Die Bank von England (BoE) bereitet sich auf eine mögliche Zinssenkung in diesem Sommer vor, vorbehaltlich der Bestätigung, dass die Inflation tatsächlich rückläufig ist, wie vom geldpolitischen Ausschuss (MPC) erwartet.
Diese Enthüllung stammt direkt vom stellvertretenden Gouverneur der Bank of England, Ben Broadbent, der die wirtschaftlichen Signale in ganz Großbritannien genau beobachtet hat. Broadbent teilte seine Erkenntnisse in einer Rede und merkte an, dass Mitarbeiter der Bank of England landesweit eine Veränderung festgestellt haben. Unternehmen berichten im Vergleich zum Vorjahr von einer geringeren Fähigkeit, höhere Lohnforderungen an die Verbraucherpreise weiterzugeben.
Daten sind die Grundlage für Entscheidungen
Die veränderte Dynamik deutet auf einen künftig geringeren Inflationsdruck hin. Broadbent betonte die Bedeutung von Echtzeitdaten für die Entscheidungen des geldpolitischen Ausschusses und erklärte:
„Ungeachtet der jeweiligen Ansichten seiner Mitglieder wird der geldpolitische Ausschuss weiterhin aus den eingehenden Daten lernen. Sollten sich die Prognosen bestätigen – Prognosen, die darauf hindeuten, dass die Geldpolitik irgendwann weniger restriktiv ausfallen muss –, ist eine Senkung des Leitzinses im Laufe des Sommers möglich.“
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Diese Kommentare erfolgen im Vorfeld der Veröffentlichung wichtiger Inflationsdaten am kommenden Mittwoch. Prognosen deuten auf einen deutlichen Rückgang der Verbraucherpreisinflation hin, der sich nach dem jüngsten Rückgang der Energiepreise möglicherweise dem 2%-Ziel der Bank of England annähern könnte. Der geldpolitische Ausschuss (MPC) selbst hat baldige Zinssenkungen angedeutet und erwartet, dass die Inflation innerhalb von zwei Jahren knapp unter 2 % und bis 2027 auf 1,6 % sinken wird.
Die britische Wirtschaft beweist Widerstandsfähigkeit inmitten globaler Schocks
In seiner ausführlichen Rede ging Broadbent auf die Folgen der Pandemie und des Ukraine-Konflikts ein, die anfänglich die Inflation angeheizt hatten. Diese Effekte der ersten Runde hätten sich jedoch gelegt und hartnäckigere Effekte der zweiten Runde hinterlassen, die vor allem Löhne und Preise betreffen. Diese Effekte der zweiten Runde hätten ihren Höhepunkt wahrscheinlich im vergangenen Herbst erreicht, erklärte Broadbent, „aber es wird länger dauern, bis sie sich wieder normalisieren, als bis sie entstanden sind.“

„Ich vermute jedoch, dass die besonders enge Verknüpfung zwischen dem britischen und dem globalen Wachstum in den letzten zwei Jahrzehnten ebenso sehr auf Zufall beruht wie auf anderen Faktoren.“
Ben Broadbent
Broadbent machte außerdem auf Erkenntnisse aus dem Agentennetzwerk der Bank of England aufmerksam, die auf anhaltende Schwierigkeiten der Unternehmen hinweisen, ihre gestiegenen Kosten an die Verbraucher weiterzugeben – eine Situation, die auf einen Trend zu einer weniger anhaltenden Inflation hindeuten könnte.
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Diese Einschätzung wird durch eine aktuelle Umfrage von S&P Global unter Einkaufsmanagern im Dienstleistungssektor weiter untermauert. Sie zeigt den schnellsten Anstieg der Inputkosten seit August 2023, aber gleichzeitig das langsamste Tempo der Preissteigerungen seit drei Jahren.
MPC-Stände geteilt
In seiner Rede räumte der stellvertretende Gouverneur ein, dass es innerhalb des geldpolitischen Ausschusses der Zentralbank unterschiedliche Meinungen zur anhaltenden Inflation gegeben habe. Er äußerte jedoch seine persönliche Einschätzung, dass er nun mit einer weniger lang anhaltenden Inflation rechne, was sich auf die jüngste Wirtschaftsprognose der Bank of England für das dritte Jahr ausgewirkt habe.
„Auch dieser Effekt wird nachlassen, weshalb wir davon ausgehen, dass die Inflation in der zweiten Jahreshälfte wieder steigen wird. Eine straffere Geldpolitik hat ebenfalls zum Rückgang der Inflation beigetragen, sowohl durch die Reduzierung der Überschussnachfrage als auch durch die Begrenzung potenziell viel größerer Folgeeffekte.“

Broadbent erörterte auch die Herausforderungen der Prognoseerstellung in einem Umfeld, das von schweren globalen Wirtschaftsstörungen geprägt ist. Wie bei den unglücklichen Familien in Leo Tolstois „Anna Karenina“ hätten keine zwei angebotsseitigen StörungendentAuswirkungen, bemerkte er und bezog sich dabei auf die inhärente Unvorhersehbarkeit und die daraus resultierenden Prognosefehler.
Cryptopolitan -Berichterstattung von Jai Hamid

