Zusammenfassung (TL;DR)
- Eun Sung-soo sagt, dass alle Kryptobörsen in Südkorea geschlossen werden könnten.
- Nach neuen Vorschriften müssen sich Kryptobörsen bei der Kommission registrieren lassen.
Der Vorsitzende der südkoreanischen Finanzdienstleistungskommission, Eun Sung-soo, sagte, das Land müsse möglicherweise bis September alle 200 Kryptobörsen schließen.
Laut der Korea Times äußerte er sich in einer Sitzung des Politischen Ausschusses der Nationalversammlung. Das Schicksal dieser Geldtransfers hänge von den neuen Gesetzen zur Bekämpfung der Geldwäschedent , die letztes Jahr in Kraft traten.
Das Gesetz schreibt vor, dass alle Börsen sämtliche AML-Richtlinien umsetzen und mit den Banken zusammenarbeiten müssen, um eine Zertifizierung des Informationssicherheitsmanagements zu erhalten.
Die Börsen wurden aufgefordert, sich ab dem 25. März für die Lizenzierung als Anbieter von Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte zu registrieren, da bisher keine der 200 Börsenfirmen im Land einen Antrag gestellt hat. Sie haben bis zum 24. September Zeit, sich zu bewerben, andernfalls droht ihnen die Schließung durch die Regierung.
Neue Auswirkungen der Geldwäschebekämpfung auf südkoreanische Börsen
Das ostasiatische Land zählt weiterhin zu den Ländern, in denen Kryptowährungen aktiv gehandelt werden, und ist berühmt für Bitcoin „Kimchi“-Prämie, die Preisdifferenz zwischen koreanischen und amerikanischen Börsen, die in der Spitze bei rund 20 % lag und mittlerweile auf unter 2 % gesunken ist.
Sollte der südkoreanische Kryptomarkt durch die neuen Regulierungen faktisch lahmgelegt werden, könnte der Kimchi-Aufschlag verschwinden. Die neuen Geldwäschebestimmungen drohen zudem, den aufstrebenden Markt in Südkorea zum Erliegen zu bringen.
Derzeit verfügen nur vier der größten Kryptobörsen des Landes über eine Partnerschaft mit einer lokalen Bank, wie es die Aufsichtsbehörden vor September vorschreiben. Trotz der weltweit zunehmend positiven Wahrnehmung von Kryptowährungen stehen die Aufsichtsbehörden dem Kryptomarkt weiterhin kritisch gegenüber.
Eun Sung-soo argumentierte, Kryptowährungen seien im Vergleich zu vielen anderen Anlageklassen zu volatil und spekulativ. Das Land führte zudem eine 20-prozentige Steuer auf Kryptogewinne ein, nachdem ähnliche Maßnahmen in anderen Ländern gescheitert waren. Man hat nun eine Regulierung vorgenommen, um eine breitere Akzeptanz zu fördern.

