Brad Garlinghouse, CEO von Ripple Labs, glaubt, dass die USA Kryptowährungen gegenüber deutlich aufgeschlossener werden. Unabhängig vom Ausgang der nächsten Wahl erwartet Garlinghouse einen Wandel. Auf der DC Fintech Week sagte er:
„Dies ist die wichtigste Wahl, die wir je hatten, aber egal, was passiert, wir werden einen kryptofreundlicheren und innovationsfreundlicheren Kongress haben als je zuvor.“
Ripple ist ein bedeutender Akteur im Kryptobereich. Das Unternehmen, dessen Token XRP lautet, wickelt weltweite Zahlungen mit Banken und Finanzinstituten ab. Dennoch finden 95 % der Geschäfte außerhalb der USA statt, da Washington unter Joe Biden Kryptowährungen feindselig gegenübersteht.
RippleRechtsstreit und Garlinghouses Ratschläge für Fintech-Startups
Im Jahr 2020 wurde Ripple von der US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) verklagt. Die SEC argumentierte, dass XRP ein Wertpapier sei, doch Ripple errang letztes Jahr einen wichtigen Sieg, als ein Richter entschied, dass XRP beim Verkauf an Privatanleger kein Wertpapier darstellt.
Der Sieg war ein großer Moment für die Branche, und Garlinghouse sagt, er habe einen Rat für Fintech-Startups, die sich im aktuellen Umfeld zurechtfinden müssen: „Gründen Sie Ihren Firmensitz außerhalb der Vereinigten Staaten.“
Warum? Ganz einfach. Garlinghouse empfindet die US-Regierung als zu langsam und zu feindselig. Dennoch blickt er hoffnungsvoll in die Zukunft.
„Wer glaubt, dass wir nicht am Ende besser dastehen werden, der irrt sich gewaltig“, sagte er. „In zehn Jahren werden wir zurückblicken und feststellen, dass die USA jahrelang Fehler gemacht haben, aber das wird nur eine vorübergehende Hürde sein. Diese Branche wird florieren.“
Ripple hat seinen Worten auch Taten folgen lassen. Das Unternehmen spendete 45 Millionen Dollar an das Fairshake-Komitee für Kryptowährungen.
Mitbegründer Chris Larsen investierte sogar 11 Millionen Dollar in Kamala Harris' Wahlkampagne. Und um seine Botschaft zu unterstreichen, trug Garlinghouse auf der Bühne eine violette Krawatte und signalisierte damit eine Mitte zwischen Rot und Blau.
Krypto und Politik: Eine sich vertiefende Kluft
Die Branche ist zunehmend polarisiert, obwohl Kryptowährungen im Kongress parteiübergreifend Unterstützung finden. Auf der einen Seite steht Trump, der sich selbst als „Krypto-dent“ bezeichnet und sichtronfür die Branche einsetzt.
„Trump hat sich natürlich früh und sehr vehement für Kryptowährungen ausgesprochen“, bemerkte Garlinghouse. Auf der anderen Seite steht Kamala Harris. Ihr Team hat sich bisher weniger zu Kryptowährungen geäußert, doch Garlinghouse hob hervor, dass sie diese Woche einige der „konstruktivsten öffentlichen Äußerungen“ zu diesem Thema gemacht haben.
Harris, die aus dem Silicon Valley stammt, war schon immer technologiefreundlich, obwohl sie als Bidens Vizepräsidentin auch als Befürworterin seiner kryptofeindlichen Maßnahmen gilt. Und sie hat die Vorwürfe nie zurückgewiesen.
Trotz der unterschiedlichen Ansätze ist sich Garlinghouse in einem Punkt sicher: Unabhängig vom Wahlausgang wird es in den USA einen „Neustart“ im Umgang mit Kryptowährungen geben. Die Biden-Regierung sei, so Garlinghouse, ein Desaster für die Branche gewesen.
„Ganz gleich, was passiert, wir werden einen gescheiterten Ansatz der Biden-Regierung hinterlassen“, sagte er. Die SEC, das Office of the Comptroller of the Currency und sogar das Finanzministerium seien „kryptofeindlich“ gewesen, so seine Aussage.
Persönlich hat Garlinghouse noch keinendentoffiziell unterstützt. Anfang dieser Woche sprach er sich jedoch für John Deaton aus, einen Anwalt für Kryptorecht, der die Kryptokritikerin Senatorin Elizabeth Warren ablösen will.
Warren setzt sich für eine stärkere Überwachung der Kryptoindustrie ein, und gewinnt damit keine Beliebtheitswettbewerbe.
Harris gegen Trump: Kopf-an-Kopf-Rennen
Die jüngste CNBC-Umfrage zur US-Wirtschaftslage zeigt, dass dasdentvöllig offen ist. Trump führt knapp mit 48 % zu 46 % vor Harris. Dieser Vorsprung liegt innerhalb der Fehlermarge der Umfrage, sodass noch alles möglich ist.
In den entscheidenden Swing States führt Trump mit nur einem Prozentpunkt Vorsprung (48 % zu 47 %). Beide Seiten liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, weniger als zwei Wochen vor der Wahl. Die Umfrage, die vom 15. bis 19. Oktober lief, befragte 1.000 Wählerinnen und Wähler landesweit, mit besonderem Fokus auf die Swing States.
Von den insgesamt Befragten stammten 186 aus Schlüsselstaaten wie Arizona, Georgia und Pennsylvania. Weitere 400 Wähler wurden allein in diesen umkämpften Gebieten befragt, sodass sich die Gesamtzahl auf 586 beläuft.
Wie stehen die Wähler also zu den wichtigsten Themen? Im Mittelpunkt steht die Wirtschaft. Inflation, Lebenshaltungskosten und die Sorgen der Mittelschicht sind die wichtigsten Themen. Trump schneidet bei Wählern, denen Inflation und Wirtschaft wichtig sind, deutlich besser ab. Er liegt mit 42 % gegenüber 24 % vor Harris, wenn es darum geht, wer ihrer Meinung nach ihre finanzielle Situation verbessern wird.
Etwa 29 % der Wähler geben an, dass es ihnen egal ist, wer gewinnt – sie erwarten keine Veränderung ihrer finanziellen Situation. Bei denjenigen, für die eine Veränderung wichtig ist, führt Trump jedoch mit 13 Punkten.

