Derdent der Federal Reserve Bank von Kansas City, Jeffrey Schmid, erklärte am Montag, dem 6. Oktober, dass er eine weitere Senkung der Zinssätze nicht befürwortet.
Ausgehend von seiner Argumentation besteht zwar ein dringender Bedarf für die Fed, ein Gleichgewicht zwischen strengen und gelockerten Maßnahmen zu finden, sie sollte sich aber hauptsächlich auf die Bedrohungen konzentrieren, die von einer hohen Inflation ausgehen.
Diese Ankündigung erfolgte, nachdem Schmid die Entscheidung der Fed, die Zinssätze im September um 0,25 % zu senken, nachdrücklich unterstützt hatte. Er hielt diesen Ansatz angesichts des schwächelnden Arbeitsmarktes für vernünftig.
Was Schmids Zurückhaltung bei weiteren Zinssenkungen betrifft, so geht aus Berichten hervor, dass der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, in den kommenden Wochen nächste Zinsentscheidung
Die hohe Inflation schürt die Sorge vor Zinssenkungen
Neben Schmid haben auch mehrere andere Vertreter der US-Notenbank Bedenken hinsichtlich weiterer Zinssenkungen geäußert und argumentiert, dies könne zu einer höheren Inflation führen. Beispiele hierfür sind Lorie Logan von der Federal Reserve Bank of Dallas und Beth Hammack von der Federal Reserve Bank of Cleveland.
Stephen Miran, ein amerikanischer Ökonom und jüngstes Mitglied des Federal Reserve Board of Governors, widersprach dieser Argumentation hingegen und plädierte weiterhin für tiefere Zinssenkungen bei den kommenden Sitzungen.
Obwohl Miran sich für tiefere Zinssenkungen ausspricht, hat er Unterstützung von anderen Fed-Vertretern wie Michelle Bowman, der stellvertretenden Vorsitzenden der Federal Reserve, und Mary Daly, derdent und CEO der Federal Reserve Bank von San Francisco, erhalten. Laut deren Argumentation empfehlen sie deutliche Zinssenkungen, da dies dazu beitragen könnte, weitere Rückgänge auf dem Arbeitsmarkt abzufedern.
Während die Debatten um Zinssenkungen an Schärfe zunehmen, steigt auch die Anspannung unter den Menschen. Um diesen Bedenken entgegenzuwirken, teilte Schmid der CFA Society Kansas City mit, dass seiner Ansicht nach mehrere Unternehmen aufgrund der Unsicherheiten im Zusammenhang mit den weitreichenden Zollpolitiken von US-Präsident dent Trump und der Frage, wie sich KI auf ihren zukünftigen Personalbedarf auswirken könnte, Neueinstellungen verschieben.
Er wies jedoch auf bestimmte Anzeichen hin, wie beispielsweise eine Arbeitslosenquote von 4,3 %, die darauf hindeuten, dass der Arbeitsmarkt potenzielltronist.
Gleichzeitig erwähnte er, dass die Inflation weiterhin hoch sei und sich die Dienstleistungsinflation in den letzten Monaten bei etwa 3,5 % stabilisiert habe – deutlich über dem Zielwert der Federal Reserve von 2 %. „Ein besorgniserregender Trend ist die zunehmende Häufigkeit von Preiserhöhungen“, sagte Schmid vor der CFA Society Kansas City.
Er wies ferner darauf hin, dass bis August rund 80 % der in den offiziellen Inflationsdaten tracKategorien einen Preisanstieg verzeichneten, gegenüber 70 % zu Jahresbeginn. Anschließend erklärte Schmid, er erwarte generell nur begrenzte Auswirkungen von Zöllen auf die Inflation. Dennoch wertet er dies eher als Beleg für eine ausgewogene Geldpolitik denn als Grund für signifikante Zinssenkungen.
Die politischen Entscheidungsträger der US-Notenbank stehen bei Entscheidungen über Zinssenkungen vor Herausforderungen
Schmid merkte an, dass die Entscheidungsträger der US-Notenbank vor schwierigen Entscheidungen stünden. Eine Zinssenkung zur Stützung des Arbeitsmarktes könne die Inflation anheizen. Andererseits könne ein Festhalten an hohen Zinsen zur Inflationsbekämpfung die Arbeitslosigkeit erhöhen.
Interessanterweise hatte auch Fed-Chef Powell diesen Balanceakt erwähnt. Schmid erklärte dazu: „Beschränkungen zwingen zu schwierigen Entscheidungen darüber, wie verschiedene Ziele in Einklang gebracht werden können, und die Fed muss diese schwierigen Entscheidungen im Hinblick auf Inflation und Beschäftigung treffen.“ Er betonte außerdem, dass die Fed bei der Bewältigung dieser Herausforderung seiner Ansicht nach ihre Glaubwürdigkeit in Inflationsfragen wahren müsse.
Die Wirtschaft zeige sich unterdessen robust, und die Ausgaben für KI-Software hätten die Unternehmensinvestitionen angekurbelt, die normalerweise bei hohen Zinsen zurückgehen, sagte Schmid. Seine Bemerkungen folgten seiner Feststellung, dass die Aktienmärkte nahe ihrer Allzeithochs stünden und die Spreads von Unternehmensanleihen so gering wie nie zuvor seien.
Derzeit wird an den Finanzmärkten spekuliert, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte bei den nächsten beiden Sitzungen der US-Notenbank – die für Oktober und Dezember geplant sind – hoch ist.

