Die Aktien von KindlyMD brachen am Montag um fast 10 % ein, nur wenige Stunden nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, dass es seine Ergebnisse für das dritte Quartal nicht fristgerecht einreichen könne, „ohne unzumutbaren Aufwand oder Kosten“
Diese Neuigkeit wurde am Freitag in einer Meldung an die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC bekanntgegeben – nicht gerade die Art von Nachricht, mit der Anleger am Wochenende aufwachen möchten.
Zum Börsenschluss fiel der Kurs von NAKA (der an der Nasdaq notierten Aktie von KindlyMD) auf 0,55 US-Dollar, ein Rückgang von 25 % gegenüber der vergangenen Woche und ein erschreckender Rückgang von 95 % gegenüber dem Wert von vor sechs Monaten.
Das Unternehmen hatte bis zum 14. November Zeit, seine Quartalsergebnisse für die drei Monate bis zum 30. September einzureichen. Anstatt jedoch den üblichen 10-Q-Bericht vorzulegen, teilte den Aufsichtsbehörden mit, dass es aufgrund der komplizierten Buchhaltung im Zusammenhang mit der Fusion mit Nakamoto, einem Unternehmen für Krypto-Treasury-Dienstleistungen, mehr Zeit benötige.
Diese Fusion fand Anfang dieses Jahres statt, und seither herrscht finanzielles Chaos.
Die Verzögerung im dritten Quartal folgt auf eine massive Abschreibung von 59 Millionen Dollar aus dem Nakamoto-Deal
Die eigentliche Bombe? KindlyMD warnte vor einem Verlust von 59 Millionen Dollar aus der Nakamoto-Übernahme. Das bedeutet, dass das Unternehmen 59 Millionen Dollar zu viel bezahlt hat, verglichen mit dem tatsächlichen Wert von Nakamotos Vermögenswerten. Nicht gerade ein Triumph.
Das Krypto-Unternehmen, ursprünglich bekannt als Nakamoto Games, wurde im August im Zuge einer Übernahme durch KindlyMD Teil von Nakamoto-Gründer David Bailey, der dadurch den CEO-Posten übernahm. Bailey hat sich bisher weder zum Kursverfall der Aktie noch zu den verspäteten Geschäftszahlen geäußert.
Er hat jedoch auf X (ehemals Twitter) einen Beitrag über einen Führungswechsel bei BTC Inc., dem von ihm mitgegründeten Medienunternehmen, veröffentlicht. Das ist die bisher deutlichste Stellungnahme von ihm.
Dennoch sprechen die Zahlen für sich. In derselben SEC-Meldung KindlyMD an, einen realisierten Verlust von 1,4 Millionen US-Dollar zu erwarten, was bedeutet, dass das Unternehmen Kryptowährungen mit Verlust verkauft hat, sowie einen weiteren unrealisierten Verlust von 22 Millionen US-Dollar bei den noch gehaltenen Coins.
Das ist noch nicht alles. Hinzu kommen ein Verlust von 14,4 Millionen Dollar an getilgten Schulden und ein eklatanter Vertrauensverlust.
Um es klarzustellen: KindlyMD ist kein Gigant, der wie die größten US-amerikanischen Aktiengesellschaften eine 40-tägige Nachfrist genießt. Wie der Rest des Marktes hatte das Unternehmen 45 Tage Zeit. Und trotzdem wurde die Frist verfehlt. Nun rätselt jeder, wie schlecht das Quartal tatsächlich ausfiel.
Eine kleine positive Nachricht wurde zwar durchgestochen, aber sie hatte kaum Auswirkungen. KindlyMD gab bekannt, dass man aufgrund gesunkener Eventualverbindlichkeiten einen Gewinn von 21,8 Millionen Dollar erwarte. Konkret bedeutete dies, dass eine der Verbindlichkeiten des Unternehmens an Wert verloren hatte.
Eigentlich sollte dieses Quartal die Früchte der Nakamoto-Fusion ernten. Stattdessen gleichen die Finanzzahlen von KindlyMD eher einem Trümmerhaufen. Die Anleger reagierten prompt: Der Aktienkurs brach ein, und das Unternehmen machte sich zum Jahresende zum leichten Ziel für Spekulationen.
KindlyMD steht nun vor einem harten Winter.

