Ryosei Akazawa, Japans oberster Zollverhandler, und US-Handelsminister Howard Lutnick führten am Samstag ein 30-minütiges Telefongespräch.
Die japanische Regierung bestätigte heute, dass die beiden Seiten weiterhin über ein mögliches Handelsabkommen verhandeln.
Akazawa führte am Freitag außerdem persönliche Gespräche mit US-Handelsminister Howard Lutnick (ca. 70 Minuten) und mit Finanzminister Scott Bessent (45 Minuten).
Japans Premierminister hofft, am Rande des G7-Gipfels mitdent Trump sprechen zu können
Die japanische Regierung beschrieb die Gespräche am Samstag ähnlich wie Akazawa in seiner Erklärung vom Freitag und bezeichnete das Gespräch als „sehr tiefgründig“. Beide Parteien hätten die Möglichkeit einer Einigung geprüft, die beiden Ländern zugutekommen würde.
Es hieß weiter, ihr Premierminister Shigerushibund US-dent Donald Trump könnten sich am Rande des G7-Gipfels, der am Sonntag in Kanada beginnt, treffen, wo sie hoffen, eine Einigung erzielen zu können.
Dem Land droht ab Juli weiterhin ein Zollsatz von 24 % auf seine Exporte, sofern keine Einigung mit den USA erzielt wird. Tokio drängt zudem darauf, seine Automobilindustrie vor einer separaten US-Abgabe von 25 % zu schützen.
In vorangegangenen Gesprächen bot Japan an, die Einfuhren von US-Agrarprodukten zu erhöhen und seine nichttarifären Handelshemmnisse für amerikanische Autos zu überprüfen, um den Bedenken der Trump-Regierung entgegenzukommen. Darüber hinaus erwägt die japanische Regierung eine Zusammenarbeit mit den USA, um die Lieferketten für Seltenerdmagnete und Halbleiter zu sichern.
Bislang ist China der Hauptproduzent von Hochleistungsmagneten aus Seltenen Erden. Japan strebt jedoch den Aufbau von Lieferketten mit den USA an, ohne dabei von China abhängig zu sein.
Seltene Erden werden häufig für Elektromotoren und Raketen verwendet. Bei Neodym-Magneten produziert China über 80 %, Japan hingegen nur etwa 15 %. Die USA suchen händeringend nach Wegen, Chinas Dominanz und die Exportbeschränkungen für Seltene Erden zu begegnen, und Japan könnte genau die Lösung sein, nach der das Land gesucht hat.
Trump hat am Freitag das Angebot von Nippon Steel für US Steel genehmigt
US-dent Donald Trump hat kürzlich das 14,9 Milliarden Dollar schwere Übernahmeangebot des japanischen Unternehmens Nippon Steel für US Steel genehmigt. Das Angebot des japanischen Konzerns stieß aufgrund von Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit auf heftige Kritik und Widerstand.
Trumps Anordnung sieht vor, dass die Fusion nur erfolgen darf, wenn eine Vereinbarung mit dem Finanzministerium zur Behebung etwaiger nationaler Sicherheitsrisiken unterzeichnet wird. US Steel und Nippon Steel gaben bekannt, eine Einigung erzielt zu haben, die eine wichtige Bedingung Trumps erfüllt. Sie verwiesen auf geplante Investitionen in Höhe von 11 Milliarden US-Dollar bis 2028 sowie auf Zusagen zu Unternehmensführung, Produktion und Handel. Quellen zufolge erhält die US-Regierung zudem eine sogenannte „Goldene Aktie“, die jedoch keine Eigentumsbeteiligung beinhaltet.
Andere Berichte besagen, dass einige der Spitzenpositionen ebenfalls für Amerikaner reserviert werden sollen und dass Nippon Steel nach 2028 außerdem verpflichtet wäre, 3 Milliarden Dollar in den Bau eines neuen Werks zu investieren.
Der Sprecher des Weißen Hauses, Kush Desai, ist überzeugt, dass die Vereinbarung Pennsylvania dabei helfen wird, das Eigentum an US Steel zu behalten und das Unternehmen als kritischen Bestandteil der nationalen und wirtschaftlichen Sicherheit der Nation zu schützen.
Der japanische Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie, Yoji Moto, zeigte sich ebenfalls zuversichtlich, dass die Investition die Innovation in der japanischen und der US-amerikanischen Stahlindustrie fördern und gleichzeitig dietronbilaterale Partnerschaft vertiefen werde.
Die Frist für den Abschluss des Fusionsvertrags ist der 18. Juni, allerdings wurde in der Erklärung der Unternehmen kein genauer Zeitpunkt für den Abschluss genannt.

