Im dritten Quartal überholt Google Cloud seine Konkurrenten im hochriskanten KI-Krieg

- Google Cloud legte im dritten Quartal um 35 % zu und übertraf damit die Konkurrenten Amazon und Microsoft beim Wachstum. Gleichzeitig bewies das Unternehmen endgültig, dass es keine Belastung mehr für den Gewinn darstellt.
- Amazons AWS ist zwar immer noch Marktführer, wuchs aber nur um 19 % – halb so schnell wie Google – und erzielte dabei eine operative Marge von 38 %.
- Auch Microsoft Azure spürt den Druck durch die KI-Entwicklung, da die Nachfrage die Kapazität übersteigt. Neue Investitionen sollten dies jedoch bis Anfang 2025 abmildern.
Google hat im Cloud- und KI-Bereich einen fulminanten Aufstieg hingelegt. Die Wall Street ist begeistert: Google Cloud verzeichnete im dritten Quartal ein Wachstum von 35 % und erreichte einen Umsatz von 11,35 Milliarden US-Dollar. Das ist ein deutlich schnelleres Wachstum als die 29 % im Vorquartal und sorgt für Aufsehen am Markt.
Investoren erkennen, dass es bei Google nicht mehr nur um Werbung geht; das Cloud-Segment generiert enorme Umsätze. Der Tech-Gigant setzt verstärkt auf KI, und das zahlt sich aus. Googles Cloud-Geschäft, das sowohl Infrastruktur als auch Software umfasst, steht nach jahrelangen Investitionen endlich auf soliden Beinen.
Amazon Web Services (AWS) bleibt unterdessen Marktführer mit einem Umsatz von 27,45 Milliarden US-Dollar – ein sattes Plus von 19 %. AWS ist zwar mehr als doppelt so groß wie Google Cloud, wächst aber nur etwa halb so schnell. Microsoft Azure belegt mit einem Wachstum von 33 % den zweiten Platz.
Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen diesen dreien, doch Googles rasantes Tempo zeigt, dass das Unternehmen nicht nachgibt. Da diese Giganten ihre Geschäftszahlen zeitgleich veröffentlichten, erhielten Anleger einen umfassenden Überblick darüber, wie jeder Einzelne um die Vorherrschaft im Markt für KI-gestützte Cloud-Dienste kämpft.
Google erweitert seine KI-Ambitionen
Die operative Marge von Google Cloud erreichte im dritten Quartal 17 %, ein deutlicher Anstieg, nachdem das Unternehmen erst im Vorjahr die Gewinnzone erreicht hatte. Jahrelang war dies für Google ein finanzieller Verlust.
Jetzt sieht die Sache ganz anders aus. „Das hat die Erwartungen deutlich übertroffen“, sagte Melissa Otto, Leiterin der Technologieforschung bei Visible Alpha. Sie ist jedoch vorsichtig und unsicher, ob Google dieses Gewinnniveau halten kann. Klar ist aber, dass Googles Entscheidungen sich auszahlen.
Bei Amazon war AWS schon immer die cash . Die operative Marge im dritten Quartal lag bei satten 38 %, ein Wert, den Analysten von Bernstein als „unglaublich“ bezeichneten. Amazon hat die Einstellung von Personal eingeschränkt, leistungsschwache AWS-Dienste reduziert und die Lebensdauer der Server von fünf auf sechs Jahre verlängert.
Allein dies steigerte die Gewinnmargen um 2 %. AWS bleibt hier der Gewinnmotor und treibt Amazons Gesamteinnahmen voran, während es gleichzeitig seine starke Cloud-Dominanztron.
Microsoft überraschte dieses Quartal mit seinen Azure-Zahlen und legte detailliert offen, welche Bestandteile in die Umsätze der öffentlichen Cloud-Plattform Azure einfließen. Zuvor hatte Microsoft bei der Berichterstattung über die Azure-Umsätze auch andere Produkte wie Sicherheitsdienste und Power BI zusammengefasst. Nun erhalten Anleger ein klareres Bild.
Das Wachstum von Azure könnte sich in diesem Quartal etwas verlangsamen, doch Finanzchefin Amy Hood rechnet damit, dass es sich bis Anfang 2025 wieder beschleunigen wird, sobald das Unternehmen seine Kapazitäten erweitert. „Die Nachfrage ist weiterhin höher als unsere verfügbaren Kapazitäten“, erklärte Hood und fügte hinzu, dass Microsofts Investitionen Azure auf die steigende KI-Last vorbereiten.
