Ist der Börsengang von SpaceX visionär oder einfach nur schlecht getimt?

- SpaceX plant einen Börsengang mit einem Volumen von 70-75 Milliarden US-Dollar und einer Bewertung von 1,75 Billionen US-Dollar. Privatanleger erhalten damit eine ungewöhnliche Beteiligung von 30 % im Vergleich zu den üblichen 5-10 %.
- Musks xAI hat seit Januar alle 11 Mitbegründer verloren, darunter den letzten am Freitag, was Fragen zur Stabilität der Führungsebene aufwirft.
- Die Wettmärkte geben trotz Berichten über eine unmittelbar bevorstehende Einreichung nur eine 6%ige Wahrscheinlichkeit für eine Ankündigung im Mai an, was darauf hindeutet, dass ein Zeitplan im Sommer wahrscheinlicher ist.
SpaceX strebt einen Börsengang an, der der größte aller Zeiten werden könnte. Doch der Zeitpunkt ist problematisch.
Berichten zufolge plant das Unternehmen, noch diese Woche die Unterlagen für einen Börsengang einzureichen. Es will 70 bis 75 Milliarden US-Dollar einnehmen und wird mit 1,75 Billionen US-Dollar bewertet. Das sind gewaltige Summen, die alle Rekorde brechen würden.
sind Die Wettmärkte allerdings nicht überzeugt, dass der Börsengang so schnell wie berichtet erfolgen wird. Auf Kalshi geben die Nutzer einer offiziellen Ankündigung vor dem 1. Mai lediglich 6 % Wahrscheinlichkeit. Bis zum 1. Juni steigt diese Wahrscheinlichkeit auf 25 % und bis zum 1. Juli auf 66 %. Die Nutzer von Polymarket schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass der gesamte Prozess bis Ende Juni abgeschlossen sein wird, auf 59 %.

xAI verliert das gesamte Gründerteam
Der Zweifel ist berechtigt, wenn man sich ansieht, was bei xAI passiert.
Musks KI-Unternehmen verlor am Freitag seinen letzten ursprünglichen Mitgründer. Ross Nordeen verließ das Unternehmen, und sein Mitarbeiterausweis bei X wurde entfernt. Damit ist das Gründerteam vollständig ausgelöscht.
Acht der elf Mitbegründer von xAI haben das Unternehmen seit Januar verlassen. Die gesamte Gruppe ist im Grunde aufgelöst.
Nordeen war kein unbedeutender Mitarbeiter. Der 36-jährige Absolvent der Michigan Tech berichtete direkt an Musk und leitete operative Bereiche im gesamten Unternehmen. Vor seiner Zeit bei xAI war er bei Tesla für die Autopilot-Programme verantwortlich und baute Rechenzentren für das Training autonomer Fahrzeuge auf. Laut Walter Isaacsons Buch ist er außerdem mit Musks Cousin James befreundet.
Was kaufen die Anleger hier also eigentlich?
Musk verfolgt mit diesem Deal einen ungewöhnlichen Ansatz. Wie Cryptopolitan bereits berichtete, plant er, Privatanlegern bis zu 30 % der SpaceX-Anteile beim Börsengang zu geben. Das ist deutlich mehr als die üblichen 5 bis 10 %, die Privatanleger bei den meisten Börsengängen erhalten.
Musk wählt persönlich aus, welche Banken welche Aufgaben übernehmen. Die Bank of America betreut Privatanleger in den USA. Morgan Stanley spricht kleinere Anleger über seine E*Trade-Plattform an. UBS konzentriert sich auf vermögende Anleger außerhalb der USA. Citi übernimmt den globalen Vertrieb für Privatkunden und institutionelle Anleger.
SpaceX hat durchaus Erfolge vorzuweisen. Die wiederverwendbaren Raketen senkten die Startkosten und revolutionierten die Branche. Starlink betreibt über 10.000 Satelliten, hat mehr als 10 Millionen zahlende Kunden und ist profitabel.
Nun drängen sie in den Bereich der Mobilfunkfrequenzen. Die FCC bestätigte am Donnerstag, dass SpaceX an einer Auktion teilnimmt, die am 2. Juni beginnt und in der T-Mobile, Verizon, AT&T und andere Anbieter konkurrieren. Im vergangenen Jahr investierten sie 17 Milliarden US-Dollar in Frequenzen von EchoStar.
SpaceX wird sich voraussichtlich ungeteilte Frequenzblöcke sichern, um Internet direkt auf Mobiltelefone zu übertragen. Citi-Analyst Michael Rollins sagte am Freitag, die Auktion dürfte angesichts der vielen Bieter wettbewerbsintensiv werden. Das Spektrum ist mit aktuellen Geräten und Netzwerken kompatibel. Er rechnet mit einer Dauer von mehreren Wochen.
Weltraumbasierte KI-Rechenzentren treiben die Bewertung an
Starlink erklärt einen Teil des sprunghaften Anstiegs der Unternehmensbewertung von 800 Milliarden US-Dollar Ende 2025 auf aktuell rund 1,3 Billionen US-Dollar. Der andere Teil ist Musks Plan für ein KI-basiertes Rechenzentrum im Weltraum.
Die Idee ist simpel: Solarenergie im Weltraum ist unbegrenzt verfügbar. Musk ist überzeugt, dass der Betrieb von Rechenzentren im Orbit innerhalb weniger Jahre günstiger sein wird als auf der Erde. Es gibt zwar noch technische Hürden, aber die Investoren sind überzeugt.
Wenn das Management von SpaceX im Zuge des Börsengangs öffentlich Stellung bezieht, erhalten die Anleger Details zu Strategie und Wachstum. Sie erfahren, welche Wettbewerber die größten Bedrohungen darstellen.
Dass xAI alle Gründer verloren hat, ist jedoch ein deutliches Warnsignal. Es wirft Fragen darüber auf, wie Musk diese Unternehmen führt. Investoren müssen entscheiden, ob tracvon SpaceX das Führungschaos aufwiegt. Oder sie warten ab, ob die Prognosen der Märkte zutreffen, dass sich die Angelegenheit bis in den Sommer hineinziehen wird.
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Noor Bazmi
Noor Bazmi ist Mitglied des Cryptopolitan -Nachrichtenteams und hat einen Abschluss in Medienwissenschaften. Sie berichtet über Blockchain, Kryptowährungen, künstliche Intelligenz, Big Tech, den Markt für Elektrofahrzeuge, die Weltwirtschaft und politische Kurswechsel. Um ein internationales Publikum zu erreichen, absolviert sie derzeit ein Marketingstudium.
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