Meta-Aktionäre testen die Grenzen des Machbaren, indem sie Zuckerberg und führende Vorstandsmitglieder vor Gericht zerren

- Die Aktionäre von Meta verklagen den Vorstand des Unternehmens wegen angeblicher Verstöße gegen die Datenschutzbestimmungen.
- Der Vorstand des Unternehmens soll außerdem einem Vergleich mit der FTC in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar zugestimmt haben, um Mark Zuckerberg vor persönlicher Haftung zu schützen.
- Der Prozess beginnt diese Woche in Delaware und beinhaltet Zeugenaussagen von Zuckerberg, Sheryl Sandberg, Marc Andreessen sowie weiteren aktuellen und ehemaligen Vorstandsmitgliedern.
Die Führungskräfte von Meta werden sich ab Mittwoch vor einem Gericht in Delaware treffen, um über eine Klage von drei Minderheitsaktionären zu verhandeln, die behaupten, dass der Vorstand des Unternehmens die Datenschutzbestimmungen nicht durchgesetzt hat.
Während sich einige darüber beschwert haben, dass es nahezu unmöglich sei, große Technologieunternehmen zur Rechenschaft zu ziehen, geriet Meta intern in die Kritik, weil das Unternehmen den persönlichen Schutz seines CEOs über die Privatsphäre der Nutzer stellte.
5 Milliarden Dollar schwerer Datenskandal
Die Führungskräfte von Meta, darunter Vorstandsvorsitzender Mark Zuckerberg und die ehemalige COO Sheryl Sandberg, werden diese Woche vor einem Handelsgericht in Delaware erscheinen, um sich in einer Aktionärsklage zu verantworten. In der Klage wird dem Vorstand des Unternehmens vorgeworfen, die Datenschutzbestimmungen nicht ordnungsgemäß gehandhabt und eine Rekordstrafe von 5 Milliarden Dollar genehmigt zu haben, um Zuckerberg vor persönlicher Haftung zu schützen.
Der Prozess beginnt am Mittwoch und dauert acht Tage. Er geht auf Metas Vergleich mit der US-amerikanischen Federal Trade Commission (FTC) aus dem Jahr 2019 zurück, der im Zuge des Cambridge-Analytica-Skandals geschlossen wurde. Damals wurden die persönlichen Daten von Millionen Nutzern der App über eine Drittanbieter-App gesammelt und ohne deren Zustimmung weitergegeben.
Die Aktionäre von Meta behaupten , dass der Vorstand des Unternehmens seine Treuepflichten verletzt habe, indem er eine Einverständniserklärung der FTC aus dem Jahr 2012 nicht eingehalten habe, und dass die Vergleichssumme von 5 Milliarden Dollar ungerechtfertigt hoch sei und eher dazu diene, Zuckerbergs persönliche Interessen zu schützen, als dem Unternehmen oder seinen Aktionären zu dienen.
Die Klage wurde von drei Minderheitsaktionären eingereicht und nennt mehrere prominente aktuelle und ehemalige Direktoren, darunter den Risikokapitalgeber Marc Andreessen, den Investor Peter Thiel, den Netflix-Mitbegründer Reed Hastings, Kenneth Chenault, den ehemaligen CEO von American Express, und Jeff Zients, einen ehemaligen Berater von Biden.
Es wird erwartet, dass alle diese Personen aussagen.
Die Caremark-Klage schreitet vor Gericht in Delaware voran
Der Prozess ist besonders bemerkenswert, da es sich um eine der ersten sogenannten „Caremark“-Klagen in Delaware handelt. Caremark-Klagen sind Klagen, in denen dem Vorstand vorgeworfen wird, die Einhaltung von Unternehmensrichtlinien nicht ausreichend überwacht zu haben. Erfahrungsgemäß werden solche Klagen häufig frühzeitig abgewiesen.
Die Kläger behaupten, der Vorstand von Meta habe die FTC-Strafe in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar ohne interne Untersuchung genehmigt und Zuckerberg dadurch vor einer persönlichen Verurteilung im FTC-Verfahren geschützt. Sie behaupten weiterhin, Zuckerberg habe unrechtmäßig Aktien des Unternehmens im Wert von Milliarden verkauft, obwohl er über wesentliche, nicht-öffentliche Informationen zu den nicht offengelegten Datenpraktiken von Facebook verfügte.
In den Gerichtsakten weisen Meta und die Beklagten diese Vorwürfe zurück. Sie argumentieren, dass die Geschäftsführer des Unternehmens die Vergleichsvereinbarung von 2012 nicht wissentlich verletzt und im Rahmen ihrer Treuepflichtendentgehandelt hätten. Meta beteuert, dass das Unternehmen nach der Vereinbarung ein umfassendes System von Datenschutzmaßnahmen implementiert habe und dass es keine Beweise für ein Fehlverhalten des Vorstands gebe.
Trotz dieser Einwände hat die Kernklage gegen Caremark den Antrag von Meta auf Klageabweisung bereits überstanden. Sandberg wurde in diesem Fall bereits mit Sanktionen belegt.
Das Gericht verhängte Anfang des Jahres eine Strafe gegen sie, weil sie nach Bekanntwerden der Klage Gmail-Nachrichten gelöscht hatte. Sandberg trat 2022 von ihrer Position als COO von Meta zurück und schied 2024 aus dem Vorstand aus.
Metas Marktkapitalisierung ist auf fast 2 Billionen US-Dollar angewachsen. Die Klage hat langjährige Bedenken hinsichtlich des aggressiven Wachstums des Unternehmens auf Kosten des Datenschutzes der Nutzer und des öffentlichen Vertrauens neu entfacht. Kritiker argumentieren, Metas Streben nach Nutzerinteraktion habe zu einem unsachgemäßen Umgang mit Systemdaten geführt und Online-Schadensrisiken wie Desinformation und Hassrede verstärkt.
Kanzlerin Kathaleen McCormick, die den Fall Meta leiten wird, sorgte 2024 auch für Schlagzeilen, als sie Teslas Vergütungspaket in Höhe von 55 Milliarden Dollar für CEO Elon Musk zurücknahm.
Die Klage hat bei führenden Köpfen der Technologiebranche, wie beispielsweise der Risikokapitalgesellschaft Andreessen Horowitz, die von Meta-Aufsichtsratsmitglied Marc Andreessen mitgegründet wurde, für Unruhe gesorgt. Das Unternehmen kündigte an, seinen Firmensitz von Delaware nach Nevada zu verlegen. Es bemängelte die „dentSubjektivität“ der Rechtsprechung in Delaware.
„Es geht um das Vertrauen in das Unternehmen – nicht nur bei den Nutzern, sondern auch bei den Aktionären“, sagte Jason Kint, CEO der Online-Verlagsgruppe Digital Content Next, zu dem Thema.
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