MUFG hat über ihre Treuhandbanksparte gerade über 100 Milliarden Yen (681 Millionen US-Dollar) in ein Hochhaus in Osaka investiert.
Laut Nikkei ist die Gruppe daran interessiert, den Turm in digitale Wertpapiere umzuwandeln und Bruchteilseigentum über tokenisierte Immobilien , wobei sowohl Privatanleger als auch große Institutionen im Fokus stehen.
Dies ist kein einfacher Prozess. Auf institutioneller Ebene wird die Immobilie in einen privaten Immobilien-Investmentfonds (REIT) umgewandelt, der hauptsächlich an Lebensversicherungsgesellschaften verkauft wird.
Für Privatanleger plant MUFG den Verkauf tokenisierter Anteile des Vermögenswerts, wodurch auch normale Käufer Zugang zu großen Gewerbeimmobilien erhalten, ohne Millionen an Kapital zu benötigen.
Mitsui trennt sich von MUFG, bleibt aber über Progmat weiterhin verbunden
Japan orientiert sich nicht an Europas Strategie. Während dort digitale Anleihen im Fokus stehen, dreht sich hier alles um tokenisierte Immobilien. Der Markt befindet sich allerdings noch in der Anfangsphase. Aktuell sind lediglich sechs Immobilien-Token auf dem START-Markt der Osaka Digital Exchange gelistet, mit einem monatlichen Handelsvolumen von nur 23 Millionen Yen (157.000 US-Dollar).
Seit 2021 wurden in Japan 63 digitale Wertpapiere im Gesamtwert von 194 Milliarden Yen (1,3 Milliarden US-Dollar) emittiert. Rund 80 % davon entfielen auf Immobilientransaktionen , lediglich 20 % auf Anleihen. Das Interesse liegt eindeutig darin, Gebäude in handelbare digitale Vermögenswerte umzuwandeln, auch wenn der Markt bisher noch wenig Bewegung zeigt.
Ein Unternehmen hat sich in diesem Bereich besonders engagiert, und das ist Mitsui Digital Asset Management. Es hat 16 tokenisierte Immobiliengeschäfte emittiert, 14 davon über seine Plattform Alterna, die direkt an Privatanleger verkauft.
Mitsui nutzte eine Zeit lang MUFG Trust für die rechtliche Abwicklung seiner Token. Doch das änderte sich letzten Monat. Mitsui gab die Treuhanddienste von MUFG auf und entwickelte mit Alterna Trust ein eigenes System, um Token-Launches zu beschleunigen. Dadurch entsteht der Eindruck, dass MUFG und Mitsui nun in direktem Wettbewerb stehen.
Dennoch scheinen die Unternehmen ihre Verbindungen nicht vollständig kappen zu können. Beide sind weiterhin über Progmat, die Security-Token-Plattform von MUFG, miteinander verbunden. Obwohl MUFG Progmat als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert hat, hält das Unternehmen weiterhin eine Beteiligung von 42 %. Mitsui hat trotz der Beendigung des Treuhanddienstleistungsvertrags eine Vereinbarung unterzeichnet, Progmat weiterhin für die meisten seiner zukünftigen Token zu nutzen.
MUFG hat zwar Mitsui als Vertrauenskunden verloren, profitiert aber weiterhin indirekt. So verfolgt das japanische Unternehmen seine Strategie. Ob diese Strategie klug ist, wird sich erst mit der Zeit zeigen.