Wettlauf um KI-Leistung: Maßgeschneiderte Chips und NVIDIAs rasant steigende Nachfrage
Amazon und Google setzen beide auf maßgeschneiderte KI-Chips, um die Nachfrage zu decken. AWS-Kunden zeigen Interesse an Amazons Trainium 2, dem KI-Chip der zweiten Generation für das Training von Modellen.
„Wir haben uns mehrfach an unsere Fertigungspartner gewandt, um deutlich mehr zu produzieren, als wir ursprünglich geplant hatten“, räumte Amazons CEO Andy Jassy ein und signalisierte damit, dass sie selbst mit hauseigenen Prozessoren und GPUs von NVIDIA die Nachfrage nicht decken können.
Google ist nicht weit dahinter und führt seine Tensor Processing Units (TPUs) der sechsten Generation ein. CEO Sundar Pichai erklärte, er arbeite eng mit dem TPU-Team zusammen und sei gespannt auf dessen Roadmap. Googles eigens entwickelte TPUs treiben die KI-Fähigkeiten weiter voran.
Microsoft verfolgt einen ähnlichen Ansatz und stellte letztes Jahr seinen KI-Chip Maia vor, um die eigenen Dienste zu unterstützen. Bislang hält das Unternehmen Maia geheim und nutzt ihn nur intern. Analysten von DA Davidson bezweifeln, dass Microsoft Amazon und Google in diesem Bereich überflügeln kann und bewerten Microsoft in diesem KI-Wettlauf als neutral.
Azures enorme Investitionen in OpenAI sichern dem Unternehmen jedoch eine starke Position im KI-Bereich. NVIDIA hingegen erzielt große Erfolge. Die Nachfrage nach seinen KI-Chips ist so hoch, dass sich der Umsatz des Unternehmens in den letzten fünf Quartalen jeweils verdoppelt hat.
Intels Ausstieg aus dem Dow Jones und die aufstrebenden KI-Giganten
Dieser KI-getriebene Boom führte sogar dazu, dass NVIDIA Intel im Dow Jones Industrial Average, einem Index, der Technologieaktien traditionell eher zurückhaltend bewertete, ablöste. Die NVIDIA-Aktien sind allein in diesem Jahr um 170 % gestiegen, während die von Intel um über 50 % eingebrochen sind. NVIDIAs H100-Chips sind für die KI-Infrastruktur unerlässlich, und Investoren drängen darauf, sich an diesem Erfolg zu beteiligen.
Am 8. November scheidet Intel aus dem Dow Jones aus und macht damit Platz für NVIDIA. Intels Schwierigkeiten in der Fertigung und das Scheitern im KI-Bereich haben das Unternehmen ins Hintertreffen geraten lassen. Intels Prozessoren verloren gegenüber AMD an Boden, und nun hat Intel Schwierigkeiten, im Kerngeschäft überhaupt noch mitzuhalten.
Die Aktienkurse sind gefallen, und Intel hat bereits 16.500 Stellen abgebaut, um Kosten und Immobilien zu reduzieren. Man versucht, das Ruder herumzureißen, doch der Zug der KI-Entwicklung ist bereits abgefahren.
NVIDIA hingegen gibt Vollgas, die Blackwell-Chips stehen als nächstes an, und die Nachfrage ist so enorm, dass sie als „wahnsinnig“ bezeichnet wird. Die Entwicklung des Dow Jones spiegelt diese neue Ära wider, in der KI-Technologien dominieren, und NVIDIAs Platzierung im Index signalisiert einen bedeutenden Wandel für den gesamten Markt.
Mit dem Beitritt von NVIDIA zum Dow Jones sind nun vier der sechs Billionen-Dollar-Tech-Unternehmen im Index vertreten; lediglich Meta und Alphabet fehlen.
Wenn Sie das hier lesen, sind Sie schon einen Schritt voraus. Bleiben Sie mit unserem Newsletter auf dem Laufenden.
Haftungsausschluss. Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Cryptopolitan/ übernimmt keine Haftung für Investitionen, die auf Grundlage der Informationen auf dieser Seite getätigt werden. Wirtrondentdentdentdentdentdentdentdent oder einen qualifizierten Fachmann zu konsultieren
CRASH-KURS
- Mit welchen Kryptowährungen kann man Geld verdienen?
- Wie Sie Ihre Sicherheit mit einer digitalen Geldbörse erhöhen können (und welche sich tatsächlich lohnen)
- Wenig bekannte Anlagestrategien, die Profis anwenden
- Wie man mit dem Investieren in Kryptowährungen beginnt (welche Börsen man nutzen sollte, welche Kryptowährung am besten zum Kauf geeignet ist usw.)















