Nordkoreanische Hacker erbeuten Kryptowährungen im Wert von 70 Millionen Dollar

Nordkoreanische Hacker haben es weiterhin auf Kryptowährungen abgesehen
- Nordkorea steht im Verdacht, Kryptowährungen im Wert von 70 Millionen Dollar von der in Hongkong ansässigen Kryptowährungsbörse CoinEx gestohlen zu haben.
- Die Blockchain-Forschungsunternehmen Elliptic und Chainalysis weisen darauf hin, dass die nordkoreanische Lazarus-Gruppe verantwortlich sein könnte.
- Die Lazarus-Gruppe soll seit Juni bei Krypto-Raubüberfällen rund 240 Millionen Dollar erbeutet haben.
Ein neuer Diebstahl hat die Kryptowelt erschüttert, und der Verdacht fällt eindeutig auf Nordkorea. Satte 70 Millionen US-Dollar sind aus den Tresoren von CoinEx, einer in Hongkong ansässigen Kryptobörse, verschwunden. Dieser dreiste Cyberdiebstahl ist ein weiteres Zeichen für die Veränderungen im globalen Finanzwesen. Digitale Währungen, einst als Zukunft des Geldes gefeiert, sehen sich nun den Angriffen staatlich geförderter Hacker des Schurkenstaates ausgesetzt.
Die Spur des Verdachts und die verräterischen Zeichen
CoinEx hat sich zwar weitgehend neutral zurdentder Hacker geäußert, doch jüngste Enthüllungen der beiden Blockchain-Forschungsunternehmen Elliptic und Chainalysis deuten auf eine Beteiligung Nordkoreas hin. Die Indizien, die zu dieser Enthüllung führen, sind faszinierend. Elliptic behauptet, ein Teil der Beute sei in eine Krypto-Wallet geflossen, die zuvor mit der Lazarus-Gruppe in Verbindung gebracht wurde – einem berüchtigten Hackerkollektiv, dem nordkoreanische Unterstützung nachgesagt wird.
Noch verheerender war die Vorgehensweise des Raubüberfalls. Die Diebe nutzten eine Blockchain-Bridge für die Ethereum Blockchain. Klingt technisch? Ist es auch. Entscheidend ist jedoch, dass diese Methode bereits bei früheren Operationen zum Markenzeichen der Lazarus-Gruppe gehörte.
Ungezügelt und aufstrebend: Die Lazarus-Operation
Elliptic begnügte sich nicht damit, die Lazarus-Gruppe mit dem CoinEx-Fiasko in Verbindung zu bringen. Sie beleuchteten auch die jüngsten Aktivitäten der Gruppe, die die Krypto-Community beunruhigt haben. Seit Juni soll die Gruppe auf einem regelrechten Raubzug im digitalen Bereich gewesen sein und bei vier separaten Angriffen Krypto-Assets im Wert von rund 240 Millionen US-Dollar erbeutet haben.
Wer nun glaubt, es handle sich hierbei lediglich um einen simplencash , der sich irrt. Ein Bericht der Vereinten Nationen aus dem letzten Jahr hob hervor, wie Nordkorea seine Cyberdiebstähle massiv ausgeweitet und mit immer raffinierteren Methoden mehr digitales Gold als je zuvor erlangt hat. Warum? Die Antwort könnte in der Geopolitik und dem Überleben des Regimes liegen. UN-Sanktionsbeobachter deuteten bereits an, dass Nordkorea diese Cyberdiebstähle möglicherweise zur Finanzierung seiner Atom- und Raketenprogramme nutzt.
Das Schweigen der Angeklagten
Nordkorea hat sich, wie gewohnt, zu diesen Vorwürfen nicht geäußert. Frühere Anschuldigungen wegen Cyberkriminalität wurden stets zurückgewiesen, und auch diesmal verhält es sich nicht anders. Die nordkoreanische UN-Mission in New York ignorierte alle Anfragen nach einer Stellungnahme zu diesem Thema.
Kryptowährungen, eine Erfindung des sich ständig weiterentwickelnden digitalen Zeitalters, haben die Finanzwelt revolutioniert. Gleichzeitig haben sie aber auch eine Vielzahl von Problemen aufgeworfen. Ihre dezentrale Struktur, die relative Anonymität und das rasante Wachstum von Kryptobörsen machen sie zu einem attraktiven Ziel für Hacker.
Sollte sich die Beteiligung Nordkoreas als wahr erweisen, zeichnet das ein düsteres Bild: ein Schurkenstaat, der seine technologischen Fähigkeiten nicht nur nutzt, um seine Kassen zu füllen, sondern möglicherweise auch, um Aktivitäten zu finanzieren, die den Weltfrieden destabilisieren könnten.
An einem Wendepunkt angelangt, muss die Kryptoindustrie ihre Sicherheitsprotokolle dringend überdenken. Denn im digitalen Zeitalter lauert der Feind nicht nur vor den Toren, sondern sitzt im System und ist bereit, jede Schwachstelle auszunutzen. Der CoinEx-Raub ist nicht nur ein Weckruf für die Krypto-Community, sondern ein dringender Appell an die ganze Welt, die Bedrohungen der digitalen Unterwelt zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.
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Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
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