Japans Exporte erleiden den stärksten Rückgang seit vier Jahren aufgrund der US-Zölle

- Japans Exporte sanken im Juli um 2,6 Prozent, vor allem aufgrund starker Rückgänge bei den Lieferungen von Autos und Autoteilen in die USA.
- Trotz einer im Juli getroffenen Vereinbarung, die die Kfz-Zölle bei 15 Prozent belässt, bleiben die Zölle hoch und liegen damit weit über den 2,5 Prozent vor Einführung der Zölle.
- Die Handelsbilanz wies ein defivon 117,5 Milliarden Yen auf, da auch die Importe zurückgingen, wenn auch weniger stark als erwartet.
Japans Exporte sind so stark gesunken wie seit 2021 nicht mehr, da die verschärften US-Zölle die Automobilindustrie hart getroffen und Sorgen um die exportabhängige Wirtschaft ausgelöst haben. Der Rückgang, vor allem aufgrund eines Einbruchs bei den Lieferungen von Pkw und Autoteilen, spiegelt die zunehmende Belastung durch die anhaltenden Handelskonflikte wider.
Die am Mittwoch veröffentlichten Regierungszahlen zeigen, dass die Gesamtexporte im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 % gesunken sind – der stärkste Rückgang seit Februar 2021, als die Lieferungen um 4,5 % zurückgingen. Der Rückgang übertraf die mittlere Prognose von 2,1 % und markierte den dritten monatlichen Rückgang in Folge nach einem Minus von 0,5 % im Juni.
Ungeachtet des Wertrückgangs die Exportmengen stabil, da viele Unternehmen größere Preiserhöhungen vermieden, sagte Takeshi Minami, Chefökonom des Norinchukin Research Institute. „Sie müssten die Kosten jedoch letztendlich an die US-Verbraucher weitergeben, was den Absatz in den kommenden Monaten weiter beeinträchtigen würde“, sagte er.
US-Zölle belasten die Autoexporte erheblich
Die Exporte in die USA schwächten sich ab. Im Juli sanken sie im Vergleich zum Vorjahr um 10,1 Prozent, wobei die Exporte von Automobilen um 28,4 Prozent und die von Autoteilen um 17,4 Prozent zurückgingen. Mengenmäßig gingen die Autolieferungen jedoch nur um 3,2 Prozent zurück, was darauf hindeutet, dass die gesunkenen Preise und die Bemühungen zur Auffangung zusätzlicher Abgaben die Exportströme teilweise abfederten.
Zölle standen im Mittelpunkt dieser Entwicklung. Im April verhängten die USA 25-prozentige Zölle auf Autos und Autoteile und warnten vor weiteren 25-prozentigen Zöllen auf die meisten anderen japanischen Waren. Washington und Tokio erzielten später, am 23. Juli, eine Einigung, die die Zölle auf 15 Prozent senkte, im Gegenzug für ein japanisches Investitionspaket im Wert von 550 Milliarden US-Dollar für die USA. Trotz dieser Einigung liegt der Zollsatz für Automobile weiterhin deutlich über den 2,5 Prozent vor Einführung der Zölle und setzt führende Automobilhersteller und Zulieferer unter Druck.
Die Handelsbilanz wird negativ, da die Importe zurückgehen
Auch die Exporte in andere wichtige Märkte entwickelten sich schwach. Daten zeigen, dass die Lieferungen nach China im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 % zurückgingen. Die Importe sanken ebenfalls. Die Gesamtimporte gingen im Juli um 7,5 % gegenüber dem Vorjahr zurück, während der Markt mit einem Rückgang von 10,4 % gerechnet hatte. Im Vergleich dazu verzeichneten Chinas Exporte von Seltenerdmagneten im Juli laut einem aktuellen Bericht von Cryptopolitan.
Die Handelsbilanz wies im Juli ein Defizit von 117,5 Milliarden Yen (795,4 Millionen US-Dollar) auf, verglichen mit einem prognostizierten Überschuss von 196,2 Milliarden Yen. Die aktuellen Handelszahlen folgten auf separate Veröffentlichungen der Vorwoche, die ein stärker als erwartet ausgefallenes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal (April bis Juni) zeigtentrongestützt durch robuste Exporte und Investitionen.
Ökonomen stellten fest, dass der robuste Exportwert im BIP auf Unterschiede in der Art und Weise zurückzuführen ist, wie Preisänderungen in den beiden Berichten erfasst werden.
Dennoch erklärte Minami, die Wirtschaft habe das schlimmste Szenario bisher abgewendet. „Da das Zollabkommen die Unsicherheiten zumindest verringert hat, dürfte die Bank von Japan die Zinserhöhungen voraussichtlich bereits im Oktober wieder aufnehmen“, sagte er.
Japan, die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt, ist stark von der Auslandsnachfrage abhängig, und die erhöhten US-Zölle haben sich auch auf die japanische Automobilindustrie ausgewirkt. Die Daten deuten darauf hin, dass Unternehmen die Käufer durch Rabatte und Kostenübernahmen geschützt haben, doch solche Maßnahmen könnten sich als noch schwieriger erweisen, wenn die Handelskonflikte in diesem Herbst anhalten.
Die klügsten Köpfe der Krypto-Szene lesen bereits unseren Newsletter. Möchten Sie auch dabei sein? Dann schließen Sie sich ihnen an.
Haftungsausschluss. Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Cryptopolitan/ übernimmt keine Haftung für Investitionen, die auf Grundlage der Informationen auf dieser Seite getätigt werden. Wirtronempfehlen dringend, vor jeder Anlageentscheidung eigene Recherchen durchzuführendent oder einen qualifizierten Fachmann zu konsultieren

Shummas Humayun
Shummas ist ehemalige technische Redakteurin und Forscherin.
CRASH-KURS
- Mit welchen Kryptowährungen kann man Geld verdienen?
- Wie Sie Ihre Sicherheit mit einer digitalen Geldbörse erhöhen können (und welche sich tatsächlich lohnen)
- Wenig bekannte Anlagestrategien, die Profis anwenden
- Wie man mit dem Investieren in Kryptowährungen beginnt (welche Börsen man nutzen sollte, welche Kryptowährung am besten zum Kauf geeignet ist usw.)














