Die Luxshare-Aktie erreichte am Montag an der Shenzhen Exchange ihr Tageslimit und stieg um 10 %, nachdem The Information berichtet hatte, dass das chinesische Unternehmen einen Vertrag mit OpenAI zur Entwicklung eines KI-Geräts für Verbraucher unterzeichnet hat.
Der Kursanstieg trieb den Jahresgewinn auf rund 50 %. Gemäß den chinesischen Börsenregeln dürfen in Shenzhen notierte Unternehmen innerhalb einer Handelssitzung nicht mehr als 10 % nach oben oder unten schwanken.
Der Bericht wurde am Freitag veröffentlicht und berief sich auf Quellen aus dem Umfeld des Deals, die angeblich sagten, Luxshare arbeite bereits an einem Prototyp, der die großen Sprachmodelle von ChatGPT nutzt.
Eine Version des Geräts könnte wie ein smarter Lautsprecher aussehen, jedoch ohne Bildschirm, und Ende 2026 oder Anfang 2027 auf den Markt kommen. Ein solches Produkt würde direkt mit Apples Siri-basierten Geräten konkurrieren. Das Unternehmen hat dies zwar noch nicht öffentlich bestätigt, Insider berichten jedoch, dass bereits Gespräche über die Produktion laufen.
OpenAI wirbt Apple-Talente ab und dringt stärker in den Hardwarebereich vor
Hier geht es nicht nur darum, dass Luxshare Hardware herstellt. Es geht darum, dass OpenAI versucht, sich mit Nachdruck auf dem Markt für physische Geräte zu etablieren, und zwar indem es Apples eigene Mitarbeiter abwirbt.
Die Hardware-Abteilung wird nun von Tang Tan geleitet, der zuvor bei Apple tätig war. Laut hat OpenAI Ingenieure und Designer aus Cupertino abgeworben, um diese Produktlinie aufzubauen.
OpenAI hat bereits Anfang des Jahres einen bedeutenden Schritt unternommen. Das Unternehmen tat sich mit Jony Ive, dem Mann hinter iPhone, iPad und MacBook Air, zusammen und kaufte dessen Startup IO Products für 6,4 Milliarden US-Dollar.
Durch die Übernahme wurde Ive zusammen mit seinem Produktentwicklungsteam ins Unternehmen integriert. Sollte dieses neue Gerät jemals auf den Markt kommen, wird es die Handschrift mehrerer ehemaliger Apple- Veteranen tragen.
Luxshare ist seinerseits kein Neuling. Das Unternehmen fertigt bereits wichtige Komponenten für Apples AirPods und das Vision Pro Headset. Sollte die Übernahme von OpenAI zustande kommen, würde Luxshare vom reinen Apple-Zulieferer zum Partner von Apples direktem Konkurrenten aufsteigen. Berichten zufolge plant Luxshare außerdem noch in diesem Jahr einen Börsengang in Hongkong.
Auch andere chinesische Hersteller werden kontaktiert. Goertek, die unter anderem an AirPods, HomePods und Apple Watches mitarbeiten, verhandelt ebenfalls mit OpenAI . Laut Insidern könnten sie Lautsprecher und andere Hardwarekomponenten für das Gerät liefern.
OpenAI verfolgt hier eine klare Strategie: Sie wollen die gesamte KI-Erfahrung kontrollieren, nicht nur die Software. Bereits im November holten sie den ehemaligen Leiter des Orion-AR-Brillenprojekts von Meta ins Team, um die Leitung ihrer Robotik- und Konsumtechnologieabteilung zu übernehmen.
Im selben Monat investierten sie auch frühzeitig in ein Robotikunternehmen namens Physical Intelligence. Dieses Unternehmen konzentriert sich darauf, „universell einsetzbare KI in die physische Welt zu integrieren“

