Warum stocken die Handelsgespräche zwischen Südkorea und den USA trotz nahezu nicht vorhandener Zölle auf US-Importe?

- Nichttarifäre Streitpunkte wie digitale Vorschriften und Verteidigungskosten verzögern die Handelsgespräche zwischen den USA und Südkorea im Vorfeld der Zollfrist am 9. Juli.
- Die von Südkorea vorgeschlagenen Technologievorschriften stoßen in den USA auf Kritik, da sie angeblich amerikanische Unternehmen ins Visier nehmen, während chinesische Konkurrenten verschont bleiben.
- Die Forderungen der USA nach einem breiteren Zugang zu landwirtschaftlichen Produkten stoßen bei südkoreanischen Landwirten, die vor weiteren Marktöffnungen zurückschrecken, auf Widerstand.
Nichttarifäre Handelshemmnisse und neu auftretende regulatorische Konflikte bleiben die Hauptstreitpunkte in den südkoreanischen Verhandlungen, obwohl die 90-tägige Aussetzung der ehemaligen 25-prozentigen US-Zölle am 9. Juli ausläuft.
Laut südkoreanischen Beamtensollten die Gespräche ursprünglich bilaterale Handelsstreitigkeiten beilegen. Inzwischen haben sie sich jedoch zu umfassenderen Verhandlungen entwickelt, die auch die Regulierung digitaler Dienste, den Zugang zu Agrarmärkten, die Kostenbeteiligung im Verteidigungsbereich und die Energiekooperation betreffen.
Digitale Handelsspannungen stehen im Mittelpunkt
Im Zentrum der digitalen Handelsstreitigkeiten stehen die in Südkorea anstehenden Gesetzesvorschläge zur Eindämmung der Marktmacht großer Technologieplattformen. Die Gesetze orientieren sich Berichten zufolge am EU-Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act,DMA) und zielen darauf ab, die Transparenz zu erhöhen, fairen Wettbewerb zu fördern und kleinere Digitalunternehmen zu schützen.
US-amerikanische Abgeordnete argumentieren jedoch, dass diese Maßnahmen amerikanische Unternehmen ungerechtfertigt benachteiligen. In einem Schreiben vom 1. Juli an US-Handelsbeamte kritisierten Kongressabgeordneter Adrian Smith und 42 weitere Abgeordnete die Vorschläge, da diese Firmen wie Google, Apple und Meta ungleichmäßig träfen, während chinesische Technologieunternehmen wie ByteDance, Alibaba und Temu unberücksichtigt blieben.
Die südkoreanische Demokratische Partei erwägt Berichten zufolge, die Verabschiedung der Digitalregeln zu verzögern, um die laufenden Handelsgespräche nicht zu gefährden.
Die USA äußerten zudem Bedenken hinsichtlich inhaltsbasierter Gebühren, die Inhalteanbieter wie Netflix zur Zahlung koreanischer Netznutzungsgebühren verpflichten würden. Auch Googles Antrag auf den Export standortbezogener Daten, der 2016 abgelehnt wurde, wird erneut geprüft; eine Entscheidung wird am 11. August erwartet. Apple hat Berichten zufolge ebenfalls einen ähnlichen Antrag gestellt.
Die Landwirtschaft ist ebenfalls ein wichtiger Knotenpunkt, der gelöst werden muss
Obwohl Südkorea der weltweit größte Importeur von US-Rindfleisch ist, besteht dort weiterhin ein Einfuhrverbot für Rindfleisch von über 30 Monate alten Rindern. Als Grund werden Bedenken hinsichtlich der Rinderseuche BSE angeführt. Washington fordert die Aufhebung dieser Beschränkungen und einen breiteren Marktzugang für andere Produkte, darunter Kartoffeln und Äpfel.
Die südkoreanischen Landwirte wehren sich jedoch. Bei einer öffentlichen Anhörung am 30. Juni protestierten Agrarverbände gegen eine weitere Marktöffnung und erinnerten an das Abkommen von 2007, das die Abschaffung der Zölle auf US-Rindfleisch bis 2026 vorsah.
Der von Südkorea erhobene Zoll von über 500 % auf Reisimporte ist in den aktuellen Verhandlungen noch nicht zur Sprache gekommen.
Verteidigung, industrielle Zusammenarbeit und Energie
Neben dem Handel werden auch die Devisenpolitik und die Kostenbeteiligung für die in Südkorea stationierten US-Truppen, derzeit rund 28.500 Soldaten, über separate Kanäle behandelt.
Obwohl diese Faktoren nicht offiziell Teil der Handelsgespräche sind, beeinflussen sie die strategische Beziehung zwischen den beiden Nationen.
Südkorea betont zudem seine industriellen Beiträge zur US-Wirtschaft. Offizielle Vertreter verweisen auf Joint Ventures im Schiffbau, in der KI-Branche, bei Batterien, Halbleitern und Elektrofahrzeugen und argumentieren, dass koreanische Investitionen dazu beitragen, das US- defizu verringern.
Die Zusammenarbeit im Energiebereich ist ein weiteres interessantes Thema. Südkorea hat vorläufiges Interesse an einer Beteiligung an einem 44 Milliarden US-Dollar teuren Flüssigerdgasprojekt (LNG) in Alaska bekundet. Offizielle Vertreter bleiben jedoch vorsichtig, da sie nach eigenen Angaben mehr Klarheit über die Machbarkeit des Projekts benötigen, da die USA die technischen Informationen erst später im Jahr liefern werden.
Bei all diesen Entwicklungen spielt der 9. Juli, der Stichtag für das Auslaufen der Zollaussetzung, eine entscheidende Rolle.
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