Japan sagt, dass 550 Milliarden Dollar aus Trumps Handelsabkommen zur Finanzierung taiwanesischer Chipfabriken in den USA verwendet werden könnten.

- Japan könnte seinen 550 Milliarden Dollar schweren Fonds aus dem US-Handelsabkommen nutzen, um taiwanesische Chipfabriken in den USA zu unterstützen.
- Der Fonds umfasst Eigenkapital, Darlehen und Garantien, die größtenteils über JBIC und NEXI abgewickelt werden.
- Lediglich 1–2 % des Gesamtpakets werden Eigenkapital sein; der größte Teil wird aus Darlehen und Garantien bestehen.
Japans oberster Handelsbeamter erklärte am Samstag, dass Investitionen in Höhe von 550 Milliarden US-Dollar, die durch ein US-Zollabkommen gesichert wurden, zur Unterstützung taiwanesischer Halbleiterfabriken in den USA verwendet werden könnten. Im Gespräch mit NHK bestätigte Ryosei Akazawa, dass die Mittel nicht auf japanische oder amerikanische Unternehmen beschränkt seien.
Japan schloss diese Woche ein Abkommen mit den USA ab und erklärte sich bereit, Mittel in US-bezogene Projekte – durch Eigenkapital, Kredite und Garantien – zu investieren, im Gegenzug für niedrigere Einfuhrzölle auf japanische Waren. Die genaue Ausgestaltung des Programms ist noch unklar. Laut Akazawa kommt es nun aber vor allem darauf an, Lieferketten aufzubauen, die „für die wirtschaftliche Sicherheit von entscheidender Bedeutung“ sind.
Er sagte, die Finanzierung stehe jedem Projekt offen, das diesem Ziel diene, einschließlich eines taiwanesischen Chipherstellers, der sich in den USA niederlasse. „Wenn ein taiwanesischer Chiphersteller ein Werk in den USA baut und japanische Komponenten verwendet oder seine Produkte an die japanischen Bedürfnisse anpasst, ist das auch in Ordnung“, sagte er gegenüber NHK. Konkrete Firmennamen wurden nicht genannt.
Taiwans TSMC könnte von dem Fonds profitieren
Der taiwanesische TSMC, weltweit führend in der Entwicklung fortschrittlicher Chips, hatte bereits Anfang des Jahres ein Investitionsprogramm in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar für die USA angekündigt. Die Ankündigung erfolgte im März im Rahmen einer Veranstaltung im Weißen Haus mit Präsidentdent Trump und ergänzte die bereits zugesagten 65 Milliarden US-Dollar für drei Chipwerke in Arizona. Eines dieser Werke ist bereits in Betrieb.
Das Bestreben nach einertronUS-amerikanischen Chipversorgung birgt einen Haken. Washingtons Abhängigkeit von Taiwan bei High-End-Chips gilt als Risiko, insbesondere aufgrund der Nähe der Insel zu China. Japan versucht, dieses Risiko zu minimieren, nicht nur für die USA, sondern auch für sich selbst.
Dem Abkommen zufolge wird Japan den Großteil der 550 Milliarden US-Dollar über zwei staatliche Finanzinstitute abwickeln: die Japan Bank for International Cooperation (JBIC) und die Nippon Export and Investment Insurance (NEXI). Ein neu überarbeitetes Gesetz erlaubt es der JBIC, ausländische Unternehmen zu finanzieren, sofern diese zum Schutz der japanischen Lieferketten beitragen.
Akazawa stellte klar, dass nur ein kleiner Teil – lediglich 1 bis 2 % – der Gesamtinvestition als Eigenkapital erfolgen würde. Der Rest bestünde aus Krediten und Versicherungsgarantien. Japan versucht also nicht, Eigentümer dieser Projekte zu werden, sondern sie zu unterstützen, ohne die langfristigen Risiken einer Aktionärsrolle zu tragen.
Auf die Aussage des Weißen Hauses angesprochen, die USA würden 90 % der Gewinne aus dem Investitionsgeschäft einbehalten, erläuterte Akazawa die Bedeutung dieser Zahl. Seinen Angaben zufolge bezögen sich die USA lediglich auf die Rendite von Aktien, die nur einen sehr kleinen Teil des Gesamtfonds ausmachten. „Diese Zahl bezieht sich ausschließlich auf die Rendite von Aktienanlagen“, sagte er.
Japan hatte ursprünglich die Hälfte der Gewinne gefordert, doch laut Akazawa ist der Kompromiss kein großer Verlust. Durch das Abkommen spart das Land rund 10 Billionen Yen (ca. 67,72 Milliarden US-Dollar) an Zollkosten. Dieser Ausgleich erleichterte die Entscheidung.
Er sagte außerdem, die Regierung wolle die gesamten 550 Milliarden Dollar noch vor Ende von Trumps laufender Amtszeit auszahlen. Das setzt einen engen Zeitplan sowohl für die Planung als auch für die Auszahlung der Gelder.
Bislang wurde kein offizieller Zeitplan für die Auszahlung der ersten Fördermittel veröffentlicht. Kein Unternehmen – weder taiwanesisches noch ausländisches – hat bisher bestätigt, ob es einen Antrag stellt. Akazawas Äußerungen machten jedoch deutlich, dass Japan bereit ist, jeden zu unterstützen, der zum Aufbau sicherer Lieferketten für Chips beiträgt, sei es in Tokio, Taipeh oder Texas.
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