Steam plant die Einführung lokaler Verkaufssteuern auf Transaktionen mit Spielen, die über den Online-Shop erworben wurden. Die Steuern gelten in bestimmten US-Bundesstaaten, in denen sie gesetzlich vorgeschrieben sind. Spieler und Entwickler äußerten umgehend ihren Unmut über die neue Steuer und bezeichneten sie als „Diebstahl“
Valve, das Unternehmen hinter Steam, wird künftig lokale Umsatzsteuern auf Transaktionen auf der Plattform erheben. Die Steuern werden auf Grundlage der Marktgebühren und der in den jeweiligen Bundesstaaten des Wohnsitzlandes des Käufers geltenden Gesetze berechnet.
Steam hat sich zu einem der größten digitalen Spiele-Shops weltweit entwickelt. Über die Plattform können Spieler über 3000 digitale Versionen verfügbarer Spiele und deren exklusive Pakete erwerben. Entwickler können ihre Spiele ebenfalls online veröffentlichen und wertvolles Feedback von der Steam-Community erhalten. Jüngste Maßnahmen zur Erhöhung der Gebühren auf der Plattform haben jedoch weltweit zu Unmut unter Spielern und Entwicklern geführt.
Steam führt lokale Verkaufssteuern ein
Steam arbeitet daran, lokale Umsatzsteuern auf Markttransaktionen zu erheben. Die von den lokalen Steuerbehörden vorgeschriebene Umsatzsteuer wird nur auf die Marktgebühren erhoben.
Soweit wir wissen, gilt dies vorerst nur für einige US-Bundesstaaten. pic.twitter.com/blCrI3GY22
— SteamDB (@SteamDB) 23. Oktober 2024
Der neue Bezahlvorgang bei Steam ermöglicht es Spielern, die Höhe der für ihren Kauf berechneten lokalen Umsatzsteuer einzusehen, indem ihnen der exakte abgezogene Betrag angezeigt wird. Die neue Funktion zeigt Spielern außerdem an, ob ihr Wohnort zu den Bundesstaaten gehört, in denen lokale Umsatzsteuer erhoben wird.
Die neue Steuer ist Teil der Maßnahmen der US-Regierung zur Erhöhung der indirekten Steuereinnahmen. Die Höhe der erhobenen indirekten Umsatzsteuern variiert dabei von Bundesstaat zu Bundesstaat.
Die defidigitaler Güter in den jeweiligen Landesgesetzen bestimmt deren Steuerpflicht. In einigen Bundesstaaten, wie Montana und Nevada, sind digitale Güter, beispielsweise Videospiele, von der Besteuerung befreit. Im Gegensatz dazu erheben andere Bundesstaaten, wie Kalifornien, Alabama und Louisiana, die höchsten Umsatzsteuersätze von 7,25 %, 5,29 % bzw. 5,11 %.
Die neuen Steuern, die Steam eingeführt hat, widersprechen dem, was viele Gamer für angemessen halten. In diesem Zusammenhang argumentierten Gamer, dass der Staat online nur dann Umsatzsteuer erhebt, wenn das Unternehmen eine physische Präsenz, einen sogenannten „Nexus“, in einem Bundesstaat hat.
Nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA im Juni 2018 wurde die Ausnahmeregelung jedoch geändert. Gamer vermuteten, dass die Einführung der lokalen Umsatzsteuer auf Steam ein Versuch war, die Plattform an die in den USA geltenden Steuerbestimmungen anzupassen.
Gamer reagieren negativ auf die neue Steuer
Online-Spieler reagierten umgehend auf die Nachricht von der Einführung der lokalen Umsatzsteuer auf Steam. Die meisten Kommentare sprachen sich gegen die neue Abgabe aus.
In Kommentaren wurde angemerkt, dass die digitale Version von Spielen nicht solchen Steuern unterliegen sollte, wobei ein Nutzer die neue Steuer mit der „Besteuerung von Monopoly-Geld“ verglich. Einige Spieler gingen sogar so weit zu erklären, dass sie den Steam-Marktplatz nicht mehr nutzen würden.
„Es sieht so aus, als müssten Sie nur auf die Marktgebühren selbst lokale Steuern zahlen; Gott sei Dank nicht auf den Verkaufspreis des Artikels.“
Weitere Kommentare analysierten die Steuersituation, insbesondere die unterschiedliche Besteuerung von Spielen in verschiedenen Ländern. Die meisten Spieler äußerten ihre Verwirrung darüber, wie die neue Steuer in Regionen wie Kanada funktionieren würde. Einem kanadischen Spieler wurde die neue Steuer auch in Kanada eingeführt.

