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SAP-Chef kritisiert Nvidias Vorstoß für KI-Infrastruktur

VonNellius IreneNellius Irene
3 Minuten Lesezeit
  • SAP-Chef Christian Klein stellt Nvidias KI-Vision in Frage und sagt, Europa brauche keine riesigen Rechenzentren, um im Bereich KI wettbewerbsfähig zu sein.
  • Klein plädiert nun dafür, dass SAP als Software- und Technologieanbieter agiert und nicht als Infrastrukturbetreiber oder Investor.
  • Klein argumentiert, dass der Erfolg von KI von der praktischen Anwendung abhängt, nicht von der Fähigkeit, mit den USA oder China hinsichtlich Ausgaben oder Umfang mithalten zu können.

SAP-Chef Christian Klein hat sich verärgert über die Vorstellung geäußert, Europa müsse mit dem Rest der Welt gleichziehen, indem es mehr Rechenzentren mit leistungsstarken Chips baue. 

Bei einer Pressekonferenz im SAP-Hauptsitz in Walldorf, Deutschland, ging auf Äußerungen von Nvidia-CEO Jensen Huang während seiner aufsehenerregenden Europatournee.

„Müssen wir wirklich fünf Rechenzentren bauen und dort High-End-Chips einbauen? Ist das, was Europa braucht? Ich bezweifle es“, sagte Klein.

Huang, dessen Unternehmen Marktführer für KI-Chips ist, erklärte im Juni auf einer Veranstaltung, dass Europa im Bereich der künstlichen Intelligenz an Boden verliert, weil es nicht über genügend Rechenleistung verfügt. 

Während seines Besuchs kündigte Huang mehrere Partnerschaften zum Aufbau der KI-Infrastruktur auf dem Kontinent an, die allesamt auf Nvidias Technologie basieren. Er rief die europäischen Staats- und Regierungschefs dazu auf, es den US-amerikanischen Technologiekonzernen gleichzutun und massiv in den Ausbau der Datenverarbeitungskapazitäten in vielen Sektoren zu investieren.

Klein argumentiert jedoch, dass dieser Ansatz für Europa ein Fehler wäre. Seiner Meinung nach liegt die Stärke des Kontinents in seiner industriellen Basis – Automobilindustrie, Fertigung, Chemie, Ingenieurwesen usw. – und nicht in der Fähigkeit, im Wettlauf um die leistungsstärksten Rechenmaschinen mit den amerikanischen Technologiegiganten mitzuhalten.

Statt die hardwareorientierte Strategie des Silicon Valley nachzuahmen, sollte sich Europa laut Klein darauf konzentrieren, intelligente KI-Anwendungen zu entwickeln, die seinen Kernbranchen dienen. 

SAP rudert bei Gigafactory-Ambitionen zurück

Kleins Äußerungen deuten auf einen drastischen Wandel in SAPs KI-Strategie hin. Noch vor sechs Monaten hatte er seine volle Unterstützung für den Aufbau europäischer KI-„Gigafabriken“ – riesiger Anlagen zum Trainieren und Skalieren von KI-Modellen – bekundet. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar bezeichnete er das US-geführte „Stargate“-Projekt als „großartiges Vorbild“ für Europa. Damals sicherte er seine uneingeschränkte Unterstützung für ein ähnliches europäisches Vorhaben zu.

SAP hatte im Hintergrund Gespräche mit anderen deutschen Unternehmen über eine gemeinsame Investition in eine der von der Europäischen Union geförderten KI-Gigafabriken geführt. Diese Gespräche scheiterten jedoch. Laut Thomas Saueressig, Leiter Kundenservice und -abwicklung bei SAP, verliefen sie aufgrund unterschiedlicher Visionen und einer kurzfristigen Denkweise „im Sande“.

Diese Woche stellte SAP klar, dass das Unternehmen kein Interesse mehr an Investitionen in oder einer operativen Beteiligung an solchen Megaprojekten hat. Stattdessen möchte SAP solche Initiativen als Technologie- und Softwareanbieter unterstützen und Tools, Plattformen sowie anpassbare KI-Anwendungen für Infrastrukturprojekte bereitstellen.

Anfang des Jahres verpflichtete sich die Europäische Union 20 Milliarden Euro (23 Milliarden US-Dollar) in den Bau von fünf KI-Gigafabriken zu investieren. Angesichts dieser ambitionierten Ziele unterstreicht SAPs Rückzug die wachsende Skepsis führender europäischer Industrieunternehmen gegenüber dem Versuch, das amerikanische Modell der KI-Vorherrschaft zu kopieren.

Entwickler setzen auf Open-Source-KI für schnellere Innovationen

Klein fragte sich auch, welchen Wert es langfristig hat, riesige, proprietäre KI-Modelle zu entwickeln. Stattdessen sieht er einen Trend hin zu kostengünstigeren Open-Source-Alternativen. Als Beispiel nannte er das chinesische Unternehmen DeepSeek, das kürzlich Schlagzeilen machte, weil es die führenden US-amerikanischen KI-Unternehmen mit einem Modell übertraf, das auf Open-Source-Code basiert und zu einem Bruchteil der Kosten trainiert wurde.

Klein erklärte, der Erfolg von Open-Source-Modellen zeige, dass für die Entwicklung effektiver KI-Lösungen weder unbegrenzte Rechenleistung noch Milliardenbudgets erforderlich seien. Entscheidend seien vielmehr intelligente, schlanke Modelle, die marktrelevant seien und in realen Geschäftsumgebungen gut funktionierten.

Er argumentierte, dass die Ära monolithischer KI-Infrastrukturen zu Ende geht. Da die Modelle nun weit verbreitet sind, wird die entscheidende Frage sein, wie effektiv Unternehmen diese Werkzeuge auf reale Probleme anwenden.

SAPs Priorität ist die Integration von KI-Funktionen in Unternehmenssoftwaresysteme. Klein hat über KI-gestützte Arbeitsabläufe in der Logistik, vorausschauende Wartung von Fabrikanlagen, intelligente Kundenservice-Bots und Echtzeit-Entscheidungs-Dashboards für Supply-Chain-Manager geschrieben.

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Haftungsausschluss. Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Cryptopolitan/ übernimmt keine Haftung für Investitionen, die auf Grundlage der Informationen auf dieser Seite getätigt werden. Wirtronempfehlen dringend, vor jeder Anlageentscheidung eigene Recherchen durchzuführendent oder einen qualifizierten Fachmann zu konsultieren

Nellius Irene

Nellius Irene

Nellius hat einen Abschluss in Betriebswirtschaft und IT und verfügt über fünf Jahre Erfahrung in der Kryptowährungsbranche. Sie ist außerdem Absolventin des Bitcoin Dada-Programms. Nellius hat für führende Medien wie BanklessTimes, Cryptobasic und Riseup Media geschrieben.

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