Der S&P 500 erreichte am Montag einen weiteren Rekordwert, nachdem Nvidia angekündigt hatte, 100 Milliarden US-Dollar in OpenAI zu investieren und damit eine neue Welle des KI-Hypes an den Märkten auslöste. Die Nvidia-Aktie schoss auf 184,55 US-Dollar in die Höhe – den höchsten jemals gehandelten Kurs – und legte innerhalb von weniger als einer Stunde um 200 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung zu.
Der Kursanstieg erfolgte, als der Nasdaq Composite um 0,6 % zulegte, der Dow Jones um 117 Punkte stieg und der S&P 500 um 0,5 % zulegte. Alle drei wichtigen Indizes erreichten im Laufe des Handelstages neue Allzeithochs. Diese Meldung basiert auf Informationen von Yahoo Finance.
Die Begeisterung beschränkte sich nicht nur auf Aktien. Der Volatilitätsindex (VIX) stieg um 3 %. Auch Gold erreichte einen Rekordwert, während die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen wieder im Plus lagen. Händler verfolgten die Entwicklungen in Echtzeit. Das Ausmaß von Nvidias Investition schockierte den Markt. Niemand hatte mit einer Ankündigung von 100 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit OpenAI gerechnet, doch dieser Schritt positionierte das Unternehmen umgehend als Dreh- und Angelpunkt der nächsten KI-Welle.
Die Blockade in Washington gefährdet die Marktdynamik
Die Stimmung an der Wall Street war spürbar, doch im Hintergrund braut sich ein politisches Chaos zusammen. Der Kongress hat noch immer kein Finanzierungsgesetz verabschiedet, und die Gefahr eines Regierungsstillstands wächst. Letzte Woche lehnte der Senat sowohl republikanische als auch demokratische Vorschläge zur vorübergehenden Aufrechterhaltung der Staatsversorgung ab. Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, hatdent Donald Trump nun aufgefordert, sich mit den Abgeordneten zu treffen und eine Einigung zu erzielen. Die Frist zur Vermeidung eines Regierungsstillstands läuft am 30. September ab, und bisher zeigt sich niemand kompromissbereit.
Die Märkte hatten bereits vortronWoche hinter sich. Die drei wichtigsten Indizes schlossen allesamt mit Rekordwochenabschlüssen. Der Russell 2000 sorgte zudem für Schlagzeilen, nachdem er sein erstes Allzeithoch seit November 2021 erreicht hatte. Dieser Aufschwung erfolgte, nachdem die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte gesenkt hatte – die erste Senkung seit Dezember. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group erwarten Händler noch vor Jahresende zwei weitere Zinssenkungen.
Dennoch ist diese Phase des Jahres für den S&P 500 üblicherweise nicht optimal. Daten von Citadel Securities zeigen, dass diese Woche historisch gesehen die schwächste für den Index ist. Neben den Turbulenzen um die Haushaltssperre und die Diskussionen um Künstliche Intelligenz wartet der Markt auch auf den von der Fed bevorzugten Inflationsindikator, den Preisindex der privaten Konsumausgaben. Ökonomen erwarten eine moderate Inflation. Sollte sich diese Erwartung bestätigen, dürfte die Fed ihre aktuelle Politik beibehalten.
Kryptohändler liquidierten ihre Vermögenswerte, als diese einbrachen
Während die Aktienkurse Rekorde brachen, erlitten Kryptohändler massive Verluste. Die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarktes fiel am Sonntagabend unter 4 Billionen US-Dollar, und bis Montag verzeichneten fast alle wichtigen Kryptowährungen Kursverluste. Bitcoin gab um 3 % nach, Ether verlor 6 %, Solana 7 % und sowohl Dogecoin als auch World Liberty Financial (WLF) brachen um 10 % ein.
Bei Derivaten war der Verlust besonders groß. Positionen im Wert von über 1,7 Milliarden US-Dollar wurden am Sonntagabend liquidiert. 94 % davon stammten aus Long-Positionen. Die größte Einzelposition – im Wert von 12,7 Millionen US-Dollar – wurde auf OKX, einer der meistbesuchten Kryptobörsen, komplett vernichtet. Ether-Bullen traf es am härtesten, mit Liquidationen von über 500 Millionen US-Dollar. Bitcoin Händler verloren rund 280 Millionen US-Dollar.
Dies alles folgte auf die Ankündigung der Fed in der vergangenen Woche, den kurzfristigen Leitzins um 0,25 Prozentpunkte zu senken. Das war zwar erwartet worden, konnte die Verkäufe aber nicht stoppen. Die Senkung reichte nicht aus, um die Dynamik aufrechtzuerhalten, und viele Positionen wurden von der Senkung überrascht.
Auch Unternehmen mit großen Kryptobeständen mussten Einbußen hinnehmen. Mittlerweile führen über 180 börsennotierte Unternehmen Bitcoin in ihren Bilanzen. Viele von ihnen hatten versucht, ähnliche Gewinne zu erzielen wie Michael Saylors Firma Strategy (MSTR) Anfang des Jahres. Doch mit fallenden Kursen stehen sie alle unter Druck.

