Der ehemalige pakistanische Premierminister Imran Khan soll Berichten zufolge KI-Technologie genutzt haben, um aus dem Gefängnis heraus eine Rede an seine Anhänger zu halten.
Berichten zufolge nutzte Khans Partei, Tehreek-e-Insaf (PTI), KI-Technologie, um eine Audioaufnahme des inhaftierten Politikers zu erstellen. Diese Aufnahme, kombiniert mit Fotos von Khan, wurde am Sonntag während einer virtuellen Wahlkampfveranstaltung der Partei im Vorfeld der für Februar angesetzten Parlamentswahlen abgespielt.
Khan nutzt KI, um für seine Partei Wahlkampf zu machen
„Meine pakistanischen Landsleute, zunächst möchte ich meinem Social-Media-Team für diesen historischen Versuch danken“, sagte die KI-generierte Stimme. „Vielleicht fragen Sie sich, wie es mir im Gefängnis geht … Mein Wille zur wahren Freiheit isttron.“
Die Stimme fuhr fort: „Unserer Partei ist es nicht gestattet, öffentliche Kundgebungen abzuhalten. […] Unsere Leute werden entführt und ihre Familien werden schikaniert.“
Die Kundgebung zog Berichtentracein riesiges Publikum im ganzen Land an, so sehr, dass es Berichte über landesweite Störungen bei Social-Media-Plattformen wie X/Twitter, Facebook, Instagram und YouTube gab.
Unterdessen beschuldigte Khans Partei die staatliche Telekommunikationsbehörde des Landes der Störungen und behauptete, diese habe den Dienst absichtlich verbreitet, um die Kundgebung der Partei zu stören.
„Dies ist der Beweis für die Angst vor derdentPopularität von Imran Khans PTI! Wie erwartet, hat das illegitime, faschistische Regime im Vorfeld der historischen virtuellen Jalsa (öffentlichen Versammlung) der PTI die Internetgeschwindigkeit verlangsamt und die sozialen Medien in ganz Pakistan gestört“, heißt es in einer Erklärung der Partei.
Auswirkungen von Khans KI-Stimmenklon
Khan, der vom internationalen Cricketstar zum Politiker wurde, wurde am 5. August zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Er wurde der Korruption für schuldig befunden, weil er Einnahmen aus dem Verkauf von Geschenken, die er während seiner Amtszeit von 2018 bis 2022 erhalten hatte, nicht deklariert hatte.
Der Einsatz von KI in Imran Khans Rede stellt eine faszinierende Fallstudie mit weitreichenden Implikationen dar. Er bietet zwar Chancen für einen besseren Zugang und neue Kommunikationsstrategien, wirft aber auch kritische Bedenken hinsichtlich möglicher Manipulation auf, insbesondere wenn die Technologie in die falschen Hände gerät.
Die KI-Stimmklonierung funktioniert, indem zunächst die Stimme einer Person durch Aufnahmen erfasst wird. Diese Aufnahmen werden dann verwendet, um ein KI-Modell zu trainieren, das lernt, die einzigartigen Merkmale der Stimme wie Tonhöhe, Klangfarbe und Akzent zudent.
Sobald das Modell trainiert ist, kann es verwendet werden, um neue Sprachausgabe zu generieren, die fast genau wie die Originalstimme klingt.
Pakistans Ex-Premierminister nutzt KI, um hinter Gittern eine Wahlkampfrede zu halten
