend zum Schutz der finanziellen Interessen des Unternehmens beitragen kann.
Theoretisch verdeutlicht die Studie die Dynamik der Beziehungen zwischen Unternehmen und Öffentlichkeit und liefert wertvolle Einblicke in deren sich über längere Zeiträume entwickelnde Dynamik. Die Ergebnisse fügen sich nahtlos in das von den Forschern entwickelte Rahmenwerk der bedingten Beziehungen zwischen Organisation und Öffentlichkeit (COPR) ein und erweitern unser Verständnis dieser komplexen Beziehungen. Die Integration neuer KI- und Big-Data-Tools ermöglicht eine umfassende Analyse dynamischer Interaktionen und eröffnet der Krisenkommunikationsforschung neue Perspektiven.
Originalartikel unter https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S036381112400016X

