Die QNB Group hat ihre US-Dollar-Firmenzahlungsabwicklung auf eine Blockchain-basierte Plattform von JPMorgan Chase umgestellt. Dies ist ein weiterer Schritt hin zur Nutzung digitaler Währungstechnologie für alltägliche Transaktionen durch Großbanken.
Die in Katar ansässige Bank gab am Montag bekannt, dass sie nun das Kinexys Digital Payments-System von JPMorgan für die Abwicklung von Dollar-Zahlungen ihrer Geschäftskunden in Katar nutzt. Dank der neuen Lösung können Zahlungen jederzeit, auch am Wochenende, innerhalb weniger Minuten abgewickelt werden.
Traditionelle Bankensysteme arbeiten größtenteils während der Geschäftszeiten und es kann mehrere Tage dauern, bis Geld sein Ziel erreicht. Kamel Moris, Leiter des Transaktionsbankings bei QNB, sagte, dass Geschäftsführer zunehmend erwarten, dass ihr Geld genauso schnell transferiert wird wie Informationen.
Die Bank kann nun garantieren, dass Zahlungen in nur zwei Minuten verbucht werden. „Ein Traum für jeden Finanzvorstand“, sagte Moris laut Bloomberg in einem Interview.
Weltweit setzen große Banken auf die Distributed-Ledger-Technologie in ihren Geschäftsprozessen, da sie darin eine Möglichkeit sehen, komplizierte Backoffice-Arbeiten zu vereinfachen.
Obwohl diese Systeme seit über zehn Jahren getestet werden, ist es den meisten Banken bisher nicht gelungen, sie in großem Umfang zum Laufen zu bringen oder damit Geld zu verdienen.
Das Blockchain-Netzwerk von JPMorgan verarbeitet täglich Transaktionen im Wert von 3 Milliarden US-Dollar
JPMorgan hat das Kinexys-Netzwerk im Jahr 2019 ins Leben gerufen. Mittlerweile verarbeitet es täglich Transaktionen im Wert von 3 Milliarden Dollar.
Das klingt nach einer beträchtlichen Summe, stellt aber nur einen kleinen Teil der rund 10 Billionen Dollar dar, die die Zahlungsabteilung der Bank täglich abwickelt.
Als größte Clearingbank für US-Dollar weltweit möchte JPMorgan die Plattform durch die Nutzung ihres umfangreichendent ausbauen.
Durch die Öffnung des Netzwerks für andere Finanzinstitute kann JPMorgan Unternehmen erreichen, die nicht direkt mit ihnen zusammenarbeiten, so Naveen Mallela, der Kinexys zusammen mit einem weiteren Manager leitet. „Das ist institutionelles Niveau“, sagte Mallela.
Cryptopolitan berichtet, führt auch Swift eigene Blockchain-Tests durch. Das Messaging-Netzwerk, das über 11.000 Banken verbindet, prüft, ob sein Kernsystem zukünftig auf Blockchain-Technologie basieren könnte. BNP Paribas, BNY Mellon und weitere Großbanken nehmen an dem Test teil.
Die Ergebnisse des Swift-Pilotprojekts werden erst in einigen Monaten erwartet. Ein an dem Projekt beteiligter Banker bezeichnete es als „wichtige technologische Transformation für den internationalen Interbanken-Zahlungsverkehr“. Grégory Raymond von The Big Whale berichtete als Erster über diese Entwicklung auf X.

